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Belgien

Enzyklopädieartikel
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Belgien (Flagge und Hymne)Belgien (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
6.1

Landwirtschaft

Der Agrarsektor ist überwiegend kleinbetrieblich strukturiert und deckt etwa 60 Prozent des gesamten Nahrungsmittelbedarfs Belgiens. Circa 45 Prozent der Fläche des Landes werden für den Anbau von Feldfrüchten oder zur Viehhaltung verwendet. Hauptanbauprodukte sind Zuckerrüben, Kartoffeln, Weizen und Gerste, daneben Obst, Tomaten, Hopfen, Tabak und Flachs. Darüber hinaus sind auch Viehzucht und Milchproduktion von großer Bedeutung. Belgien produziert etwa 95 Prozent seines Fleischbedarfs selbst und ist weitgehend unabhängig von Butter-, Eier- und Milchimporten.

6.2

Forstwirtschaft und Fischerei

Etwa ein Fünftel der Fläche Belgiens ist von Wäldern bedeckt, die vor allem als Erholungsgebiete genutzt werden. In den letzten Jahren wurden im Rahmen von Aufforstungsmaßnahmen ausgedehnte Nadelwälder angelegt. Das für die Papierindustrie benötigte Holz wird importiert.

Der größte Fischereihafen Belgiens ist Ostende. Die belgischen Fischer finden vor allem im Nordatlantik reiche Fischgründe. Gefangen werden hauptsächlich Heringe, Seezungen, Schollen, Kabeljaue, Sprotten und Garnelen.

6.3

Bergbau

Die Reserven an Belgiens einzig bedeutendem Rohstoff, der Kohle, sind bereits zum größten Teil ausgebeutet. Die Kohlenförderung ging bereits im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts drastisch zurück. Dazu ein kurzer Einblick: 1986 wurden noch 5,6 Millionen Tonnen Kohle abgebaut, 1991 waren es nur noch 634 000 Tonnen und 1992 nur noch 278 000 Tonnen. Viele Kohlenbergwerke besonders in den südlichen Bergbauregionen um Mons, Charleroi, Lüttich und Namur wurden geschlossen. Unter diesem Umstand litten vor allem die wallonischen Industriegebiete. Ein Teil der heute benötigten Kohle wird im Campine-Becken im Norden des Landes gefördert. Ihren Hauptbedarf an Kohle deckt Belgiens Industrie durch Importe. Von geringerer wirtschaftlicher Bedeutung ist der Abbau von Zink, Blei, Kupfer und Mangan.

6.4

Industrie

Belgiens bedeutendster Wirtschaftszweig ist die verarbeitende Industrie. Vor allem mit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft im Jahr 1957 und der Einführung eines Regierungsprogramms zur Förderung von Investitionen erlebte die belgische Industrie einen enormen Aufschwung.

Wichtige Stützpfeiler der belgischen Industrie bilden die Eisen- und Stahlindustrie, Metallverarbeitung, der Maschinen- und Fahrzeugbau, die chemische und petrochemische sowie pharmazeutische Industrie. Ebenfalls große Bedeutung kommen der Glas- und Papierindustrie, der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie der Textilindustrie zu.

Die Hauptstandorte der belgischen Textilindustrie konzentrieren sich vor allem auf die Ballungsräume von Brügge, Brüssel, Gent und Lüttich sowie auf die Städte Limburg, Kortrijk (französisch Courtrai) und Mechelen. Saint-Nicholas ist ein Zentrum der Teppichindustrie.

Der in Antwerpen konzentrierten Verarbeitung von Diamanten, insbesondere der Produktion von geschliffenen Industriediamanten, kommt weltweit ein hoher Stellenwert zu.

6.5

Energie

Belgien deckt 57,14 Prozent seines Energiebedarfs mit Atomkraft, 40,44 Prozent werden aus fossilen Energieträgern gewonnen, die Anteile regenerativer Energiequellen sind sehr gering. Im Januar 2003 beschloss das Parlament den Ausstieg des Landes aus der Kernenergie bis zum Jahr 2025, der erste Reaktor soll bis 2015 abgeschaltet werden.

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