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Belgien

Enzyklopädieartikel
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Belgien (Flagge und Hymne)Belgien (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
6.6

Währung und Bankwesen

Währungseinheit ist seit dem 1. Januar 2002 der Euro zu 100 Cents, der den Belgischen Franc (= 100 Centimes) als Währung ablöste. Die Nationalbank von Belgien (Banque Nationale de Belgique) ist das oberste Organ des belgischen Bankensystems. Sie wurde 1850 gegründet und gibt die Banknoten in Belgien aus.

6.7

Außenhandel

Der Außenhandel Belgiens erfolgt über die Handelsunion mit Luxemburg (BLEU), die 1921 gegründet wurde. Bis 1990 arbeitete diese Handelsunion mit einem doppelten Wechselkurs. Der Belgische Franc war in Luxemburg anerkanntes Zahlungsmittel. 1948 schlossen sich Belgien, Luxemburg und die Niederlande zu einer Zollunion zusammen. 1958 wurde die Wirtschaftsunion durch einen Staatsvertrag vollzogen. 1960 folgte die Ratifizierung dieses Vertrages durch die Gründung der „Union Economique Benelux” (Benelux-Vertrag). Der ratifizierte Vertrag beinhaltet die vollständige Liberalisierung des Waren- und Kapitalverkehrs und den Austausch von Arbeitskräften zwischen den drei Ländern.

Wichtige Importprodukte sind u. a. Maschinen und Fahrzeuge, Transportanlagen, lebende Tiere, chemische Erzeugnisse, elektrische Geräte, Schmuck, Textilprodukte und Nahrungsmittel. Exportiert werden beispielsweise Eisen- und Stahlwaren, Textilien, chemische Produkte, Maschinen- und Transportanlagen, Nahrungsmittel und Vieh sowie geschliffene Diamanten. Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Großbritannien, Italien und die USA sind die wichtigsten Handelspartner. 1951 wurde Belgien Mitglied in der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), sechs Jahre später war Belgien Gründungsmitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM).

6.8

Verkehrswesen

Der Hauptzugang Belgiens zum Meer erfolgt über die in den Niederlanden liegenden Mündungen von Schelde und Maas. Antwerpen liegt zwar etwa 85 Kilometer vom Meer entfernt, ist aber einer der größten Seehäfen Europas (weitere Seehäfen sind in Zeebrügge und Ostende). Die belgischen Flüsse sind über ein gut ausgebautes Kanalnetz miteinander verbunden (Albertkanal, Charleroi-Brüssel-Kanal und Brüssel-Rupel-Kanal). Die Gesamtlänge der Kanäle und schiffbaren Flüsse beträgt etwa 1 600 Kilometer. Das Straßennetz umfasst 150 567 Kilometer (2004). Mit einer Länge von 3 542 Kilometern (2005) hat Belgien ein überaus dichtes Schienennetz. Die belgische Eisenbahn ist ein staatlich geführtes Unternehmen. Die nationale Fluggesellschaft Sabena fliegt weltweit zahlreiche bedeutende Großstädte an.

6.9

Tourismus

Zu den bevorzugten Zielen des Fremdenverkehrs gehören neben der Hauptstadt Brüssel weitere historisch bedeutende Städte wie etwa Antwerpen, Gent und Brügge. Während in den Ardennen ausgezeichnete Möglichkeiten für Wanderungen bestehen, ist der Badetourismus an der Küste vor allem in den Seebädern Ostende, Knokke und Zeebrügge gut entwickelt.

7

Geschichte

Belgien als selbständiger Staat existiert erst seit 1830/31; sein Name allerdings verweist auf eine lange Geschichte: Er leitet sich her von den Belgen, einem vorwiegend keltischen Stammesverband, bzw. von der Bezeichnung Gallia Belgica für diejenige römische Provinz, die in etwa das heutige Belgien, die Niederlande und Nordostfrankreich umfasste und sich linksrheinisch bis ins Gebiet der heutigen Schweiz nach Süden zog. Im Zuge der Völkerwanderung kamen ab dem 3. Jahrhundert Franken in den Norden der Provinz Gallia Belgica (und begründeten damit die romanisch-germanische Sprachgrenze). Seit dem 5. Jahrhundert gehörte das Gebiet zum expandierenden Frankenreich; bei der Teilung des Karolingerreiches durch den Vertrag von Verdun 843 kam der größte Teil des heutigen Belgien mit Ausnahme von Flandern im Westen an das Mittelreich bzw. Lotharingien (Lothringen) und mit Lothringen 880, endgültig 925 an das Westreich bzw. das im Entstehen begriffene Heilige Römische Reich. Die Grafschaft Flandern wurde französisches Lehen. 1384/85 kam Flandern und in der Folgezeit auch der Rest des heutigen Belgiens an das Herzogtum Burgund. Die Versuche der burgundischen Herrscher, ihre Ländereien zu einem starken burgundischen Reich zwischen Frankreich und Deutschland zu vereinen, endeten mit dem Tod des letzten burgundischen Herzogs Karl dem Kühnem 1477.

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