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    Gott ist tot, wusste der Junge. Seltsam, wunderte sich der alte Pater: Vor einer Stunde sprach ich noch mit ihm. In neuen Formen: Reden mit Gott.

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Gott

Enzyklopädieartikel
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Gott erschafft die TiereGott erschafft die Tiere
Artikelgliederung
4.1

Die jüdische Auffassung von Gott

Im Alten Testament ist die Welt nicht die Emanation Gottes, sondern das Produkt seines Willens. Da Gott nicht erfasst werden kann, ist es verboten, sich ein gegenständliches Bild von ihm zu machen. Obwohl Gott nicht der Welt angehört, trägt er menschliche Züge: Er macht Versprechungen und spricht Drohungen aus, er empfindet Zorn und sogar Eifersucht. Als seine wesentlichen Merkmale werden jedoch Gerechtigkeit, Gnade, Wahrheit und Beständigkeit angesehen, wobei er metaphorisch als König, Richter und Hirte bezeichnet wird. Darüber hinaus ist Jahwe ein lebendiger Gott, dessen Einzigartigkeit in dem Gebot „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!” zum Ausdruck kommt.

4.2

Christliche Auffassungen

Der Gott, zu dem Jesus betete, war der Gott des Alten Testaments. Während seines Lebens wurde Jesus vermutlich als heiliger Mann angesehen, aber bereits im 1. Jahrhundert erhoben ihn die Christen in die göttliche Sphäre. Da dies zu Spannungen mit der jüdischen monotheistischen Tradition führte, entstand die Lehre vom dreieinigen Gott, der Trinität. Der Gott des Alten Testaments wurde für die Christen der Vater, während Jesus selbst, der Christus, als der fleischgewordene Sohn bzw. als das fleischgewordene Wort (Logos) gesehen wurde, als die Manifestation Gottes innerhalb der endlichen Ordnung. Der Heilige Geist, der seinen Ursprung nach der westlichen Kirche in Vater und Sohn hat, für die Ostkirche jedoch nur im Vater (siehe Filioque), ist die immanente Präsenz und Tätigkeit Gottes in der Schöpfung. Die christliche Theologie spricht zwar von den drei „Personen” der Dreieinigkeit, bezeichnet damit jedoch die drei Seinsarten des einen Gottes.

4.3

Islam

Von den drei auf dem Alten Testament basierenden Religionen ist der Monotheismus im Islam am stärksten ausgeprägt. Wie den Juden so ist es auch den Muslimen verboten, Gott in irgendeiner Form abzubilden. Die zentrale Aussage des Islam lautet: „Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet.” Allah besitzt sieben elementare Attribute: Leben, Wissen, Macht, Wille, Gehörsinn, Gesichtssinn und Sprache, wobei die letzten drei nicht in anthropomorphem Sinne zu verstehen sind. Sein Wille ist absolut, und alles, was geschieht, ist durch ihn vorherbestimmt.

5

Asiatische und andere Religionen

Da die großen Religionen Asiens zu einem anderen Kulturbereich gehören, ist die Verwendung des Wortes Gott nicht zutreffend, da damit bereits die Vorstellung eines persönlichen Gottes assoziert wird. Deshalb ist der Ausdruck „göttliches Wesen”, das die Vorstellung von unpersönlichen oder überpersönlichen Absoluten umfasst, in Bezug auf asiatische Religionen korrekter.

5.1

Hinduismus

Der Hinduismus bezeichnet das höchste göttliche Wesen als Brahma, als die eine, ewige, absolute Wirklichkeit, die alles Bestehende umschließt, wobei die veränderliche Welt nur eine oberflächliche Erscheinung (maya) darstellt. Im hinduistischen Volksglauben hat Brahma verschiedene Erscheinungsformen, die als verschiedene Gottheiten erscheinen. Die drei Hauptgötter, Brahma (Schöpfung), Vishnu (Bewahrung) und Shiva (Zerstörung) bilden zusammen Trimurti, die drei Grundkräfte, die in der Welt wirken. Brahma ist kein Schöpfer im jüdisch-christlichen Sinne, da die Welt als ewig gesehen wird. Nur in der Bhakti, der liebenden Hingabe an Gott (dem wichtigsten Heilsweg des Hinduismus), wird der Gott Iswara als persönlicher Gott gesehen und ähnelt dem jüdisch-christlichen Gott.

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