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Windows Live® Suchergebnisse KatzenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Allgemeine Körperbaumerkmale; Beuteerwerb und Orientierung; Fortpflanzung und Lebenserwartung; Systematische Einordnung
Katzen, Familie der Raubtiere mit 33 Arten. Katzen sind von Natur aus auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis und Australiens sowie Ozeaniens verbreitet; nördlich des 70. Breitengrades kommen jedoch keine Katzen vor. In der traditionellen Systematik unterscheidet man zwei Gattungsgruppen: Großkatzen und Kleinkatzen; diese Einteilung spiegelt die stammesgeschichtlichen Verwandtschaftsverhältnisse allerdings nur unzureichend wider. Tiger, Löwe, Jaguar, Leopard und Schneeleopard bilden die Gattungsgruppe der Großkatzen. Die Gattungsgruppe der Kleinkatzen umfasst 28 Arten, dazu gehören Wildkatze und Nordluchs als einzige in Europa verbreitete Katzenarten.
Die Kopfrumpflängen von Katzen variieren zwischen etwa 35 und 280 Zentimetern. Männchen sind in den meisten Fällen größer und schwerer als Weibchen, besitzen ansonsten aber im Wesentlichen die gleiche Färbung und Statur. Alle Katzenarten haben sehr ähnliche, geschmeidige und gewandte Körper und ein weiches Fell. Gesichtssinn und Gehör sind besonders gut entwickelt. Katzen haben einen kurzen Gesichtsschädel und einen breiten Hirnschädel. Die Ohren sind rund bis spitz, stehen aufrecht und können in verschiedene Richtungen gedreht werden, um Geräusche aufzufangen oder Stimmungen auszudrücken. Die kräftigen Kiefer zerschneiden und zerstückeln die Nahrung, zermahlen wird sie dagegen kaum. Die Zahnformel der Katzen lautet für jede Oberkieferhälfte: drei Schneidezähne, ein Eckzahn, drei Vorbackenzähne (Prämolaren) und ein Backenzahn; im Unterkiefer dagegen sind in jeder Kieferhälfte statt drei nur zwei Vorbackenzähne vorhanden. Der letzte obere Vorbackenzahn und der untere Backenzahn arbeiten wie eine Brechschere zusammen. Die Zunge ist von spitzen, nach hinten zeigenden Vorsprüngen, den Papillen, bedeckt, mit denen die Katze Fleischreste von den Knochen erbeuteter Tiere leckt. Die Pfoten sind weich gepolstert. Die vorderen Füße weisen fünf Zehen auf, die Hinterfüße nur vier. Katzen sind Zehengänger: Sie laufen auf ihren Zehen, der hintere Teil des Fußes ist vom Boden abgehoben. Die Krallen sind lang und scharf und können, außer beim Gepard, dem schnellsten heute lebenden Säugetier, vollständig eingezogen werden. Katzen können sich deshalb weitgehend geräuschlos an ein Beutetier heranpirschen. Für Katzen typische Verhaltensweisen sind das „Waschen” des Gesichts mit den Vorderpfoten und das Schärfen der Krallen. Beim Krallenschärfen zieht eine Katze die Krallen über Holz, um die jeweils äußerste (abgenutzte) Krallenschicht zu entfernen, so dass die nächste (nachgewachsene), spitz zulaufende Schicht hervortritt.
Katzen ernähren sich ausschließlich tierisch, das Nahrungsspektrum reicht von Insekten bis zu großen Säugern; manche Arten können auch dem Menschen gefährlich werden. Katzen jagen gern im Halbdunkel, doch auch im Dunkeln und bei Tageslicht machen sie Beute. Sie pirschen sich an ihre Beute heran und springen sie dann entweder an oder hetzen sie über zumeist kürzere Distanzen, oder sie lauern ihrem Opfer (z. B. auf einem Ast) liegend auf. Zum Ergreifen der Beute werden Krallen und Zähne eingesetzt. Katzen jagen zumeist allein, Löwen allerdings vorwiegend im Rudel. Bei der Jagd verlassen sich Katzen vor allem auf ihre Augen und ihr Gehör. Der Geruchssinn ist ebenfalls sehr empfindlich, wird aber gewöhnlich nur bei der Prüfung des erbeuteten Tieres eingesetzt. Im Gegensatz zu anderen Säugetieren können Katzen die Geschmacksrichtung süß nicht wahrnehmen, weil der entsprechende Rezeptor in den Geschmacksknospen der Zunge nicht aktiv ist (PLoS Genetics, 2005). Die Pupillen der Augen, die sich tagsüber zu einem senkrechten Schlitz zusammenziehen, vergrößern sich stark in der Dunkelheit und nehmen eine runde Form an. Die Hornhaut der Augenlinse einer Katze weist Zonen mit unterschiedlichen Brennweiten auf. Wenn sich die Pupille bei großer Helligkeit zu einer runden Öffnung verkleinerte (wie beim Menschen), wäre das Farbensehen der Katze unscharf. Die schlitzförmige Öffnung garantiert, dass Licht auch auf die Randzonen der Augenlinse einer Katze fällt, und ermöglicht so ein scharfes Abbild der Umwelt.
Ein Wurf besteht für gewöhnlich aus ein bis acht Jungen, die mit etwa 40 bis 115 Tagen entwöhnt werden. Katzen werden mit ein bis sechs Jahren geschlechtsreif. Sie können eine Lebensdauer von 10 bis 18 Jahren, im Extremfall bis zu 30 Jahren erreichen. Alle frei lebenden Katzenarten sind – insbesondere durch die Zerstörung ihrer Lebensräume – in ihrem Bestand gefährdet.
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