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Lesotho

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Lesotho (Flagge und Hymne)Lesotho (Flagge und Hymne)
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6

Wirtschaft

Lesotho ist weltweit eines der am wenigsten entwickelten Länder. Wirtschaftlich ist es stark von Südafrika abhängig. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 1 494 Millionen US-Dollar (2006; Dienstleistungen 40,5 Prozent, Industrie 43,2 Prozent, Landwirtschaft 16,3 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 749,10 US-Dollar.

Da das zur Verfügung stehende Land nicht für alle ausreicht und Arbeitsplätze rar sind, suchen Sothomänner seit jeher in Südafrika Arbeit, wo sie im Bergbau, in der Landwirtschaft oder als Hausangestellte beschäftigt werden. Etwa 38 Prozent der männlichen Arbeitskräfte sind in Südafrika tätig. Wegen der Wirtschaftskrise und des gleichzeitig sinkenden Goldpreises verloren viele Sotho Ende der achtziger Jahre in Südafrika ihren Arbeitsplatz, so dass die Zahl der dort beschäftigten Arbeitskräfte weit niedriger war als in vorangegangenen Jahren. Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre gingen etwa die Hälfte aller männlichen Arbeitskräfte Lesothos in Südafrika einer Beschäftigung nach, darum sind in Lesotho viele Frauen Haushaltsvorstand.

Etwa 57 Prozent der im Land verbleibenden Arbeitskräfte sind in der Landwirtschaft tätig, 15 Prozent in der Industrie sowie 32 Prozent im Dienstleistungssektor. Versuche, verarbeitende Produktionszweige aufzubauen, zeigten insofern einigen Erfolg, als damit die Wirtschaft und die Exporte an Vielfalt gewannen. Allerdings wurden nicht genug Arbeitsplätze geschaffen: Weder konnte man Menschen auf der Suche nach Grund und Boden eine Alternative bieten, noch ließ sich Schritt mit dem Bevölkerungswachstum halten. In den achtziger Jahren erlebte die Tourismusbranche (hauptsächlich mit Gästen aus Südafrika) einen steilen Aufschwung. Alle diese Entwicklungen tragen nur wenig dazu bei, die Abhängigkeit der Wirtschaft von den Geldsendungen der Wanderarbeiter zu vermindern. Auch die nach Lesotho fließenden Verdienste der Wanderarbeiter können das riesige Handelsdefizit nicht ausgleichen. Die Geldsendungen der Wanderarbeiter stellen einen großen Teil des Einkommens von 60 Prozent der Haushalte im Land dar. Der Verlust der Arbeitsplätze von Wanderarbeitern Ende der achtziger Jahre hat die durch Arbeitslosigkeit bestehenden Probleme in Lesotho weiter verschärft.

Lesotho wirtschaftet seit jeher mit einem Haushaltsdefizit. Die Einführung eines auf vier Jahre angelegten Wirtschaftsreformprogramms 1990 ermöglichte der Regierung, das Defizit auf weniger als 1 Prozent zu verringern – Ende der achtziger Jahre betrug es noch 10 Prozent.

6.1

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist der größte Wirtschaftszweig. Dennoch gibt es auch in diesem Bereich zahlreiche Probleme, zu denen u. a. auch wiederkehrende Dürreperioden gehören. Da insgesamt nur sehr wenig Fläche für den Ackerbau zur Verfügung steht, sind Programme zum Bodenschutz und zur Erhöhung der Ernteerträge von großer Bedeutung. Hauptsächlich werden in Lesotho Mais, Hirse, Weizen, Obst und verschiedene Gemüsesorten angebaut. Die Viehwirtschaft umfasst vor allem Schafe, Hühner, Gänse, Kälber, Pferde und Esel.

6.2

Währung und Außenhandel

Die Währungseinheit Lesothos ist der Loti (Plural: Maloti), der in Lisente unterteilt ist. Lesotho ist zusammen mit Namibia, Swasiland und Südafrika Mitglied der Common Monetary Area. Das bedeutet, dass der Loti zum Nennwert des Südafrikanischen Rand gehandelt wird und die Bankzinsen denen Südafrikas angeglichen werden. Der wichtigste Handelspartner Lesothos ist Südafrika, die Geschäfte werden über die SACU (Southern African Customs Union: Südafrikanische Zollunion) abgeschlossen. Zahlungen an die SACU-Länder, zu denen auch Botswana und Swasiland gehören, basieren auf dem Prozentsatz der SACU-Handelsanteile des jeweiligen Landes. Die drei kleineren Länder erhalten zusätzliche Zahlungen als Ausgleich für den Verlust ihrer Handelsunabhängigkeit. Die Importe bestehen im Wesentlichen aus Nahrungsmitteln, Textilien, Fahrzeugen, Maschinen und Kraftstoffen. Textilien, Nahrungsmittel, chemische Erzeugnisse sowie Wolle (Mohair) sind die wichtigsten Exportgüter. Die Importkosten steigen schneller als die Einnahmen durch den Export, wodurch das Handelsdefizit Lesothos wächst.

6.3

Verkehrswesen

Lesotho verfügt über ein Straßennetz von 5 940 Kilometer Länge, wovon 18 Prozent asphaltiert sind. Die meisten befestigten Straßen liegen im Westen Lesothos; seit Mitte der achtziger Jahre werden Qualität und Quantität der Straßen auch im Osten verbessert – zu den Bergen werden für das Highlands Water Scheme über 300 Kilometer lange, neue Zufahrtsstraßen gebaut. Dennoch bleibt ein Großteil der Berge nur mit Pferd oder Esel erreichbar. Ein Netzwerk behelfsmäßiger Start- und Landebahnen bildet für diese abgelegenen Gegenden den wichtigsten Verbindungsweg. Mitte der achtziger Jahre wurde in Maseru der Bau eines internationalen Flughafens abgeschlossen; Maseru ist über die Eisenbahn mit Südafrika verbunden.

6.4

Energie

Wasser scheint heute Lesothos wichtigster Rohstoff zu sein. Seit Ende der achtziger Jahre werden in den Bergen riesige Dämme und Tunnel für das Highlands Water Scheme gebaut. Von hier soll Wasser in die nordöstlichen Industriegebiete Südafrikas geführt werden. Lesotho hofft, sich dadurch eine neue, bedeutende Einnahmequelle zu schaffen. Ein in dieses Projekt integriertes Wasserkraftwerk soll Lesotho ausreichend mit Energie versorgen. Zur Zeit wird fast der gesamte Energiebedarf durch Importe von Südafrika gedeckt.

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