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Filmgeschichte

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7.8

Die achtziger und neunziger Jahre

Im amerikanischen Film der achtziger Jahre ist die bereits in den Siebzigern einsetzende Beliebtheit der Spezialeffekt- und Katastrophenfilme wie Die letzte Fahrt der Poseidon (1972) oder Flammendes Inferno (1974) ungebrochen. Dasselbe gilt für Comic-Verfilmungen wie Superman (1978) und Batman (1989) und ihre Fortsetzungen sowie die technisch enorm aufwendigen Weltraumepen wie die Enterprise-Filme und die Serie der Star-Wars-Filme. Schon das erste dieser Galaxismärchen (1977) aus der Factory von George Lucas spielte über 200 Millionen Dollar ein. Die Fortsetzungen Das Imperium schlägt zurück (1980) und Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983) waren gleichermaßen erfolgreich.

Auch der Regisseur Steven Spielberg versteht es meisterhaft, das Publikumsinteresse zu fesseln. Sein Film Der weiße Hai (1975) über einen Killerhai, der eine kleine Strandgemeinde terrorisiert, wurde zum Vorbild für eine Reihe anderer Filme, in denen Furcht erregende Monster hilflose Opfer bedrohen. Die Sciencefiction-Filme Unheimliche Begegnung der dritten Art (1977) und E. T. (1982) beuten in unterschiedlicher Weise die Faszination an außerirdischen Lebensformen aus und wurden ebenso zu Kassenschlagern wie seine Serie von Abenteuerfilmen: Jäger des verlorenen Schatzes (1981), Indiana Jones und der Tempel des Todes (1983) und Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1988), die alle nach Fortsetzungsserien aus den dreißiger Jahren gedreht wurden. In jüngster Zeit konnte Spielberg mit dem Dinosaurier-Spektakel Jurassic Park (1993) und dem spektakulären Holocaust-Drama Schindlers Liste (1993) seine beispiellose Laufbahn als Erfolgsregisseur fortsetzen. Dass neben solch gekonnt inszenierter Massenware auch der amerikanische Autorenfilm eine Überlebenschance besitzt, beweist das Publikumsecho von Scorseses Zeit der Unschuld (1993, nach einer Romanvorlage von Edith Wharton) oder Wayne Wangs Film Smoke (1995, mit Harvey Keitel und William Hurt) nach einer Vorlage des New Yorker Dichters Paul Auster, der auch das Drehbuch schrieb. Zum bis dato finanziell erfolgreichsten Werk der Filmgeschichte wurde James Camerons melodramatischer Katastrophenfilm Titanic (1997), eine opulente und authentische Verfilmung der legendären Schiffskatastrophe (siehe Untergang der Titanic).

In Frankreich geben nach wie vor ehemalige Größen der Nouvelle Vague mit den Ton an: Der sehr produktive Chabrol u. a. mit den Kriminalkammerspielen Die Fantome des Hutmachers (1982), Die Hölle (1993) und Biester (1995), Truffaut mit Die letzte Metro (1980), Malle mit Eine Komödie im Mai (1989) und Das Verhängnis (1992). Daneben etablierten sich neue Namen wie der poetisch-humorvolle Bertrand Tavernier (Der Saustall, 1981; Ein Sonntag auf dem Lande, 1984) oder Léos Carax mit Die Liebenden von Pont-Neuf (1991). Während der Italiener Fellini mit seinem Alterswerk (Ginger und Fred, 1985; Die Stimme des Mondes, 1990) kaum an das Niveau seiner früheren Filme heranreicht, legte Ingmar Bergman mit dem autobiographisch akzentuierten Leinwandepos Fanny und Alexander (1982) nochmals ein Meisterwerk vor.

Der lange brachliegende britische Film rekonstituiert sich, vor allem auf dem Gebiet anspruchsvoller Komödien, mit einer ganzen Reihe bedeutender Regisseure, darunter Peter Greenaway (Der Kontrakt des Zeichners, 1982; Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber, 1989; Prosperos Bücher, 1991) und Stephen Frears (Gefährliche Liebschaften, 1989).

Die russische Filmszene befindet sich seit Beginn der Perestroika in einem tief greifenden Umwandlungsprozess und hat zur Zeit wenig internationale Resonanz, wie sie noch Andrej Tarkowskij mit seinen enigmatischen und melancholischen Filmen sicher war (Der Stalker, 1979; Nostalghia, 1983).

Nach dem Tod Fassbinders ist Wim Wenders der einzige Repräsentant des deutschen Autorenfilmes der siebziger Jahre geblieben, der noch eigenwillige und relativ publikumswirksame Filme auf die Leinwand bringt (Aufzeichnungen zu Kleidern und Städten, 1988/89; Bis ans Ende der Welt, 1991; In weiter Ferne, so nah!, 1993). Fassbinders ehemaliger Kameramann, der Österreicher Xaver Schwarzenberger, ist mit einfühlsamen, ästhetisch differenzierten Erzählfilmen wie Donauwalzer (1984) und Gewitter im Mai (1987) hervorgetreten, sowie mit der märchenhaften, leichthändig inszenierten Komödie Tafelspitz (1992). In Deutschland war der Nachwuchs in den neunziger Jahren auf dem Gebiet der Komödie auf höherem Niveau aktiv als in den beiden Jahrzehnten zuvor, wie Doris Dörrie (Männer, 1985; Keiner liebt mich, 1995) und Sönke Wortmann (Der bewegte Mann, 1994; Der Campus, 1997) zeigen.

7.9

Video und Kabelfernsehen als Konkurrenz des Kinofilmes

In den achtziger Jahren ist der Videomarkt beträchtlich expandiert, nicht zuletzt, weil die Fristen zwischen Kinostart und Videofreigabe auch bei großen Filmproduktionen immer kürzer wurden. Rechnet man die rasante Ausbreitung von Kabel- und Satellitenfernsehen hinzu, wo schon jetzt auf einer Vielzahl von Kanälen verhältnismäßig aktuelle Filme zu sehen sind, so scheint dem Kinofilm eine ähnliche Existenzkrise bevorzustehen wie in den fünfziger Jahren, als sich die Filmgesellschaften auf monumentale Breitwandfilme verlegten, um die Zuschauer zurück in die Kinosessel zu locken. Entsprechend geht heute der Trend weg von den Schachtelkinos der siebziger zurück zu den Kinopalästen der fünfziger Jahre. Mit großem Aufwand werden Kino- und „Erlebnis”-Zentren nach amerikanischem Muster errichtet, die den Zuschauer mit viel Komfort und ausgezeichneter Technik verwöhnen. So ist 100 Jahre nach seiner Entstehung der Film wieder dort angelangt, wo er begonnen hatte: beim Entertainment, und inwieweit sich der künstlerische Film in der Bilderflut einer multimedial bunt-vernetzten Welt der Zukunft behaupten kann, ist fraglich.

Siehe auch Filmfestspiele; Filmtechnik; Filmmusik; Filmproduktion; Trickfilm; Oscar; Golden Globe Award; Videofilm; Experimentalfilm. Weitere Informationen über einzelne Regisseure, Schauspieler und Drehbuchautoren finden Sie in relevanten biographischen Artikeln.

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