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Windows Live® Suchergebnisse TunisEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Tunis, in der Antike Tunes, Hauptstadt von Tunesien. Die Stadt liegt auf einer etwa drei Kilometer breiten Landzunge, die den See von Tunis, eine Brackwasserlagune im Osten und Nordosten, von der Sebkha Sedjoumi im Südosten trennt. Der Außenhafen La Goulette ist mit dem Stadthafen durch einen zehn Kilometer langen Kanal verbunden, aus dessen ausgehobenem Material eine Dammstaße über den See errichtet wurde.
Tunis ist das herausragende Wirtschaftszentrum des Landes, mehr als die Hälfte der gesamten tunesischen Industrieproduktion erfolgt in der Landeshauptstadt. Die wichtigsten Produktionsgüter sind vor allem Nahrungsmittel und Textilien sowie chemische Erzeugnisse, Metallwaren und Elektrogeräte. Auch Maschinenbau und die Herstellung von Papierwaren spielen eine Rolle. Tunis ist einer der bedeutendsten Messestandorte Nordafrikas. Der internationale Flughafen befindet sich acht Kilometer nördlich der Stadt.
Zwischen dem See von Tunis und der Sebkha Sedjoumi liegt die arabisch geprägte Altstadt (Medina). In ihr findet man viele Basare und zahlreiche Moscheen, wie die Große Moschee Djama es-Situna. Sie wurde 732 gegründet und 864 von den Aghlabiden vollendet, unter den Hafsiden und durch den späteren spanisch-maurischen Einfluss aber wiederum verändert; der Betsaal ist 15-schiffig und verfügt über eine Mihrabfassade. In der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten Altstadt befindet sich auch der Palast des Bey (des lokalen Herrschers), in dem heute ein Kunstmuseum und ein Museum mit Antiquitäten untergebracht sind, sowie die Moschee des Olivenbaumes (732 n. Chr.), die als islamische Universität diente. Die Neustadt weist europäischen Charakter auf. Die Universität von Tunis wurde 1960 gegründet. Im Westen liegt der Vorort Bardo mit dem gleichnamigen weltberühmten Museum. Im Nordosten befinden sich die Ruinen des antiken Karthago.
Tunis wurde wahrscheinlich als phönizische Siedlung im 6. Jahrhundert v. Chr. gegründet, stand aber in der Antike im Schatten des benachbarten Karthago. Zu jener Zeit war es wiederholt Stützpunkt für die Belagerer Karthagos. Zusammen mit Karthago wurde die Stadt 146 v. Chr. von den Römern erobert. Eine neue Blüte erlebte Tunis unter arabischer Herrschaft während des 7. Jahrhunders n. Chr. und unter der Dynastie der Hafsiden (1228-1574). Anschließend geriet die Stadt unter die Herrschaft des Osmanischen Reiches. Eine Mischung aus Handel und Piraterie prägte die Wirtschaft der Stadt während des 17. und 18. Jahrhunderts. Das moderne Tunis entstand zur Zeit des französischen Protektorats (1881-1956). Mit der Unabhängigkeit Tunesiens wurde Tunis 1957 Hauptstadt des Landes. Die Einwohnerzahl beträgt 1 996 000 (2003).
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