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Windows Live® Suchergebnisse Johannes XXIII. (Gegenpapst)Enzyklopädieartikel
Johannes XXIII. (Gegenpapst), zuvor Baldassare Cossa, (um 1370 bis 1419), Gegenpapst (1410-1415), den man zu den unwürdigsten Amtsträgern zählt. Baldassare Cossa entstammte einem neapolitanischen Adelshaus. Seine Karriere verdankte er der Herrschaft der Neapolitaner über das Papsttum in der Zeit des Großen Abendländischen Schismas. Papst Bonifatius IX., ebenfalls aus neapolitanischem Adel und wahrscheinlich mit Cossa verwandt, ernannte ihn nach Studium und Kanonikat in Bologna zum Archidiakon (1396) und Kardinallegaten von Bologna (1402), obwohl sich Cossas administrative und militärische Qualitäten mit Skrupellosigkeit, Habgier, Ehrgeiz und einem unmoralischen Lebenswandel paarten. Maßgeblich beteiligt war er am Zustandekommen des von Kardinälen beider Obödienzen besuchten Konzils von Pisa, auf welchem 1409 mit Alexander V. ein dritter Papst neben Gregor XII. und Benedikt XIII. gewählt wurde. Am 17. Mai 1410 wurde Cossa nach kurzem Konklave in Bologna zu Alexanders V. Nachfolger gewählt, weil er Ludwig II. von Anjou Unterstützung gegen König Ladislaus von Durazzo-Neapel zugesagt hatte, der im Namen Papst Gregors XII. Teile des Kirchenstaates besetzt hielt. Nach militärischem Scheitern einigte sich Johannes 1412 mit Ludwig, musste 1413 dennoch vor ihm nach Florenz fliehen und rief den römischen König Sigismund zu Hilfe. Auf dessen Betreiben rief Johannes 1414 das Konstanzer Konzil ein, auf dem er am 29. Mai 1415 abgesetzt wurde, weil er zwar nicht als unrechtmäßiger, aber doch als unwürdiger Papst galt. Seiner Absetzung hatte sich Ludwig durch Flucht zu entziehen versucht, war aber gefangen genommen und in den Gewahrsam des Kurfürsten Ludwig von der Pfalz gegeben worden. 1419 gegen ein hohes Lösegeld freigelassen, wurde er von Papst Martin V. zum Kardinalbischof von Tusculum ernannt; er starb jedoch schon wenig später, am 22. Dezember 1419, in Florenz.
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