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Windows Live® Suchergebnisse Audiovisuelle UnterrichtsmedienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Audiovisuelle Unterrichtsmedien, Geräte und Materialien mit optisch und/oder akustisch vermittelten Informationen, die zu Unterrichtszwecken eingesetzt werden. Informationsträger (Medien) können beispielsweise Dias, Filme, Fernseh- und Radiosendungen (Schulfunk), Video- und Audiocassetten, CDs und Schallplatten, Overhead-Projektionen sowie neuerdings Computer-Software (Multimedia) sein. Die dazugehörigen Wiedergabe- bzw. Aufnahmegeräte (Diaprojektor, Videorecorder, Sprachlabor, Kameras, Beamer usw.) gehören meist zum Inventar der Lehreinrichtung, während die Medien in der Regel von entsprechenden Organisationen entliehen oder gemietet werden können. Audiovisuelle Unterrichtsmedien können grundsätzlich in allen Bereichen des Lernens (Schule, Hochschule, Erwachsenenbildung, berufliche Aus- und Fortbildung) verwendet werden. Ihr zunehmender Einsatz spiegelt die fortschreitende technische Entwicklung wider, reagiert aber auch auf neue Erkenntnisse in der Theorie des Lernens (siehe pädagogische Psychologie). Speziell Multimedia bildet auch einen wichtigen Bereich moderner Museumspädagogik.
In den fünfziger und sechziger Jahren führten Entwicklungen in der Lernpsychologie, den Kommunikationswissenschaften und der Systemtheorie (Kybernetik) zur Erforschung des Unterrichtsprozesses, seiner Elemente und deren gegenseitiger Beziehungen. Im Zusammenspiel mit modernen pädagogischen Konzepten, die den klassischen Frontalunterricht ablösten, entstand die Methode des Unterrichts im Medienverbund, bei der zunächst vor allem Filme, Tonbänder und Overhead-Folien eingesetzt wurden. In der Praxis dient ihr Einsatz mehr der ergänzenden Bereicherung des konventionellen Unterrichts, als dass eine wirkliche Integration stattfindet. Euphorie (über die technischen Möglichkeiten) und Ernüchterung (über den tatsächlichen Lernerfolg) befinden sich bei der Nutzung audiovisueller Medien traditionell in einem kritischen Gleichgewicht, zumal viele Lehrkräfte sich im Umgang mit den Gerätschaften und ihrer sinnvollen Verwendung im Unterricht schwertun. Als Ursache hierfür können Defizite in der Lehreraus- und -fortbildung angesehen werden sowie die mangelhafte Integration technischer Medien in die Unterrichtstheorie. Als hemmend erweisen sich auch die zum Teil hohen Anschaffungskosten für Einrichtungen und Geräte. Dennoch wird in neuerer Zeit neben der Anschaffung von Computern die Einrichtung von Internet-Anschlüssen an Schulen und Hochschulen immer selbstverständlicher.
Lernpsychologische Untersuchungen zeigen, dass mit dem Einsatz audiovisueller Unterrichtsmedien Vorteile verbunden sein können. Lernen beruht auf der Wahrnehmung von Informationen aus der Umwelt. Ohne vorherige Wahrnehmung können die komplexeren Prozesse des Gedächtnisses und der Begriffsbildung nicht stattfinden. Man kann jedoch immer nur eine begrenzte Menge an Informationen zugleich aufnehmen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Informationen unter sonst gleichen Bedingungen besser aufgenommen werden, wenn dabei mehrere Sinne zugleich angesprochen werden. Neuere Untersuchungen haben allerdings auch gezeigt, dass die Wahrnehmung audiovisueller Inhalte beeinträchtigt werden kann, wenn etwa bei einer Fernsehsendung Bild und Ton nicht genau deckungsgleiche Informationen vermitteln (so genannte Text-Bild-Schere). Bei der Vorführung von Medien sind die Lernenden außerdem zur Passivität verurteilt, die generell ein Absinken der Aufmerksamkeit bewirkt. Anders sieht es mit interaktiven Medien aus, die den Lernenden zum weitgehend selbständigen Umgang mit den Lerninhalten auffordern und sich auch zum Selbststudium eignen.
Audiovisuelle Unterrichtsmedien ermöglichen den Lernenden Erfahrungen, die im klassischen Unterricht so nicht möglich wären. Darüber hinaus kann man mit Hilfe der Rundfunktechnik große Gebiete mit Lernprogrammen abdecken, so dass speziell in Gebieten mit schlechter Bildungsinfrastruktur mehr Menschen Zugang zu Unterricht und Bildung erhalten. Indien experimentiert beispielsweise damit, Unterrichtssendungen über Satellit auszustrahlen. In Großbritannien vermittelt die Open University (etwa: Fernuniversität) unter Einsatz von Radio, Fernsehen und mit Hilfe regionaler Studienzentren akademische Bildung. Auch in Frankreich, Kanada und Brasilien wird mit Hilfe audiovisueller Medien Wissen auch über große Entfernungen vermittelt. In Deutschland ist das 1967 in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk gegründete Telekolleg erwähnenswert, ein Verbundsystem aus Fernsehsendungen, schriftlichem Begleitmaterial und zu absolvierenden Prüfungen, das im Rahmen der Erwachsenenbildung (Zweiter Bildungsweg) zur Fachhochschulreife führt. Daneben werden von einigen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten auch Fernseh- und Radiobeiträge zur Verwendung im Schulunterricht ausgestrahlt (Schulfunk). Die mittlerweile auch in Privathaushalten weit verbreitete Computertechnik gibt dem Lernenden verbesserte Werkzeuge an die Hand. Auf Compact Discs (CD-ROM, CD-I und DVD) können große Datenmengen gespeichert werden, so z. B. ganze Enzyklopädien (wie etwa die Encarta von Microsoft) und spezielle Lernprogramme (Sprachen, Mathematik, Biologie usw.) mit einer multimedialen Mischung aus Texten, Tönen und Bildern. Lern-Software verbindet die Vorteile von Nachschlagewerken, Bildern, Filmen, Fernsehsendungen und des computerunterstützten Unterrichts. Noch sehr viel weitergehende Möglichkeiten bietet das Internet. Eine zunehmende Rolle spielt der Einsatz von Multimedia-CDs auch im Bereich der beruflichen Aus- und Fortbildung.
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