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Windows Live® Suchergebnisse UnfehlbarkeitEnzyklopädieartikel
Unfehlbarkeit, lateinisch Infallibilität, in der katholischen Theologie das Dogma der Irrtumsfreiheit der Gesamtkirche in ihrer Verkündigung. Obwohl es in der Regel in Zusammenhang mit der römisch-katholischen Kirche gebracht wird, gilt es auch in der orthodoxen Kirche, die die Beschlüsse der ökumenischen Konzile für unfehlbar erklärt. Die protestantischen Kirchen lehnen das Dogma mit der Begründung ab, nur Gott allein könne als unfehlbar bezeichnet werden. Die katholische Theologie geht von der Unfehlbarkeit der gesamten Kirche aus, sofern, angefangen bei den Bischöfen bis hin zu den Laien, eine allgemeine Übereinstimmung in Fragen des Glaubens und der Sittenlehre bestehe. Unfehlbarkeit in der Verkündigung der christlichen Lehre bezieht sich jedoch nur auf Personen und Gremien der Kirche, die ein Lehramt innehaben: (1) das gesamte Bischofskollegium im Einvernehmen mit dem Papst, dem Bischof von Rom, sofern es mit geistiger Einmütigkeit lehrt; (2) ein ökumenisches Konzil mit Zustimmung des Papstes; (3) unter bestimmten Umständen der Papst allein. Das 1. Vatikanische Konzil legte 1870 fest, unter welchen Voraussetzungen den Lehren des Papstes Unfehlbarkeit zukommt: (1) wenn er ex cathedra (lateinisch: vom Bischofsstuhl aus) spricht, d. h. in seiner offiziellen Funktion als Hirte und Lehrer; (2) wenn er mit der offenkundigen Absicht spricht, die Gesamtkirche auf die Anerkennung seines Lehrsatzes zu verpflichten; (3) wenn die Angelegenheit den Glauben oder die Sittenlehre betrifft, die aus apostolischer Zeit überliefert sind und als Teil der göttlichen Offenbarung gelehrt werden. Der Papst gilt jedoch nicht als unfehlbar in seinen persönlichen und privaten Ansichten. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in der römisch-katholischen Kirche lediglich zwei Dogmen ex cathedra verkündet: das Dogma der Unbefleckten Empfängnis 1854 durch Papst Pius IX. sowie das Dogma der Himmelfahrt Marias, der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel, durch Papst Pius XII. (1950). Zur Begründung der Unfehlbarkeit verweisen Verfechter des Dogmas auf Stellen der Heiligen Schrift, wie etwa die Abschiedsreden Jesu im Johannesevangelium (N. T., Johannes 14, 17; 15, 26; 16, 13). Sie vertreten die Auffassung, dass Gott, als letzter Quell der Unfehlbarkeit, der Gesamtkirche diese Gabe verliehen hat. Das 2. Vatikanische Konzil hält an dem Dogma der Unfehlbarkeit fest, strebt jedoch eine Einbindung des Papstes in das Kollegium der Bischöfe an. Innerhalb der katholischen Kirche hält die Diskussion um die Unfehlbarkeit an.
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