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Windows Live® Suchergebnisse Wilhelm DiltheyEnzyklopädieartikel
Wilhelm Dilthey (1833-1911), Geschichts- und Kulturphilosoph. Er ist einer der Hauptvertreter der Hermeneutik und führte die erkenntnistheoretische Methode in die Geisteswissenschaften ein (siehe Erkenntnistheorie). Dilthey wurde am 19. November 1833 in Biebrich (heute zu Wiesbaden gehörend) geboren. Nach einem Studium der Theologie und Philosophie in Heidelberg und Berlin lehrte er als Professor für Philosophie in Basel (1867/68), Kiel (1868-1871), Breslau (1871-1882) und Berlin (nach 1882). Dabei setzte er sein subjektives Konzept der Geisteswissenschaften gegen den naturwissenschaftlichen Bereich objektiver Erkenntnisse. Nach Dilthey sollten sich die Geisteswissenschaften mit der sozialen und historischen Wirklichkeit der menschlichen Erfahrungswelt befassen (historische Schule). Erkenntnis vollzieht sich im Bewusstsein geschichtlicher Entwicklung: Bedeutung wird erkannt, indem ein vorgegebenes, systematisiertes Ganzes (Institutionen, Wertvorstellungen, Konventionen, Kunstwerke) hinterfragt und bereits vorhandener Sinn rekonstruiert wird. Allein dieser Prozess macht dem Interpreten sein geschichtliches Wesen erfahrbar. Dieser auf Subjektivität bezogene Akt symbolischen Erkennens unterscheidet den Gegenstandsbereich der Geisteswissenschaften vom objektiv gültigen der Naturwissenschaft. Die Form der (hermeneutischen) Erkenntnis bezieht sich nach Ansicht Diltheys auf drei Aspekte menschlicher Kommunikation: auf Sprache, Handlung sowie auf Ausdrücke mimischer und gestischer Art. Neben seinen Arbeiten zur Literatur hatte Diltheys Erkenntniskonzept großen Einfluss auf die Entwicklung von Psychologie, Wissenschaftstheorie und Sozialwissenschaft im 20. Jahrhundert. Unter anderen wurden die Philosophen Edmund Husserl und Martin Heidegger sowie der Pädagoge und Kulturphilosoph Eduard Spranger von seiner Theorie beeinflusst. Dilthey starb am 1. Oktober 1911 in Seiz bei Bozen.
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