![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Microsoft CorporationEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Microsoft Corporation, weltweit operierendes US-amerikanisches Unternehmen, das zu den führenden Herstellern und Dienstleistern der Softwarebranche zählt; allein im Bereich Betriebssysteme für PCs ist Microsoft weltweit Marktführer. Der Hauptsitz des Unternehmens ist Redmond (Washington). Microsoft ist in über 85 Ländern mit Niederlassungen präsent und bietet seine Produkte und Dienstleistungen in mehr als 30 Sprachen an. Die Produktpalette erstreckt sich von Betriebssystemen für PCs über Lösungen für Client-Server-Umgebungen, Anwendungsprogramme für Unternehmen und private Nutzer bis hin zu Multimediaanwendungen, Internetplattformen und Entwicklertools. Außerdem gehören auch Onlineangebote (z. B. MSN), Fachbücher (MS Press) sowie Eingabegeräte dazu. Das Unternehmen ist seit Juni 1985 eine Aktiengesellschaft und seit März 1986 an der Börse notiert. Die Microsoft Deutschland GmbH wurde 1983 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Unterschleißheim. Sie ist Microsofts größtes Tochterunternehmen in Europa und für das Marketing in Deutschland zuständig. Für Österreich übernimmt diese Aufgabe die Microsoft Österreich GmbH (Hauptsitz Wien) und für die Schweiz die Microsoft Schweiz GmbH (Hauptsitz Zürich). Die Produktionsstätten für den europäischen Markt befinden sich in Irland.
Microsoft wurde 1975 von William H. Gates und Paul Allen in Albuquerque (New Mexico) gegründet. Nach Anfangserfolgen mit der Programmiersprache Microsoft BASIC wuchs das Unternehmen ab den achtziger Jahren durch den Vertrieb des Betriebssystems MS-DOS mit der graphischen Benutzeroberfläche Windows zum führenden Softwareanbieter für PCs heran; hier kam Microsoft vor allem die Zusammenarbeit mit IBM (bis 1991) zu Gute. 1981 verlegte das Unternehmen seinen Sitz nach Bellevue bei Seattle und 1986 in das nahe gelegene Redmond. Mit Windows 95 und den Nachfolgeprodukten (u. a. Windows 98, Windows 2000, Windows XP) konnte Microsoft seine Position als Marktführer für PC-Betriebssysteme kontinuierlich ausbauen. Ebenso trug das Softwarepaket Microsoft Office mit Textverarbeitungs- und Tabellenkalkulationsprogrammen zum Erfolg des Unternehmens bei. Der Konzern ist in drei Geschäftsbereiche gegliedert: (1) Zur Platforms and Services Division gehört vor allem das Geschäft mit den Betriebssystemen (Windows) und den Serverprodukten (SQL Server), ferner den Entwicklungstools (Visual Studio) sowie das Onlinegeschäft. (2) In die Microsoft Business Division fällt u. a. das Geschäft mit Produkten der Microsoft-Office-Familie. (3) Die Entertainment and Devices Division umfasst das Geschäft mit Betriebssystemen und Anwendungen für mobile Geräte wie PDAs (siehe Organizer) und Handys sowie das Geschäft mit Spielkonsolen der Reihe Xbox bzw. Xbox 360 inklusive zugehöriger Spielprogramme.
Bereits 1998 kam es zwischen Microsoft, einigen Konkurrenzunternehmen und dem US-Justizministerium zu einer Auseinandersetzung, die in ein Kartellrechtsverfahren mündete. Microsoft wurde vorgeworfen, mit nicht legalen Mitteln gegen Konkurrenten vorgegangen zu sein und seine quasi Monopolstellung bei Betriebssystemen für PCs zum Nachteil von Verbrauchern ausgenutzt zu haben. Nach einem Schuldspruch durch ein US-Gericht im Jahr 2001 konnte sich Microsoft mit dem US-Justizministerium außergerichtlich auf verschiedene Auflagen einigen. Allerdings schlossen sich neun der 18 klagenden US-Bundesstaaten dieser Einigung nicht an und forderten härtere Auflagen für das Unternehmen. So sollte Microsoft u. a. dazu verpflichtet werden, eine Basisversion des Betriebssystems Windows ohne eingearbeitete Software für andere Microsoft-Produkte anzubieten. Zur Erfüllung der 2001 gestellten Auflagen veröffentlichte Microsoft im August 2002 Teile des Quellcodes für das Betriebssystem Windows. Damit wurde es für andere Hersteller u. a. einfacher, Software für Windows zu entwickeln. Im November 2002 kam es zu einer weiteren außergerichtlichen Einigung, die weitere Auflagen enthielt. So werden z. B. PC-Herstellern größere Freiheiten bei der Installation von Software eingeräumt und einheitlichere Vertragsbedingungen gewährt. Zur Einhaltung des Abkommens wurde Microsoft ab 2002 fünf Jahre lang überwacht. Im August 2000 begann auch einen Kartellstreit zwischen Microsoft und der Europäischen Kommission. Die EU-Wettbewerbshüter warfen Microsoft vor, der Konzern habe seine marktbeherrschende Stellung bei Betriebssystemen für PCs auf Betriebssysteme für Server erweitert, und dies auf rechtswidrige Weise. Ferner sah die EU-Kommission auch Microsofts Praxis, Anwendungsprogramme mit dem Betriebssystem zu bündeln, als wettbewerbswidrig an. Außerdem sei Microsoft Windows so programmiert, dass es sich besser mit den eigenen Serverprogrammen vertrage als mit Konkurrenzprodukten. Im März 2004 verhängte die EU-Kommission ein Bußgeld in Höhe von 497 Millionen Euro gegen Microsoft. Außerdem sollte das Unternehmen binnen 120 Tagen die Schnittstellen von Windows offenlegen, die Wettbewerber benötigen, um das Zusammenspiel zwischen ihren Produkten und Windows verbessern zu können. Und Microsoft sollte innerhalb von 90 Tagen die Möglichkeit schaffen, das Windows-Betriebssystem auch ohne Windows Media Player zu erwerben; dieser Forderung kam das Unternehmen wenig später nach. Das Bußgeld bezahlte Microsoft nur unter Vorbehalt und reichte gegen die Forderungen Klage beim Europäischen Gericht erster Instanz ein. Den Antrag des Unternehmens, die Auflagen bis zum Abschluss des Hauptverfahrens auszusetzen, wies das Europäische Gericht erster Instanz im Dezember 2004 ab; die EU-Kommission stellte ihre Forderung nach Offenlegung der Windows-Schnittstellen aber vorläufig zurück. Im September 2007 bestätigte das Gericht erster Instanz die Entscheidung der EU-Kommission weitgehend, so etwa die Höhe des Bußgeldes und die Forderungen über die Schnittstellenoffenlegung. Für ungültig erklärte das Gericht dagegen die Kommissionsentscheidung, einen Treuhänder zur Überwachung der Auflagen einzuschalten. Microsoft kündigte an, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen.
Das Geschäftsjahr von Microsoft endet jeweils am 30. Juni. Im Geschäftsjahr 2006/07 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von über 51 Milliarden US-Dollar, das Vorjahresergebnis lag bei rund 44 Milliarden US-Dollar. Der Reingewinn belief sich auf etwa 14 Milliarden US-Dollar und nahm damit im Vergleich zum Vorjahr (12,6 Milliarden US-Dollar) zu. Ende Juni 2007 waren weltweit mehr als 78 000 Mitarbeiter bei Microsoft beschäftigt (Juni 2006: mehr als 71 000 Mitarbeiter).
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |