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Windows Live® Suchergebnisse IschtarEnzyklopädieartikel
Ischtar (auch Išhtar), Hauptgöttin der Babylonier und Assyrer (Ischtar, die Große Mutter), die als Göttin der Fruchtbarkeit, des Himmels, der Liebe und des Geschlechtslebens verehrt wurde (etwa durch die Tempelprostitution), aber auch als Göttin des Krieges sowie als Stadtbeschützerin. Die Sumerer nannten sie Inanna oder auch Innini, was sinngemäß soviel wie „Herrscherin des Himmels” bedeutet – die Babylonier übernahmen vieles aus der sumerischen Religion. Der Ischtar-Kult war in so gut wie allen Regionen der altsemitischen Welt verbreitet, wobei die Göttin in verschiedensten Bezeichnungen auftrat. So hieß sie im arabischen Raum Athtar, in Abyssinien (heute Äthiopien) Astar und in Kanaan sowie Israel Ashtart. Hauptkultstätten gab es in nahezu allen größeren Orten oder Städten (z. B. Mari, Ninive). Einer der Kultorte, das Heiligtum von Eanna (Haus des Himmels), befand sich in der Stadt Uruk. In den zahlreichen Mythen über Ischtar kommt es in manchen Fällen zu Überschneidungen – vieles ist nur noch schemenhaft vorhanden. Die Inhalte einiger Quellen sind uneinheitlich und widersprechen sich sogar. So gibt es beispielsweise unterschiedliche Berichte über ihr Geschlecht: Athtar und Astar waren männliche Götter. Ischtar von Uruk (in Südbabylonien) wurde als Göttin in Verbindung mit dem Abendstern verehrt, während Ischtar von Akkad (in Nordbabylonien) ein Gott war, der mit dem Morgenstern gleichgesetzt wurde. Einem Mythos zufolge wählte Anu, der Gottvater, Ischtar zu seiner Gemahlin und setzte sie in Form der Venus an den Himmel. Nach einem anderen Mythos war Anu ihr Vater und sie selbst mit dem Fruchtbarkeits- und Vegetationsgott Tammus verheiratet. Ischtar hatte als Göttin der Liebe zahlreiche Liebhaber und stürzte viele von ihnen ins Verderben. Dazu ein Beispiel: Einem babylonischen Mythos zufolge sollte Ischtar nicht nur im Himmel und auf Erden, sondern auch in der Unterwelt herrschen. Zu diesem Zweck steigt sie in die Unterwelt hinab, um mit ihrer Schwester Ereschkigal, der Herrin der Unterwelt, zu kämpfen. Ereschkigal (auch Ereškigal) überwältigt Ischtar, und alle Fruchtbarkeit auf Erden erlischt. Durch Eingreifen anderer Götter kommt Ischtar wieder frei, aber sie muss als Pfand ihren Gatten Tammus in die Unterwelt schicken. Diese Schicksal nutzt später Gilgamesch als Argument, Ischtars Liebe zurückzuweisen. Offensichtlich brachten Kaufleute den Ischtar-Kult z. B. nach Phönizien (siehe Astarte) und nach Karthago, aber auch nach Zypern und Kreta. Die Griechen setzten sie später mit Aphrodite gleich und verbanden einige Mythen um Ischtar mit ihren Mythen – so beispielsweise den Abstieg Ischtars in die Unterwelt mit der Geschichte des Adonis. Im Alten Testament wird Ischtar häufig unter der Bezeichnung Astarte bzw. Aschtoret (z. B. 1. Samuel 31,10) erwähnt. Der Kult wurde, wenn auch in immer kleinerem Rahmen, bis ins 4. Jahrhundert v. Chr. gepflegt – so in der Stadt Aphaka in Syrien. Siehe auch Babylonische Religion; Mesopotamien
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