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Kubanisch-Spanischer Krieg

Enzyklopädieartikel

Kubanisch-Spanischer Krieg, erster Unabhängigkeitskrieg Kubas gegen Spanien, der von 1868 bis 1878 dauerte und etwa 200 000 Opfer forderte. Zahlreiche Quellen machen verschiedene Faktoren für den Ausbruch dieses Krieges verantwortlich.

Innerhalb der kubanischen Bevölkerung gab es zu jener Zeit neben dem tiefen Graben zwischen Kreolen und Weißen auch unterschiedliche politische Strömungen. Im Zuge des Unabhängigkeitsbestrebens spanischer Kolonien in Amerika, standen 1826 nur noch Kuba und Puerto Rico unter spanischer Vorherrschaft. So gab es in Kuba eine Gruppe, die vor allem für die Unabhängigkeit des Landes kämpfte. Ein Vertreter dieser Richtung, der Plantagenbesitzer Carlos Manuel de Céspedes, forderte u. a. die Abschaffung der Sklaverei und das allgemeine Wahlrecht – Céspedes wurde zu einer tragenden Figur in diesem Krieg. Eine andere Gruppe wollte sich zwar von Spanien lösen, suchte aber eher eine Annäherung an die Vereinigten Staaten. Die dritte Gruppierung sprach sich zwar für politische und soziale Reformen aus, wollte jedoch im spanischen Reich bleiben.

Kurz vor Ausbruch der Rebellion herrschten in Kuba vor allem Korruption und Unterdrückung durch das Militär. Zusätzliche hohe Abgaben und Verschuldung ließen die Stimmen innerhalb der Bevölkerung nach Reformen immer lauter werden. Weil Spanien es strikt ablehnte, überhaupt in Kuba Reformen durchzuführen, rief Céspedes schließlich am 10. Oktober 1868 zum bewaffneten Widerstand auf. Am 20. April 1869 wurde in Bayamo eine republikanische Regierung gebildet, die sich vor allem für die Unabhängigkeit einsetzte. Die Vereinigten Staaten unterstützten die Freiheitskämpfer sowohl mit finanziellen als auch militärischen Mitteln. Die Gefechte, die sich fast ausschließlich auf den Osten Kubas beschränkten, nahmen immer brutalere Züge an und arteten in einen Guerillakrieg aus. Abscheuliche Gräueltaten seitens spanischer Freiwilligenverbände beantworteten die Truppen der Freiheitskämpfer mit nicht minder grausamen und blutigen Aktionen. Eine von vielen erhoffte Intervention der Vereinigten Staaten erschien zwar zum Greifen nahe, sie blieb jedoch aus.

Erst nach fast zehn Jahren Krieg kam es im Januar 1878 zum Waffenstillstand und schließlich wurde Mitte Februar 1878 der Vertrag von El Zanjón unterzeichnet. Neben Straffreiheit für alle Guerillakämpfer legte der Vertrag auch die schrittweise Freilassung der Sklaven, die Durchführung politischer Reformen sowie einen Autonomiestatus für Kuba fest. Die Tatsache, dass Spanien sich nicht in allen Punkten an den Vertrag hielt, führte zum Ausbruch des zweiten Unabhängigkeitskrieges Kubas (1895-1898) und zum Spanisch-Amerikanischen Krieg (1898).

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