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KlimaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Bedeutung; Klimaforschung; Klimatypen und Klimazonen; Entstehung; Klimageschichte; Klimabeeinflussung, Klimawandel, Klimaschutz
Klima wird durch zahlreiche Einflüsse geprägt; grob unterscheidet man natürliche und anthropogene Faktoren. Zu den anthropogenen, also vom Menschen beeinflussten Faktoren zählen die Art der Bebauung, das Vorhandensein von Industrie- und Verkehrsanlagen sowie die Nutzungsform. Unter den natürlichen klimatologischen Wirkungsfaktoren hat die geographische Breite mit den von ihr abhängigen Faktoren wie Sonnenhöhe, Strahlungsintensität und Tageslänge den größten Einfluss. Die regional und jahreszeitlich mehr oder minder intensive Zufuhr von Sonnenenergie erwärmt die Erdoberfläche unterschiedlich stark. Dies führt zur atmosphärischen Zirkulation (siehe Meteorologie), bei der Luftströmungen die Wärme und den Wasserdampf großräumig transportieren. Genetische Klimatypen sind daher häufig nach Winden benannt, wie das Monsunklima oder die Klimate der Zone polarer Ostwinde. Bezeichnungen wie „feuchte Ostküsten-Klimate” oder „trockene Westküsten-Klimate” drücken aus, dass auch Meeresströmungen großen Einfluss auf den Klimacharakter haben. Die Ostküsten der Kontinente werden oft von warmen Meeresströmungen passiert, über denen sich die Luft mit Wasserdampf anreichert. Dies ist z. B. beim Agulhasstrom vor der Südostküste Afrikas der Fall. Dort herrscht auf weite Strecken ein immerfeuchtes warmgemäßigtes Regenklima. Die Südwestküste Afrikas steht in vergleichbarer geographischer Breite hingegen unter dem Einfluss des kalten Benguelastroms, der eine stabile Schichtung der Luftmassen bewirkt und so eine intensivere Wolken- und Niederschlagsbildung verhindert. Die dort liegende Wüste Namib gehört daher zu den trockensten Gebieten der Erde (siehe Küstenwüste). Weitere klimatologische Wirkungsfaktoren sind z. B. die Art des Untergrundes (Wasser, Land) sowie der Boden und die Bodenbedeckung. Stark wird der Klimacharakter durch hohe Gebirge beeinflusst, die für Luftströmungen Barrieren darstellen. Sie erzeugen feuchte Luvseiten- und trockene Leeseiten-Klimate, die meist durch eine markante Klimascheide getrennt werden, wie etwa durch den Himalaya.
Klimazeugen der verschiedensten Art belegen, dass sich das Klima im Lauf der Erdgeschichte vielfach geändert hat. Dort, wo heute heiß-trockenes Klima herrscht, kann es z. B. vor Millionen von Jahren feucht oder sogar vergletschert gewesen sein. Für Mitteleuropa deuten die Untersuchungsergebnisse der Paläoklimatologie auf einen schroffen Wechsel von ausgeprägten humiden Klimaten (u. a. im Karbon und in der Kreide) und vorwiegend ariden Klimaten (u. a. im Perm und in der Trias) hin. Am besten ist die Klimageschichte des Känozoikums dokumentiert. Danach zeichnet sich das jüngste Zeitalter der Erdgeschichte weltweit durch zwar nicht stetige, aber deutliche Klimaänderungen aus. Das Klima wurde kühler und im Allgemeinen zugleich trockener. Zu Beginn des Tertiärs pendelten die durchschnittlichen Jahrestemperaturen z. B. in Mitteleuropa um 20 °C, am Ende lagen sie bei etwa 10 °C. Der Südwesten der USA erhielt vor rund 20 Millionen Jahren zum Teil mehr als 1 000 Millimeter Niederschlag pro Jahr, vor vier Millionen Jahren weniger als die Hälfte davon. Das Quartär war und ist eine Periode mit starken Klimaschwankungen. In den kältesten Abschnitten der Eiszeiten lagen die durchschnittlichen Jahrestemperaturen in Mittel- und Westeuropa mindestens 10 Grad unter den heutigen Werten. Dagegen war es zur Zeit des nacheiszeitlichen Klimaoptimums 2 bis 3 Grad wärmer als heute. Die Ursachen der Klimaänderungen und -schwankungen sind umstritten. Vermutlich treffen irdische klimatologische Wirkungsfaktoren wie Vulkanausbrüche oder großräumige Verlagerungen von Meeresströmungen und außerirdische Einflüsse wie Schwankungen in der Zufuhr von Sonnenenergie zusammen. In jüngster Zeit spielen darüber hinaus auch anthropogene klimatologische Wirkungsfaktoren eine Rolle.
Der Mensch ist in der Lage, das Klima zu verändern: absichtlich und unabsichtlich, kleinräumig und großräumig. Weit verbreitet sind z. B. Hecken als Maßnahmen des Windschutzes. Das Mikroklima im Einflussbereich dieser Gehölze unterscheidet sich klar von dem im offenen Agrarland. Im Obstbau werden häufig Frostschutzverfahren angewendet, etwa indem Kulturen während der Blütezeit in frostkalten Nächten beregnet und vereist werden: Das Wasser gibt seine Wärme an die Luft ab, und die sich bildende Eisschicht schützt die Pflanzen vor noch strengerer Kälte. Großräumiger können sich z. B. verstärkte Verdunstungen von Stauseen oder Bewässerungskulturen auswirken. Kaum noch bezweifelt wird die These, dass der Mensch durch den anthropogen verstärkten Treibhauseffekt den derzeitigen Klimawandel beschleunigt. Eine UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel schließt menschliche Aktivitäten ausdrücklich ein. Klimaschutz, ursprünglich als Schutz des Menschen vor ungünstigem Klima verstanden, bedeutet heute eher der Schutz des Klimas vor dem Menschen.
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