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Römische Mythologie

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Ingres: Jupiter und Thetis (1811)Ingres: Jupiter und Thetis (1811)
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Römische Tempel

Die Architektur der römischen Tempel wie auch ihre bloße Zahl spiegeln ebenfalls die Offenheit für alle Religionen wider. Der Tempel der Isis und des Sarapis auf dem Marsfeld, aus ägyptischen Baustoffen und im ägyptischen Stil errichtet, um dem hellenisierten Kult der ägyptischen Göttin Isis zu huldigen, ist kennzeichnend für die Verschiedenartigkeit der religiösen Denkmäler Roms. Eindrucksvolle Kultstätten waren der Tempel des Jupiter und das Pantheon. Der Jupiter-Tempel auf dem Kapitol wurde 509 vor unserer Zeitrechnung für die Trias Jupiter, Juno und Minerva eingeweiht. Ursprünglich im etruskischen Stil errichtet, wurde der Tempel in der Kaiserzeit mehrmals wieder aufgebaut oder restauriert und schließlich von den Vandalen im Jahr 455 n. Chr. zerstört. Das allen Göttern geweihte Pantheon wurde von 117 bis 138 n. Chr. unter Kaiser Hadrian errichtet und ersetzte einen kleineren Tempel, der unter General und Staatsmann Marcus Agrippa gebaut worden war. Im Jahr 607 wurde das Pantheon in eine christliche Kirche umgewandelt und ist heute ein italienisches Nationaldenkmal.

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Untergang der römischen Religion

Die Übertragung der anthropomorphen Eigenschaften der griechischen Götter auf die römische Religion und vielleicht noch mehr die weite Verbreitung der griechischen Philosophie unter gebildeten Römern führte zu einer zunehmenden Vernachlässigung der alten Riten, und im 1. Jahrhundert v. Chr. verfiel die religiöse Bedeutung der alten Priesterämter. Viele Männer, die aufgrund ihrer patrizischen Geburt zu diesen Riten aufgerufen waren, sahen hierin höchstens noch eine politische Notwendigkeit. Die Positionen des Pontifex oder Oberpriesters und des Auguren blieben aber weiterhin begehrte politische Ämter.

Eine durchgreifende Reform und Wiederherstellung des alten Systems wurde unter Kaiser Gaius Octavius Augustus durchgeführt. In den alten Ritualen wurde versucht eine Beziehung auf Gegenseitigkeit zu unsichtbaren Mächten herzustellen. Die Menschen erwiesen den Göttern einen angemessenen Dienst und wollten dafür mit einem Leben in Sicherheit belohnt werden.

Trotz der von Augustus eingeführten Reformen tendierte die römische Religion dazu, sich mehr und mehr auf das Kaiserhaus zu konzentrieren. Schließlich wurde der Kaiser nach seinem Tod unter die Staatsgötter aufgenommen. Eine solche Vergöttlichung setzte bereits vor der Gründung des Kaiserreiches mit Julius Caesar ein. Auch die Kaiser Augustus, Claudius, Vespasian und Titus Flavius Vespasianus wurden vergöttlicht, eine Ehrung, die den meisten Kaisern nach der Herrschaft von Marcus Cocceius Nerva (96-98 n. Chr.) zuteilwurde.

In der Kaiserzeit wurden zahlreiche fremde Kulte populär, die sich in zunehmendem Maße verbreiteten, wie die Anbetung der ägyptischen Göttin Isis und des persischen Gottes Mithras, wobei der Mithras-Kult in einigen Beziehungen dem Christentum ähnelte. Trotz der Verfolgungen, die sich von Neros Herrschaft auf die des Diokletian erstreckten, nahmen immer mehr Römer das Christentum an. Unter Konstantin dem Großen, der als Alleinherrscher von 324 bis 337 n. Chr. regierte, wurde das Christentum eine vom römischen Staat offiziell unterstützte Religion. Im Jahre 392 n. Chr. untersagte das Gesetz, das von Kaiser Theodosius I. erlassen worden war, endgültig jede Praktizierung jener Kulte, die jetzt als heidnisch angesehen wurden.

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