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Belgrad

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BelgradBelgrad
Artikelgliederung
1

Einleitung

Belgrad (serbokroatisch Beograd, deutsch: Weiße Burg), größte Stadt und Hauptstadt von Serbien, an der Mündung der Save in die Donau gelegen.

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Wirtschaft

Belgrad ist das größte Wirtschaftszentrum des Landes. Die wichtigsten Industriezweige sind Maschinen-, Fahrzeug- und Schiffsbau, daneben spielen Elektrotechnik, Nahrungsmittel- und Textilindustrie sowie die Herstellung von Keramik und pharmazeutischen Waren eine bedeutende Rolle. Die wichtigsten Industrieviertel der Stadt sind Železnik, Rakovica und Zemun. Belgrad ist ein herausragendes Messe- und Kongresszentrum (Sava-Kongresszentrum, 1977 im Stadtteil Novi Beograd eröffnet) und besitzt eine gute Infrastruktur mit gut ausgebautem Donauhafen und internationalem Flughafen. Die Stadt wurde durch die Bombenangriffe im April 1999 stark beschädigt und das Handelsembargo gegen Serbien wirtschaftlich stark zurückgeworfen.

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Stadtbild und Kultur

Im spitzen Mündungsabschnitt zwischen Save und Donau erhebt sich die Festungsanlage Kalemegdan (bereits in der Antike als römische Festung gegründet, seither vielfach umgebaut und erweitert) auf dem Ausläufer der Hügelkette der Šumadija. Gleich dahinter beginnt die Altstadt (Stari grad). In Belgrad haben ihren Sitz: der Patriarch der serbisch-orthodoxen Kirche, ein katholischer Erzbischof, die Serbische Akademie der Wissenschaften und Künste, die Universität (1863 gegründet), die Hochschule der Künste (1973 gegründet), eine technische Hochschule, eine medizinische Akademie sowie zahlreiche Forschungsinstitute (u. a. für Atomphysik, Astronomie und Meteorologie). Neben dem Regierungssitz sind in Belgrad auch die Nationalbibliothek, das Staatsarchiv, zahlreiche Museen (u. a. das Nationalmuseum, ein ethologisches Museum sowie das Museum der Modernen Künste) und ein Botanischer Garten ansässig.

Aus alter Zeit stammen der Römische Brunnen (15. Jahrhundert) und die Bajrakli-Moschee (17. Jahrhundert). Die heute noch erhaltenen Gebäude der Festung Kalemegdan stammen aus der Zeit zwischen 1717 und 1739. Die meisten Gebäude in Belgrad wurden im 19. und 20. Jahrhundert erbaut, z. B. die Erzengel-Michael-Kathedrale (1837-1845), das Alte Schloss (1882, heute Sitz des Stadtrats), der Palast der Fürstin Ljubica (1834), das Justizministerium (1893), das Offizierskasino (1895) und das Nationalmuseum (1903). Schöne Jugendstilbauten sind das Kaufhaus Kluz (1908) sowie das Hotel Moskwa (1906).

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Geschichte

Als älteste Siedlung Belgrads lassen sich keltische Baureste aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. nachweisen. An dieser Stelle errichteten die Römer im 1. Jahrhundert v. Chr. das Legionslager Singidunum, das wegen seiner strategischen Bedeutung an der Flussmündung lange von verschiedenen Völkern umkämpft war: Vom 3. bis zum 7. Jahrhundert war Belgrad von Kelten, Römern, Hunnen, Sarmaten und Goten beherrscht – anschließend von Byzantinern, Franken, Bulgaren und wieder von Byzantinern. Auch das ganze Mittelalter hindurch blieb diese Stadt hart umkämpft. Vom 12. bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts stand die Stadt nacheinander unter der Herrschaft byzantinischer Griechen, von Bulgaren, von Serben und von Ungarn. Die Türken eroberten die Stadt 1521 und nannten sie Darol-i-Jehad („Heimat der Glaubenskriege”). 1866 wurde Belgrad von der türkischen Besatzung befreit und verlor allmählich ihr orientalisches Gepräge. 1878 wurde Belgrad zur Hauptstadt des unabhängigen Serbien. Während des 1. Weltkrieges wurde die Stadt zweimal von österreichischen Truppen besetzt, nach Kriegsende 1919 Hauptstadt des neu gegründeten Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen (1929 umbenannt in Königreich Jugoslawien). Deutsche Truppen hielten die Stadt während des 2. Weltkrieges besetzt; nach Kriegsende wurde sie Hauptstadt der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien.

Belgrad wurde 1992, nach der Auflösung des alten Jugoslawien, Hauptstadt der neu gegründeten Föderativen Republik Jugoslawien und im Februar 2003 Hauptstadt ihres Nachfolgestaates, des Staatenbundes Serbien und Montenegro. Im April 1999 war Belgrad wiederholt Ziel bei Luftangriffen von NATO-Streitkräften. Die NATO hatte sich zu militärischen Einsätzen gegen strategisch wichtige Einrichtungen in Jugoslawien entschlossen, um auf die jugoslawische Regierung Druck auszuüben, eine Friedensregelung zur Beendigung des Kosovo-Konflikts anzunehmen.

Die Einwohnerzahl von Belgrad beträgt etwa 1,12 Millionen (2002).

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