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Augustiner

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Augustiner, religiöse Ordensgemeinschaften der römisch-katholischen Kirche, deren Regel von der ursprünglichen Ordensregel des heiligen Augustinus von Hippo abgeleitet wurde. Man unterscheidet zwischen den Augustiner-Chorherren und den Augustiner-Eremiten, wobei letzteren die Gemeinschaften der Augustinernonnen unterstehen. Auf den römischen Synoden von 1059 und 1063 wurde die Geistlichkeit ermahnt, eine einheitliche Regel einzuführen, die den Mönchstatus mit dem aktiven Leben in der Laiengemeinschaft vereinen solle. Das Armutsgebot, die Keuschheit und der Gehorsam solle aber auch weiterhin, jedoch ohne Abkehr von der Welt, befolgt werden. Daraufhin wurde von vielen Ordensregeln in der gesamten Christenwelt der Verzicht auf Besitztum und die Errichtung so genannter Mönchsgruppen eingeleitet, woraus sich die Grundlage für den Orden der Augustiner-Chorherren ergab. Bis Mitte des 12. Jahrhunderts hatten fast alle dieser Gemeinschaften die Regel des heiligen Augustinus eingeführt. Offiziell bestätigt wurde diese Regel durch das vierte Laterankonzil im Jahr 1215.

Die Augustiner-Eremiten bilden eine vollkommen unterschiedliche religiöse Gruppe, deren Ursprung sich bis ins 5. Jahrhundert zu den Eremiten Nordafrikas, die die Regel des heiligen Augustinus angenommen hatten, zurückverfolgen lässt. Nach dem Einfall der Vandalen in Nordafrika im Jahr 428 errichteten einige der flüchtigen Eremiten Mönchsgemeinschaften in Mittel- und Norditalien. Diese blieben unabhängig voneinander, bis sie im Jahr 1244 von Papst Innozenz IV. zu einem Orden vereinigt wurden. 1256 forderte sie Papst Alexander auf, ihre Abgeschiedenheit aufzugeben und ein aktives Leben in der Gesellschaft zu führen. Als Ergebnis bildete sich einer der großen mittelalterlichen Bettelorden (d. h. Mönche, die nur von Almosen leben) heraus, der für seine Rolle im kirchlichen und schulischen Leben bekannt wurde. Seine Mitglieder wurden in der Wissenschaft, Ausbildung und Mission tätig. Der Orden der Augustinernonnen wurde im Jahr 1264 gegründet, und sie lebten bis 1401 in strenger klösterlicher Abgeschiedenheit. Es gab auch Gemeinschaften von Augustinern, die von der strengen Einhaltung ihrer Ordensregel abwichen, was wiederum mehr als einmal zu Reformbewegungen führte. Einer dieser reformierten Augustinervereinigungen gehörte in Deutschland Martin Luther an, der später den Orden scharf kritisierte.

Die Vernichtung der Klöster in England durch Heinrich VIII. betraf auch all diejenigen, die sich im Besitz der Augustiner-Eremiten befunden hatten. Nach 1800 wurden die Augustiner in Frankreich, Spanien und Portugal vollkommen und in Italien und Süddeutschland teilweise ausgerottet. Heute gibt es in Europa und verschiedenen Teilen Amerikas etwa 100 Augustinergemeinschaften, die im Ausbildungs- und medizinischen Bereich tätig sind.

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