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  • Moostierchen – Wikipedia

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Moostierchen

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Krustenförmige MoostierchenkolonieKrustenförmige Moostierchenkolonie

Moostierchen, kleine, Kolonien bildende Wasserorganismen mit strudelnder Ernährungsweise. Vertreter dieser Tiergruppe sind teilweise im Süßwasser, überwiegend und mit einer großen Formenvielfalt aber im Meer anzutreffen.

Die Einzeltiere messen nicht einmal einen Millimeter und sind von einem chitinösen, teils auch verkalkten Gehäuse umgeben. Unter der Lupe erscheinen diese Gehäuse wie kleine Schachteln oder Kammern. Mittels vegetativer Fortpflanzung (Knospung) bilden sie oft mehrere Zentimeter große Tierstöcke von artspezifischer Gestalt: Moostierchenkolonien sind entweder elastisch oder starr und treten in der Form von Rasen, Krusten, Polstern, Bäumchen, Blättchen oder Netzen in Erscheinung. Aufgrund dieser Vielgestaltigkeit können manche Arten auf den ersten Blick mit Algen, Hydrozoenstöcken oder Korallen verwechselt werden.

Aus jeder Kammer einer Kolonie kann die Tentakelkrone (Lophophor) eines Einzeltieres hervorgestreckt und bei Störung wieder zurückgezogen werden – bei manchen Arten ist sogar ein Deckel vorhanden. Flimmerhärchen (Cilien) auf den ausgefahrenen Tentakeln erzeugen einen Wasserstrom, der auf das Mundfeld gerichtet ist und dann durch die Spalte zwischen den Tentakeln nach außen fließt. Nahrungspartikel werden auf Schleimbändern fixiert und zum Mund geleitet, der Gasaustausch erfolgt an der großen Oberfläche der Tentakelkrone.

In der Kammer befindet sich der Verdauungstrakt, der außerhalb des Lophophors in einen After mündet (Ectoprocta; im Gegensatz dazu sind Kelchwürmer Entoprocta), ein Rückziehmuskel für die empfindliche Tentakelkrone, manchmal ein „Kompensationssack”, die Gonaden und ein Coelomraum. Exkretionsorgane sind nicht vorhanden. Bei einer Gruppe von Moostierchen werden innerhalb einer Kolonie neben normalen Einzeltieren auch spezialisierte Strukturen gebildet, z. B. Brutkammern und vogelschnabelartige Verteidigungsorgane (Avicularien).

Systematische Einordnung: Die Moostierchen (Bryozoa, Ectoprocta) bilden mit über 4 500 beschriebenen Arten den artenreichsten Stamm in der Stammgruppe der Tentaculata. Je nach Rückzieh- bzw. Verschlussmechanismus werden innerhalb der Bryozoa vier Gruppen unterschieden: Lophopoda, Cyclostomata, Ctenostomata und Cheilostomata.

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