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Keramik

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Antike TonkrügeAntike Tonkrüge
Artikelgliederung
1

Einleitung

Keramik, (griechisch keramike techne: Töpferkunst), Gegenstände aus Ton, die durch Trocknen und Brennen in einem Ofen dauerhaft gehärtet werden. Die Art der Keramik wird durch die Zusammensetzung des Tones, die Verarbeitungsweise, die Brenntemperatur und die verwendeten Glasuren festgelegt. Da Keramik bei einer niedrigeren Temperatur als Porzellan gebrannt wird, erfolgt keine Verglasung.

2

Arten und Verfahren

Steingut (Irdenware) ist porös und wird normalerweise bei niedrigen Temperaturen von 900 bis 1 200 °C gebrannt. Je nach Art des Tones wird Steingut beim Brennen rot, braun oder schwarz. Erst durch eine Glasur wird es wasserfest. Steinzeug (Töpferware) wird bei Temperaturen von 1 200 bis 1 280 °C gebrannt. Es ist nicht porös, sehr hart, keramisch mit dem Porzellan verwandt, wasserfest und wesentlich widerstandsfähiger als Steingut. Der Ton wird weiß, grau oder rot. Baukeramik ist die Sammelbezeichnung für alle aus tonigen Rohstoffen hergestellten grobkeramischen Baumaterialien wie Ziegel, Klinker, Dachziegel, Schamotte, Bau- und Bodenplatten sowie keramische Rohre. Terrakotta werden unglasierte Tonwaren genannt.

2.1

Vorbereiten des Tones und Techniken der Formgebung

Der Keramiker kann grobkörnige Bestandteile aus der Tonmasse entfernen, um eine zarte Mattierung zu erreichen oder er kann eine bestimmte Menge grobkörnigen Materials hinzufügen, damit der Gegenstand beim Brennen seine Form besser hält. Keramiker, die feinkörnige Tone verwenden, „härten” den Ton gerne, indem sie grobkörnige Stoffe wie Sand, Steinchen, zerkleinerte Muschelschalen oder Topfscherben (gebrannten und gemahlenen Ton) zugeben, bevor sie ihn zu einer formbaren Masse kneten. Der Ton lässt sich flach ausrollen und dann an die Innen- oder Außenseite einer Form drücken. Diese Form kann ein Stein oder ein Korb sein, oder auch eine Form aus Ton oder Gips. Flüssiger Ton wird in Gipsformen gegossen. Ein Gefäß kann mit Hilfe der Aufbautechnik im Spiralgang geformt werden: hierfür wird der Ton zwischen den Handflächen zu langen Strängen gerollt, die einzelnen Stränge werden zu einem Ring, zur Bodenplatte, geformt, und die Gefäßwände werden durch aufeinandergelegte Stränge gebildet. Auch eine Tonkugel kann mit den Fingern in die gewünschte Form gebracht werden. Die wichtigste Technik ist aber das Drehen auf der Töpferscheibe.

Diese (im 4. Jahrtausend v. Chr. erfunden) ermöglicht es, einen Tonklumpen zu einem gleichmäßigen Gefäß zu formen. Das ursprünglich handbetriebene Gerät wurde in Europa im 16. Jahrhundert mit einem Schwungrad versehen, das mit den Füßen angetrieben werden konnte, im 19. Jahrhundert kam ein Fußpedal hinzu. Der Töpfer hatte so beide Hände zum Drehen frei. Im 20. Jahrhundert erreichte man durch einen Elektromotor höhere und zugleich regelmäßigere Drehgeschwindigkeiten.

2.2

Trocknen und Brennen

Damit sich der Ton rissfrei brennen lässt, muss er vor dem Brennen an der Luft getrocknet werden. Weiche Tonwaren werden bei Temperaturen von 650 bis 750 °C bei offenem Feuer gebrannt. Einfache Keramik wird heute noch so hergestellt. Die ersten Brennöfen wurden im 6. Jahrtausend v. Chr. benutzt. Der Brennvorgang muss sorgfältig überwacht werden. Verschiedene Effekte lassen sich durch eine Oxidationsflamme (durch Belüftung wird eine hohe Flamme erzeugt) oder durch Verminderung der Sauerstoffzufuhr (teilweises Absperren des in den Brennofen einströmenden Sauerstoffs) erreichen (Reduktionsflamme). Ein stark eisenhaltiger Ton wird z. B. in einem oxidierenden Feuer rot gebrannt, während er in einem Reduzierfeuer grau oder schwarz wird; im Reduzierfeuer wird das rote Eisenoxid des Tones (FeO2) chemisch in schwarzes Eisenoxid (Fe2O3) umgewandelt, da der Ton ein Sauerstoffatom an das sauerstoffarme Feuer abgibt.

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