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Gérard Depardieu (*1948), französischer Filmschauspieler. Seit den siebziger Jahren ist er einer der führenden Darsteller des französischen Films. Depardieu wurde am 27. Dezember 1948 in Châteauroux als Sohn eines Handwerkers geboren. Er besuchte die Hauptschule, wo er wegen einer Sprachstörung kaum Förderung erfuhr, und begann mit 13 Jahren eine Druckerlehre, die er jedoch nicht beendete; anschließend lebte er von Gelegenheitsjobs. 1965 ging er nach Paris, wo er sich für die Schauspielerei begeisterte. Er erhielt Schauspielunterricht bei Charles Dullin sowie Jean-Laurent Cochet und besuchte einen Logopäden, um seine Sprachstörung zu beseitigen. Nach ersten Engagements am Théâtre National erhielt Depardieu kleinere Rollen in Fernseh- und Kinofilmen, zumeist als Herumtreiber oder Gauner, in denen er zunehmend Aufmerksamkeit erregte. Seine ersten größeren Rollen übertrug ihm die Regisseurin Marguerite Duras, die vier Filme mit ihm drehte. Zu einem Jungstar des französischen Kinos avancierte er mit Bertrand Bliers Les valseuses (1973; Die Ausgebufften). Seither spielte der enorm wandlungsfähige Darsteller unter den profiliertesten Regisseuren Frankreichs vom Historienfilm bis zur Komödie in ganz unterschiedlichen Filmen, wobei er in den siebziger Jahren zumeist aggressive, chauvinistische Typen aus unteren sozialen Schichten verkörperte, etwa einen Verführer in Marco Ferreris L’Ultima donna (1976; Die letzte Frau). Für Bernardo Bertolucci stand er in dem zweiteiligen Epos Novecento (1975/76; 1900) vor der Kamera. Für seine Rolle in dem Melodram Le dernier métro (1980; Die letzte Métro), bei dem François Truffaut Regie führte, erhielt Depardieu einen César; dieser Film machte ihn international bekannt. Die Nationale Vereinigung der Filmkritiker wählte ihn 1983 für seine schauspielerische Leistung in den Titelrollen der Filme Le retour de Martin Guerre (1982; Die Wiederkehr des Martin Guerre) und Danton (1982; Danton, Regie Andrzej Wajda) zum besten Schauspieler, und bei den Filmfestspielen in Venedig wurde er 1985 für die Rolle des harten, einsamen Kriminalpolizisten in Police (1985; Der Bulle von Paris) als bester Darsteller ausgezeichnet. Aber auch seine komischen Auftritte in Filmen wie Les compères (1983; Zwei irre Spaßvögel) an der Seite von Pierre Richard fanden großen Beifall beim Publikum. Glänzende Kritiken erhielt er auch als Auguste Rodin in Camille Claudel (1988; Camille Claudel), einer Filmbiographie über die Bildhauerin Camille Claudel, dargestellt von Isabelle Adjani. Zu seiner Paraderolle wurde der Titelheld in Cyrano de Bergerac (1989; Cyrano de Bergerac, nach dem Theaterstück von Edmond de Rostand); der weltweite Erfolg dieses komödiantischen Historienfilms, der alle Dialoge in Versform darbietet, ebnete Depardieu den Weg nach Hollywood. Gleich seine erste amerikanische Produktion, die von Peter Weir inszenierte Liebeskomödie Green Card (1990; Green Card – Scheinehe mit Hindernissen), in der er der Partner von Andie MacDowell war, wurde sein größter Erfolg. Weitere Hollywood-Filme Depardieus waren Ridley Scotts 1492 – The Conquest of Paradise (1992; 1492 – Die Eroberung des Paradieses) über die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus, Kenneth Branaghs Shakespeare-Adaption Hamlet (1996; Hamlet), Norman Jewisons Familienkomödie Bogus (1996; Bogus, an der Seite von Whoopi Goldberg) und der Mantel-und-Degen-Film The Man in the Iron Mask (1997; Der Mann mit der eisernen Maske) nach Alexandre Dumas, in dem er neben Leonardo DiCaprio, Jeremy Irons und John Malkovich agierte. Seit Mitte der neunziger Jahre dreht Depardieu wieder vornehmlich in Frankreich. Seine eindrucksvolle physische Präsenz und seine prägnante Gestik machten ihn neben Jean Reno zum größten Filmstar seines Heimatlandes. Mit durchschnittlich drei Filmen pro Jahr zeigt er darüber hinaus einen bemerkenswerten Arbeitseifer. Zu einem Kassenschlager wurde die Realverfilmung eines Asterix-Comics unter dem Titel Astérix et Obélix contre César (1999; Asterix und Obelix gegen Caesar), die bis dahin teuerste Filmproduktion Europas, in der er den Obelix verkörperte; 2001 folgte das Sequel Astérix et Obélix: Mission Cléopâtre (Asterix und Obelix: Mission Cleopatra). Ende der neunziger Jahre wandte Depardieu sich neben der Kinoarbeit auch großen internationalen, meist hochkarätig besetzten Fernsehproduktionen zu: So spielte er in der vierteiligen Alexandre-Dumas-Verfilmung Le Comte de Monte Cristo (1998; Der Graf von Monte Christo, mit Ornella Muti), in der zweiteiligen Balzac-Biographie Balzac (1999; Balzac – Ein Leben voller Leidenschaft, mit Jeanne Moreau, Fanny Ardant und Katja Riemann), in der dreiteiligen Victor-Hugo-Verfilmung Les Miserables (2000; Les Miserables – Gefangene des Schicksals, mit John Malkovich) und in der vierteiligen Napoleon-Filmbiographie Napoleon (2002; Napoleon, mit Christian Clavier, Isabella Rossellini und John Malkovich), einer der aufwendigsten Fernsehproduktionen Europas. In dem Liebesdrama Un pont entre deux rives (1999; Die Brücke von Ambreville), in dem er selbst Regie führte, stand Depardieu zusammen mit Carole Bouquet vor der Kamera, die von 1997 bis 2005 seine Lebensgefährtin war. In dem erotischen Film Nathalie… (2003; Nathalie – Wen liebst du heute Nacht?) verkörpert er einen Geschäftsmann, der von seiner Frau mit Hilfe einer Prostituierten bespitzelt wird. Weitere erfolgreiche Arbeiten sind Boudu (2005; Boudu), eine Neuverfilmung des Jean-Renoir-Klassikers von 1932, und Bertrand Bliers Liebeskomödie Combien tu m’aimes? (2005; Wie sehr liebst du mich?). Depardieu veröffentlichte das autobiographische Buch Vivant! (2004; Ich liebe das Leben, das Leben liebt mich).
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