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Tertiär

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Geologische ZeittafelGeologische Zeittafel

Tertiär, in der geologischen Zeitrechnung Periode des Känozoikums.

Das Tertiär (benannt nach den „Montes tertiarii”, einer Bezeichnung aus dem 18. Jahrhundert für die oberitalienischen Alpen) begann vor etwa 65 Millionen Jahren und endete vor rund 1,6 Millionen Jahren. Es schließt einerseits an die Kreide des Mesozoikums an und andererseits an das Quartär. Das Tertiär wird in fünf Epochen unterteilt: Paläozän, Eozän, Oligozän (diese drei Epochen werden Alttertiär genannt) sowie Miozän und Pliozän (Jungtertiär). Im Lauf des Tertiärs bildete sich annähernd die heutige Verteilung von Land und Meer heraus. Neue und Alte Welt drifteten durch die Spreizung des Atlantiks weiter auseinander (siehe Plattentektonik). Durch die Kollision der Afrikanischen und der Indischen Platte mit der Eurasischen Platte verschwand die Tethys weitgehend, und die Gebirgsbildung der Alpen, des Himalayas und anderer so genannter alpidischer Faltengebirge erreichte ihren Höhepunkt. Indien wurde dadurch an den asiatischen Kontinent angeschweißt.

Das Tertiär war eine Periode mit intensivem Vulkanismus. Das Klima war im Tertiär zunächst weiterhin warm, im Eozän kam es zu einem Wärmemaximum. Danach kühlte es sich – erst langsam, im Pliozän hingegen schneller – ab. Das Klima des darauf folgenden Pleistozäns war von Eiszeiten geprägt. Die wichtigsten Leitfossilien in Meeressedimenten sind Muscheln und Schnecken, die eine enorme Vielfalt an Arten und Formen entwickelten; auch Seeigel, Foraminiferen und Plankton-Organismen spielen als Leitfossilien der Meere eine Rolle. Für das Festland sind Pollen, Blätter, Hölzer und Säugetiere als Leitfossilien von Bedeutung. Die Entwicklung der Bedecktsamer nahm im Tertiär einen dramatischen Aufschwung: Weit über 220 000 Arten sind aus dieser Periode überliefert. Vom Eozän bis zum Miozän gediehen Braunkohlewälder. Die aus Asien stammende so genannte arktotertiäre Flora mit sommergrünen Gehölzen bildet noch heute die Basis der europäischen Vegetation.

Das Tertiär gilt als Zeitalter der Säugetiere. Sie passten sich an alle Klimazonen und Lebensbereiche an, spezialisierten sich und nahmen rasch an Körpergröße zu. Nur wenige relativ kleine Arten dieser Tierklasse – Multituberculata und Beutelrattenartige – hatten die Zeitenwende zum Tertiär überlebt. Im Paläozän erschienen Insektenfresser, Urhuftiere, Raubtiere (die Gattung Arctocyon erreichte bereits Wolfsgröße), Primaten und Fledertiere. Im Alttertiär bestanden Landbrücken zwischen Europa und Nordamerika, die einen steten Austausch landbewohnender Arten ermöglichten. Einige Säugetiergruppen wie Wale, Delphine und Robben passten sich an ein Leben im Meer an. Von den Menschenaffen spalteten sich im Miozän die Hominiden ab (siehe Evolution des Menschen); das Tier-Mensch-Übergangsfeld fällt ins Pliozän. Unter den artenreich vertretenen Fischen spielten die Haie eine besondere Rolle. Die wichtigsten Reptilien sind Schildkröten und Krokodile. Amphibien sind aus dem Tertiär nur spärlich belegt.

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