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Windows Live® Suchergebnisse Modernismus (Theologie)Enzyklopädieartikel
Modernismus (Theologie), Bewegung in der katholischen Kirche, die am Ende des 19. Jahrhunderts einsetzte und danach strebte, Erkenntnisse der modernen Wissenschaften mit der kirchlichen Lehre zu vereinbaren. Gleichzeitig trat sie für innerkirchliche Reformen ein. Obwohl die unterschiedlichen Ansätze kein einheitliches System bildeten, bezeichnete sie Papst Pius X. im Jahr 1907 allgemein als Modernismus. Die Modernisten in der katholischen Kirche versuchten kirchliche Dogmen eher symbolisch als wörtlich zu verstehen. Zu den Führern dieser Gruppe zählten der irische Theologe George Tyrrell, der englische Theologe Baron Friedrich von Hügel und der französische Theologe und Orientalist Alfred Loisy. Der französische Philologe und Religionshistoriker Ernest Renan vertrat in seinem Werk Das Leben Jesu (1863) eine neue Theorie über das frühe Christentum. Darüber hinaus kritisierte der Modernismus den zentralistischen Aufbau der katholischen Kirche und forderte, theologische Veröffentlichungen von kirchlicher Überwachung zu befreien. Die Bewegung des Modernismus stieß bei der katholischen Kirche auf Ablehnung. Am 3. Juli 1907 erließ das Heilige Offizium die so genannte Lamentabili Sane. Dieser Erlass führte 65 modernistische Aussagen an, darunter 38 Bibelkritiken, und verurteilte sie als häretisch. Am 8. September desselben Jahres gab Papst Pius X. die Enzyklika Pascendi dominici gregis heraus. Sie beschrieb den Modernismus als „Sammelbecken aller Häresien”, als Bund zwischen Glauben und falscher Philosophie, der aus Neugier und Hochmut erwachsen wäre und den Geist des Ungehorsams schürte. 1910 wurde in einem Motuproprio (Bezeichnung für einen Verwaltungsakt, der auf die persönliche Initiative des Papstes zurückgeht), der Antimodernisteneid (Sacrorum Antistitum) erlassen. Dieser enthielt für alle Geistlichen, die in der Seelsorge und in der Lehre tätig waren, eine Verpflichtung auf alle wesentlichen Punkte der Enzyklika Pascendi, die den Modernismus verurteilten. Erst das 2. Vatikanische Konzil stand dem Modernismus nicht mehr völlig ablehnend gegenüber und versuchte seinem Anliegen nach einer erneuerten Lehre und kirchlichen Reformen gerecht zu werden.
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