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MadagaskarEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Physische Geographie; Bevölkerung; Bildung und Kultur; Verwaltung und Politik; Wirtschaft; Geschichte
Die wichtigsten politischen Parteien sind Tiako-i-madagasikara (TIM, „Ich liebe Madagaskar”) und Association pour la Renaissance de Madagascar (AREMA). Weitere Parteien sind: Leader Fanilo, People are judged by the work they do (AVI) sowie Rassemblement pour le Socialisme et la Démocratie (RPSD).
Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Einwohner von 287 US-Dollar zählt Madagaskar zu den ärmsten Ländern der Welt. Das Bruttoinlandsprodukt des gesamten Inselstaates beträgt 5,5 Milliarden US-Dollar (2006; Dienstleistungen 57,2 Prozent, Industrie 15,3 Prozent, Landwirtschaft 27,5 Prozent). Größter Arbeitgeber ist die Landwirtschaft, wo 78 Prozent aller Erwerbstätigen beschäftigt sind, gefolgt von 15 Prozent im Dienstleistungssektor und 7 Prozent in der Industrie. Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist der Tourismus, der etwa die Hälfte des Bruttoinlandsproduktes einbringt. Mittelfristig plant Madagaskar den Aufbau einer modernen Agroindustrie, z. B. mit dem Anbau nachwachsender Rohstoffe. Madagaskar ist seit 2005 Mitglied der Southern African Development Community (SADC).
Aufgrund des gebirgigen Terrains werden nur 6,1 Prozent des madagassischen Landes kultiviert, doch sind etwa drei Viertel der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt. Die Landwirtschaft wird von der Subsistenzwirtschaft dominiert, ackerbauliche Flächen werden traditionell durch Brandrodung gewonnen. Zu den Haupterntegütern für den Eigenbedarf zählen das Grundnahrungsmittel Reis sowie Maniok, Bohnen, Bananen, Mais, Süßkartoffeln, Kartoffeln und Taro. Madagaskar ist der größte Produzent von Vanille, die das Land vorwiegend exportiert; etwa 80 Prozent des weltweiten Angebots kommen aus Madagaskar. Weitere Anbauprodukte sind Kaffee, Gewürznelken, Zuckerrohr, Pfeffer, Sisal und Tabak. Zudem wird – in noch geringem Umfang – aus nachwachsenden Rohstoffen Kraftstoff gewonnen, wie etwa Biodiesel aus der Purgiernuss (Jatropha curcas), die zur Familie der Wolfsmilchgewächse gehört. Die Viehwirtschaft umfasst vorwiegend die Haltung von Rindern (Zebus), Ziegen und Schweinen.
In Madagaskar ist weniger die Holzindustrie als vielmehr der Brandrodungsfeldbau und die Gewinnung von Brennstoffen für die dramatische Zerstörung der Wälder verantwortlich; die jährliche Entwaldungsrate beträgt 0,42 Prozent (1990–2005). Kommerzieller Fischfang ist von Bedeutung, ein Großteil der jährlichen Fangmenge wird im Land konsumiert, während Garnelen und andere Meeresfrüchte vorwiegend in den Export gehen; insbesondere hochwertige Garnelen aus Madagaskar sind auf dem Weltmarkt gefragt.
Wichtige Bodenschätze Madagaskars sind neben Bauxit und Chromerzen titanhaltige Sande sowie Cobalt- und Nickelerze. Außerdem kommen Graphit, Eisenerz, Kohle, Kupfer- und Uranerze vor. Vor der Küste wurden 1980 Erdölvorkommen entdeckt. Zahlreiche Lagerstätten sind jedoch schwer zugänglich, weshalb die Ausbeutung von Bodenschätzen bislang nur wenig betrieben wurde oder gänzlich ausblieb. In größerem Umfang sind der Abbau von Titan, Cobalt und Nickel geplant. Wichtige Industriezweige sind die Textilindustrie und die Lebensmittelverarbeitung. Die Erdölraffinerien verarbeiten in erster Linie importiertes Erdöl, außerdem gewinnt die Fahrzeugmontage zunehmend an Bedeutung. Des Weiteren werden in geringem Umfang elektronische Geräte, Glas sowie Druck- und Tabakerzeugnisse hergestellt.
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