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Madagaskar

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Madagaskar (Flagge und Hymne)Madagaskar (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
6.4

Außenhandel und Währung

Neben Vanille, Garnelen und Meeresfrüchten gehören Textilien und Strickwaren zu den wichtigen Exportgütern Madagaskars. Ebenso in den Export gehen u. a. Kaffee, Zucker, Pfeffer sowie Chromerz und Erdölprodukte. Importiert werden vor allem Erdöl, Konsumgüter, Nahrungs- und Genussmittel, Maschinen und Fahrzeuge sowie chemische Erzeugnisse und Grundstoffe (z. B. Metalle). Haupthandelspartner sind Frankreich, China, Südafrika, Japan, die USA und Deutschland. Die Handelsbilanz ist negativ.

Die alte Währung, der Madagaskar-Franc, wurde im November 2004 durch den Madagaskar-Ariary (MGA) zu 5 Iraimbilanja ersetzt.

6.5

Verkehr und Energie

Antananarivo ist Mittelpunkt des madagassischen Verkehrsnetzes. Es gibt vier Eisenbahnlinien; das gesamte Eisenbahnnetz ist etwa 900 Kilometer lang. Das Straßennetz umfasst 49 827 Kilometer (1999), wobei 12 Prozent davon befestigt sind. Toamasina ist Haupthafen, über den 35 Prozent des Außenhandels des Landes abgewickelt werden. Andere Hafenstädte sind Mahajanga, Toliara und Antsiranana. Auf Madagaskar gibt es vier große Flughäfen, darunter den internationalen Flughafen bei Antananarivo. Ferner sind, mit Ausnahme einiger Orte der zentralen Hochebene, zahlreiche Städte mit kleineren Flugzeugen erreichbar; auf Madagaskar gibt es über 200 Landepisten. Air Madagascar ist die nationale Fluggesellschaft, die Ziele im In- und Ausland anfliegt.

66,1 Prozent der Elektrizität werden durch Wasserkraft und 33,9 Prozent durch Wärmekraft gewonnen (2003).

7

Geschichte

Die heutige Bevölkerung Madagaskars stammt vermutlich von verschiedenen, über die Jahrtausende hinweg eingewanderten Gruppen aus Indonesien, dem arabischen Raum und Afrika ab. Als erster Europäer landete der portugiesische Seefahrer Bartolomeu Diaz auf dem Weg nach Indien im Jahr 1500 auf der Insel. Im 16. Jahrhundert war Madagaskar in mehrere Königreiche gegliedert. Ab dem 16. und verstärkt im 17. Jahrhundert versuchten nacheinander Portugiesen, Engländer und Franzosen, Madagaskar in Besitz zu nehmen.

7.1

Französische Herrschaft

Die Franzosen fassten 1642 vorübergehend Fuß auf der Insel, wurden aber 1674 wieder vertrieben. Im 18. Jahrhundert erwarben sie schließlich einige Handelsstützpunkte an der Ostküste. Ihr Machtbereich war jedoch begrenzt, da das Königreich der Merina, eines Volksstamms malaiischen Ursprungs, in der zentralen Hochebene alle Expansionsversuche der Franzosen zurückwies. Beginnend mit den Eroberungen des Merina-Königs Andrianampoinimerina (1787-1810) wurde Madagaskar nach und nach weitgehend zu einem Staat vereinigt. Unter dem folgenden König, Radama I. (1810-1828), gewannen die Briten an Einfluss; britische Offiziere bildeten Merina-Truppen aus, und britische Missionare führten Schulen und das Christentum ein.

Nach dem Tod Radamas erhob sich Widerstand gegen die Europäer und ihre Kultur, die Reformen wurden rückgängig gemacht, Missionare verfolgt und die Handelsbeziehungen mit Großbritannien auf Eis gelegt. Unter Radama II. (1861-1863) wurden einige der früheren Reformen wiederbelebt, jedoch fiel der frankophile König nach nur zwei Jahren im Amt dem Attentat einer konservativen Gruppe zum Opfer. In der Folgezeit bestimmte Premierminister Rainilaiarivony die Geschicke des Landes und modernisierte es nach europäischem Vorbild umfassend u. a. mit dem Ziel, dadurch von europäischer Unterstützung und europäischen Beratern unabhängig zu werden. Dennoch musste Madagaskar 1885 ein französisches Protektorat anerkennen, und 1896, nach kriegerischen Auseinandersetzungen mit Frankreich, wurde die Insel französische Kolonie. Königin Ranavalona III. ging ins Exil und dankte ab.

In der Folgezeit erhob sich immer wieder Widerstand gegen die französische Herrschaft, der teilweise auch in gewalttätige Aufstände mündete, so etwa 1917. Zugleich bildeten sich Unabhängigkeitsbewegungen heraus. Nach der Niederlage Frankreichs im 2. Weltkrieg stellte sich Madagaskar auf die Seite der Vichy-Regierung, woraufhin im Mai 1942 Großbritannien die Insel besetzte, um eine Übernahme Madagaskars durch die Achsenmächte zu verhindern. 1943 übergab Großbritannien die Insel an das Freie Frankreich.

7.2

Unabhängigkeit

1946 wurde Madagaskar durch die Verfassung der IV. Republik in Frankreich Teil der Französischen Union, was aber an dem kolonialen Status und der Abhängigkeit Madagaskars von Frankreich wenig änderte. Im März 1947 brach ein bewaffneter Aufstand gegen die französische Herrschaft aus, den Frankreich brutal niederschlug. In der Folge verhängte Frankreich einerseits einen jahrelangen Ausnahmezustand über die Insel, bemühte sich andererseits aber auch um eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage.

In den fünfziger Jahren erweiterte Frankreich schrittweise die Selbstverwaltung der Insel. 1956 erhielt Madagaskar begrenzte Autonomie, und 1958 wurde es unter der Verfassung der V. Republik, die die Madagassen mit großer Mehrheit in einer Volksabstimmung gebilligt hatten, autonome Republik innerhalb der Französischen Gemeinschaft. Philibert Tsiranana, Führer der sozialdemokratischen Partei, wurde der erste Staatspräsident. Am 26. Juni 1960 wurde die Republik völlig unabhängig. Unter der Regierung Tsiranana, die sich eng an Frankreich orientierte, erlebte Madagaskar zunächst relativ stabile Zeiten, bis sich in den späten sechziger Jahren zunehmende Kritik an der fortgesetzten Abhängigkeit von Frankreich erhob. Streiks und Proteste zwangen Tsiranana schließlich 1972 zum Rücktritt.

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