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John Dryden

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John DrydenJohn Dryden
Artikelgliederung
1

Einleitung

John Dryden (1631-1700), englischer Schriftsteller. Er war der führende Dichter, Dramatiker und Kritiker der Restaurationszeit innerhalb der englischen Literatur. Die poetologischen Vor- und Nachworte seiner Werke bereiteten dem literarischen Klassizismus den Weg.

Dryden wurde am 9. August 1631 als Spross einer puritanischen Familie in Aldwincle bei Huntingdon geboren, besuchte die Westminster School und wechselte später zur Universität Cambridge über. Um 1657 wurde er in London Schreiber des Kämmerers des Lordprotektors Oliver Cromwell. (Drydens erste bedeutende – und extrem feierliche – Dichtung Heroic Stanzas von 1659 ist dem Andenken des im Jahr zuvor verstorbenen Cromwell gewidmet.) Nach der Restauration der Stuartmonarchie wandelte sich Dryden zum Royalisten und huldigte König Karl II. in den Gedichten Astraea redux (1660) und Panegyric on the Coronation (1661). 1663 heiratete er Lady Elizabeth Howard, die Schwester seines Gönners, des Höflings und Dramatikers Sir Robert Howard. 1668 wurde Dryden als erster Dichter offiziell in den Stand eines Poeta laureatus erhoben. Zwei Jahre später erhielt er ein Amt als königlicher Geschichtsschreiber.

Obgleich Dryden sich in seinem religiösen Lehrgedicht Religio Laici, or, A Layman’s Faith (1682; Die Religion eines Laien) klar zum Protestantismus bekannt hatte, trat er 1685 zum katholischen Glauben über. Dass in jenem Jahr mit König Jakob II. ein Anhänger des Katholizismus den Thron bestieg, mag ein Grund für die Konvertierung gewesen sein. In der darauf folgenden Zeit schrieb Dryden The Hind and the Panther (Die Hindin und der Panther), ein Werk mit allegorisch-satirischem Charakter zum Lob des Katholizismus, das 1687 veröffentlicht wurde. Nach der Glorious Revolution 1688 und während der Regierungszeit des protestantischen Königs Wilhelm III. blieb Dryden Katholik, verlor dadurch jedoch seine Position als Poeta laureatus und hatte keine finanziellen Zuwendungen mehr zu erwarten. 1699 schrieb er sein letztes Werk, das noch zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurde: Es waren dies metrische Paraphrasen von Werken von Homer, Ovid, Giovanni Boccaccio und Geoffrey Chaucer. Sie erschienen unter dem Titel Fables Ancient and Modern. Das Vorwort dieses Buches gilt als einer der wichtigsten Essays Drydens. Der Dichter starb am 1. Mai 1700 in London.

2

Werk

1662 begann Dryden mit der Produktion von Dramen. Seine ersten Stücke, darunter die Komödie The Wild Gallant (1663) waren wenig erfolgreich; mit der Tragikomödie The Rival Ladies (1664) jedoch gelang ihm der Durchbruch. Während der folgenden 20 Jahre entwickelte sich Dryden zum führenden Dramatiker Englands. In seinen Sittenkomödien, den so genannten Comedies of Manners, spiegeln sich die derben Sitten seiner Zeit; dazu gehören u. a. An Evening’s Love; or, The Mock Astrologer (1668), Ladies à la mode (1668; Damen nach der Mode) und Marriage à la mode (1672; Ehe nach der Mode). The Kind Keeper; or, Mr. Limberham (1678) wurde als so anstößig empfunden, dass man seine Aufführung verbot. Seine frühen heroischen Stücke (heroic plays), die in gereimten Couplets verfasst sind und ihre Vorbilder in William Shakespeare und Pierre Corneille haben, wirken heute allzu überladen. Zu ihnen zählt das Werk The Indian Queen, das er 1664 zusammen mit Sir Robert Howard schrieb und das Henry Purcell vertonte. Während dieser Zeit entstanden ferner die Dramen The Indian Emperor; or, The Conquest of Mexico by the Spanish (1665) und The Conquest of Granada by the Spaniards (1670; Die Eroberung Grenadas durch die Spanier). Eine später verfasste Tragödie Drydens in Blankversen ist All for Love; or, The World Well Lost (1678; Alles für die Liebe oder Eine Welt verloren, auch: Antonius und Kleopatra); diese Variation der Geschichte von Antonius und Kleopatra gilt als Drydens bedeutendstes Drama und zugleich als eines der wichtigsten Zeugnisse der Restaurationstragödie. In seinem Lehrgedicht Annus mirabilis (1667; Das Jahr der Wunder) besang Dryden die Ereignisse des „wundervollen Jahres” 1666, insbesondere Englands Sieg in der Seeschlacht gegen die Vereinigten Niederlande im Juli (siehe Englisch-Niederländische Seekriege) und das Londoner Großfeuer im September. 1668 schrieb der Dichter sein wichtigstes Prosastück Of Dramatic Poesie. An essay, mit dem er sich als Begründer der englischen Literaturkritik etablierte.

1681 entstand Drydens erste und zugleich beste politische Satire unter dem Titel Absalom and Achitophel (Absalom und Achitophel), eine meisterliche Parabel gegen Anthony Ashley Cooper, 1. Earl of Shaftesbury, geschrieben wiederum in heroic couplets (paarweise reimende fünffüßige Jamben). Anhand biblischer Gestalten und Geschichten stellt Dryden hierin den Versuch der Whigs dar, den Herzog von Monmouth statt des Herzogs von York (später König Jakob II.) als Nachfolger König Karls II. auf den Thron zu bringen. Weitere satirische Werke verfasste Dryden um 1682, darunter The Medall, A Satyre Against Sedition (Die Medaille, eine Satire gegen den Aufruhr), in dem er sich als Fortsetzung zu Absalom and Achitophel wiederum spöttisch-bissig gegen die Whigs wandte und das er gemeinsam mit dem Dichter und Dramatiker Nahum Tate schrieb. Die Verssatire Mac Flecknoe, in der Dryden seinen literarischen Gegner Thomas Shadwell abfertigte, inspirierte Alexander Pope zu seiner literarischen Satire Dunciad (Die Dunciade). In den darauf folgenden Jahren verfasste Dryden vorwiegend Dramen, die jedoch wenig erfolgreich waren. Daraufhin verlegte er sich auf das Übersetzen; so übertrug er beispielsweise Vergil ins Englische (The works of Virgil, 1697). Etwa zu gleicher Zeit entstand eine seiner berühmtesten Oden, Alexander’s feast (1697; Alexanderfest; 1736 von Georg Friedrich Händel vertont), die er – wie zuvor die Ode A song for Saint Cecilia’s Day (1687) – für eine Londoner Musikvereinigung verfasst hatte.

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