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Windows Live® Suchergebnisse Lothringen (Dynastie)Enzyklopädieartikel
Lothringen (Dynastie), bedeutendes Hochadelsgeschlecht, das seit der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts bis zu seiner Verbindung mit dem Haus Habsburg 1740 in Lothringen herrschte. Begründer der Dynastie war der elsässische Graf Gerhard (gestorben 1070), dessen Sohn Dietrich II. den Herzogstitel erbte. Titel und Besitz wurden ohne Unterbrechung in männlicher Erbfolge bis zu Karl II. (1365-1431) weitergegeben, der von 1391 bis 1431 als Herzog regierte. Karl verfügte in seinem Testament, dass das Herzogtum Lothringen nach seinem Tod an seine Tochter Isabella (ca. 1410 bis 1453), die Gemahlin von René I. von Anjou, übergehen sollte. Karls Neffe Anton von Vaudémont focht das Testament an, nahm René in der Schlacht von Bulgnéville gefangen und setzte ihn erst gegen Zahlung eines hohen Lösegeldes wieder auf freien Fuß. 1444 brachte König Karl VII. von Frankreich eine Übereinkunft zwischen beiden Parteien zustande: Renés älteste Tochter Jolante wurde mit einem Vaudémont und Renés zweite Tochter Margarete von Anjou mit König Heinrich VI. von England verheiratet. Von René II. (1451-1508), dem Enkel Renés I., ging die direkte Linie der Lothringer über acht Generationen bis zu Herzog Franz Stephan, dem späteren Kaiser Franz I., der 1736 Maria Theresia, die Erzherzogin von Österreich und Tochter Kaiser Karls VI., heiratete. Um zu vermeiden, dass Lothringen Teil des Heiligen Römischen Reiches würde, bot Ludwig XV. von Frankreich Franz Stephan das Herzogtum Toskana im Tausch gegen Lothringen an. Lothringen wurde dann an Ludwigs Schwiegervater Stanislaus I. Leszczyński, den entthronten König von Polen, mit übertragen unter der Bedingung, dass nach dessen Tod das Gebiet an Frankreich fallen sollte. Diese Vereinbarung wurde durch den Wiener Vertrag vom 18. November 1738 ratifiziert. Nach Stanislaus’ Tod 1766 kam Lothringen vertragsgemäß an Frankreich. Die direkte Linie des Hauses Lothringen erlosch mit Franz Stephans Bruder Karl Alexander.
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