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Bildhauerkunst

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Materialien und Techniken der BildhauerkunstMaterialien und Techniken der Bildhauerkunst
Artikelgliederung
1

Einleitung

Bildhauerkunst, die Kunst des Fertigens dreidimensionaler Körper (Skulpturen, Plastiken) aus festen Stoffen. Sie bildet neben Malerei und Graphik eine der drei klassischen Gattungen der bildenden Kunst. Unter einer Skulptur (lateinisch sculpere: „etwas herausmeißeln, -schnitzen, -schneiden”) im engeren Sinn versteht man ein aus Stein gemeißeltes oder aus Holz und anderen weicheren Materialien geschnitztes Kunstwerk, unter einer Plastik ein modelliertes oder gegossenes Werk (siehe Bauplastik).

2

Material und Techniken

Eine Skulptur kann aus nahezu jedem beliebigen organischen oder anorganischen Material gefertigt werden. Die entsprechenden Verfahren reichen zurück bis in das Altertum und haben sich bis heute kaum entscheidend verändert. Sie können nach dem angewandten Material wie Stein, Metall, Ton, Elfenbein oder Holz sowie nach der eingesetzten Bearbeitungstechnik, z. B. Meißeln, Schnitzen, Modellieren oder Gießen, unterschieden werden. Im 20. Jahrhundert wurde die Bildhauerkunst durch neue Techniken, z. B. Schweißen und Assemblage (Montage), sowie durch neue Materialien enorm bereichert.

2.1

Meißeln

Bei diesem zeitraubenden Verfahren, das mit äußerster Sorgfalt ausgeführt werden muss, nimmt der Künstler überflüssiges Material vom Block weg (d. h. er behaut ihn), bis die gewünschte Form erreicht ist. Das verwendete Material ist meist hart und schwer, die Gestaltung der Form ist in der Regel eher kompakt und wird von der Beschaffenheit des Materials bestimmt. Die schmalen Maße des Marmorblockes etwa, den Michelangelo für seinen David (1501-1504, Accademia, Florenz) verwendete, wirkten sich entscheidend auf die Pose der Figur aus und beschränkten ihre Auswärtsbewegung in den Raum.

Abhängig vom Material und der Bearbeitungsphase, in der sich das Werk befindet, verwendet man unterschiedliche Werkzeuge. Bei einem Steinblock wird die Grobbearbeitung der Form mitunter von einem assistierenden Künstler ausgeführt. Der Bildhauer fährt dann mit den feineren Schneide- und Meißelvorgängen fort. Je weiter die Arbeit fortschreitet, desto feinere Werkzeuge kommen zum Einsatz, z. B. Bogenbohrer und Raspeln. Die Endbearbeitung geschieht mit Feinraspeln. Zum Schluss wird das Stück mit Bimsstein oder Sand poliert und – falls eine hohe Oberflächenglätte erwünscht ist – mit durchsichtiger Patina auf Öl- oder Wachsbasis behandelt.

2.2

Modellieren

Beim Modellieren wird eine Form aus weichem Material erstellt. Dies ermöglicht dem Künstler ein rasches Arbeiten, so dass er auch flüchtige Eindrücke festhalten kann, ähnlich wie dies ein Maler in einer schnellen Skizze tut. Ton und tonähnliche Stoffe, die gebrannt werden, um Haltbarkeit zu erzielen, werden schon seit dem Altertum zum Modellieren verwendet.

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