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BildhauerkunstEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Eine weitere Möglichkeit, einer modellierten Figur eine dauerhafte Form zu verleihen, besteht darin, sie in Bronze oder einem anderen haltbaren Metall zu gießen. Dabei kommen zwei verschiedene Gusstechniken zum Einsatz: das Wachsausschmelzverfahren (Cire perdue) und der Sandguss. Beide Verfahren werden seit der Antike verwendet, wobei das Wachsausschmelzverfahren weiter verbreitet ist. Der Sandguss ist ein kompliziertes Verfahren, bei dem man aus feinem, gebundenem Sand, der mit einer geringen Menge Lehm vermischt ist, ein positives Modell und eine etwas größere, negative Form des Originals fertigt. In den Zwischenraum zwischen diesen beiden Formen gießt man geschmolzenes Metall, das dann aushärtet.
Diese Techniken haben ihren Ursprung in der Collage, einer Technik der Malerei. Pablo Picasso und Georges Braque schufen dreidimensionale Objekte aus Papier und Resten anderer Materialien. Solche Objekte wurden als Konstruktionen bezeichnet. Der Begriff Assemblage wurde von dem französischen Maler Jean Dubuffet geprägt. Er bezeichnete damit seine eigenen Werke, die aus Collagen entstanden.
Siehe afrikanische Kunst und Architektur; ägyptische Kunst und Architektur; chinesische Kunst und Architektur; indische Kunst und Architektur; islamische Kunst und Architektur; japanische Kunst und Architektur; koreanische Kunst und Architektur; Kunst und Architektur Ozeaniens; präkolumbianische Kunst und Architektur
Die frühesten Skulpturen aus Elfenbein, Horn, Knochen oder Stein sind zwischen 27 000 und 32 000 Jahre alt. Zu den Ausgrabungen aus prähistorischen Höhlen zählen weibliche Figurinen aus Stein, bei denen besonders die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale deutlich herausgearbeitet waren. Diese Figuren gelten als Darstellungen von Fruchtbarkeitsgöttinnen und werden deshalb als Venus-Figuren bezeichnet. Die berühmte Venus von Willendorf (etwa 30 000 bis 25 000 v. Chr., Naturhistorisches Museum, Wien) ist lediglich 11,5 Zentimeter groß und rot bemalt.
Die Bildhauerei der ägäischen Kultur umfasst minoische Statuetten von Göttinnen aus Terrakotta und Elfenbein sowie mykenische Skulpturen wie etwa kleine, aus Elfenbein geschnitzte Gottheiten. Die Griechen waren Meister der Steinmetzkunst und des Bronzegusses. Zwischen dem 7. und dem 1. Jahrhundert v. Chr. entstanden meist Monumentalskulpturen, in denen die Darstellung des menschlichen Körpers perfektioniert wurde. Griechische Künstler befreiten die Skulpturen schrittweise von ihrer Gebundenheit an die Architektur und ihrer schematischen Starre und entwickelten sie bis hin zur Freiplastik, die von allen Seiten betrachtet werden kann. Die Differenzierung nach Spielbein und Standbein war das wichtigste Gestaltungsmerkmal dieser Plastiken (siehe Kontrapost). Die berühmtesten Bildhauer dieser Zeit waren Phidias, Polyklet, Praxiteles und Lysipp. Beachtlich sind die architektonischen Skulpturen für den Parthenon auf der Akropolis von Athen, etwa die Drei Göttinnen aus dem Ostgiebel (Britisches Museum, London), deren Gewänder sich in üppigem Faltenwurf um die liegenden Körper der Figuren schmiegen. In der hellenistischen Periode (4.-1. Jahrhundert v. Chr.) erhielten die Skulpturen erstmals differenzierte Gesichtszüge und wurden in komplizierten Posen dargestellt. Die Nike von Samothrake, die geflügelt dargestellte Göttin des Sieges (etwa 190 v. Chr.; Louvre, Paris), ist ein besonders dramatisch gestaltetes Meisterwerk dieser Epoche. Siehe ägäische Kultur; griechische Kunst und Architektur
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