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BildhauerkunstEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Der Manierismus, der aus der Komplexität, Verzerrung und Künstlichkeit eine Tugend machte, hatte seine Wurzeln in der Spätrenaissance.
Zu den herausragenden Bildhauern des italienischen Manierismus gehören Benvenuto Cellini, Francesco Primaticcio und Giambologna. Der Schule von Fontainebleau, einer Künstlergruppe, die für den französischen Hof arbeitete, gehörte auch Primaticcio an, dessen komplizierte Stuckaturen (um 1535) die Räume von Schloss Fontainebleau zieren. Giambologna, ein italienischer Künstler flämischer Herkunft, war Ende des 16. Jahrhunderts der wichtigste in Florenz tätige Bildhauer. Zu seinen Hauptwerken gehört Der Raub der Sabinerinnen (1579-1583, Loggia dei Lanzi, Florenz), eine überlebensgroße Marmorgruppe aus drei Figuren, die sich in die Höhe winden und in ihrer dramatischen Allansichtigkeit das manieristische Ideal der Figura serpentinata vollendet zum Ausdruck bringen.
Die Bildhauer im Frankreich des 16. Jahrhunderts waren stark vom Manierismus der Schule von Fontainebleau beeinflusst. Jean Goujon, der ebenso wie Germain Pilon zahlreiche Grabskulpturen schuf, wurde besonders durch seine Reliefs mit Darstellungen anmutiger Wassernymphen für die Fontaine des Innocents (1548/49, Louvre, Paris) bekannt.
Die Zeit des Barock ist durch eine intensive Dynamik in der Inszenierung von Räumen gekennzeichnet. Der kleinformige, dekorative Stil, der sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts durchsetzte und in Frankreich entstand, wird als Rokoko bezeichnet.
Der Maler und Bildhauer Gian Lorenzo Bernini war der herausragende Repräsentant der italienischen Barockskulptur. Berninis Werke sind hochdramatisch, die Tiefe ihres emotionalen Ausdrucks entsprach dem leidenschaftlichen Geist der Gegenreformation. Alle Werke Berninis zeichnen sich durch ein intensives Wechselspiel von Licht, Schatten und Bewegung aus. Seine Skulptur Apoll und Daphne (1622-1624, Galleria Borghese, Rom) beweist seine technische Virtuosität bei der Bearbeitung von Marmor. Sein bedeutendstes Werk der religiösen Plastik ist die Cappella Cornaro in Santa Maria della Vittoria in Rom mit der spektakulären Verzückung der heiligen Teresa von Avila (1645-1652).
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