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BildhauerkunstEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Ende der sechziger Jahre befassten sich eine Reihe amerikanischer Bildhauer mit den so genannten Earthworks, Raumskulpturen in natürlicher Umgebung. Hierzu gehörten Robert Morris, Michael Heizer und Robert Smithson. Sie alle gaben die Arbeit im Studio auf, um in der Natur geologische Strukturen und Mineralien zu erkunden. Ein eindrucksvolles Projekt dieser Richtung war Smithsons Spiral Jetty, eine 4,6 Meter dicke Spirale aus Fels, Salzkristallen, Erde und Algen, die 457 Meter weit in den Great Salt Lake (US-Bundesstaat Utah) hineinreichte. Dieses Werk wurde 1970 fertig gestellt, ist heute jedoch nicht mehr sichtbar, da es auf natürliche Weise vom Wasser überflutet wurde.
Seit den sechziger Jahren verwenden Bildhauer eine Vielzahl von Materialien, Medien und Stilen. Der Engländer Anthony Caro z. B. baut kraftvolle Metallkonstruktionen, die in der Regel um eine horizontale Achse zentriert sind. Zu den amerikanischen Künstlern, die Monumentalskulpturen aus Metall fertigen, gehören George Rickey mit seinen komplizierten Strukturen aus rostfreiem Stahl, die sich im Wind bewegen, und Richard Serra, der enorme Freiluftstrukturen aus Stahl baut, etwa den 61 Meter hohen St. John’s Rotary Arc (1980) an der Ausfahrt des Holland-Tunnels unter dem Hudson River. Skulpturen aus künstlichem Licht stammen von der amerikanischen Bildhauerin Chryssa, die mit Neonröhren arbeitet, und Dan Flavin, der leere Räume durch den Einsatz von Leuchtstoffröhren definiert. Andere amerikanische Künstler, etwa Donald Judd und Sol LeWitt, gestalten Kunstwerke durch die mehrmalige Verwendung gleicher Einheiten mit standardisierten Dimensionen in absoluter Symmetrie. Judd, ein Minimalist, arbeitet mit massiven Formen, wie in Untitled (1965, Musée National d’Art Moderne, Paris). LeWitt, ein Pionier der konzeptionellen Kunst, fertigt würfelförmige Leerräume, die durch schlanke Aluminiumkonturen definiert werden, z. B. in Nine-Part Modular Cube (1977, Art Institute of Chicago, Illinois). Die Conceptart (auch Conceptual art oder Konzeptkunst), eine der Hauptströmungen in den siebziger Jahren, war stark von den Werken und Abhandlungen Duchamps beeinflusst. Ihr Ziel war es, losgelöst vom materiellen Kunstwerk, die Ideen des Künstlers als geistiges Konzept in den Vordergrund zu stellen. So löste sich diese Kunstform oft ganz von der körperlichen Darstellung konkreter Objekte und entwickelte sich zur Performanceart, der Aktionskunst. Der einflussreichste Konzeptkünstler der Gegenwart war Joseph Beuys, der in seinen Kunstobjekten und öffentlichen Aktionen die deutsche Nachkriegsgesellschaft kommentierte. In den achtziger Jahren begannen sich die Bildhauer von der Strenge und Kargheit des Minimalismus und des Konzeptualismus abzuwenden. Organische und exzentrische Formen tauchten wieder auf und leiteten eine Strömung der Bildhauerei ein, die als Postmoderne oder Post-Minimalismus bezeichnet wird. Gegenständliche Motive sind beispielsweise in den einfachen, kleinen Kunstwerken von Joel Shapiro zu finden. Siehe Volkskunst; Bildhauerzeichnung
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