![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Seite 6 von 7
Sri LankaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Die Industrie spielt in Sri Lanka eine untergeordnete Rolle, sie macht 27,1 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts des Landes aus (2006). Die bedeutenderen Industrieunternehmen, von denen sich die meisten ganz oder zum Teil in staatlicher Hand befinden, sind neben einer Erdölraffinerie eine Reifenfabrik und ein Stahlwerk. Daneben werden Zement, Textilien, Kleidung, Zucker, Zigaretten, Papier- und Lederwaren, elektronische Anlagen und chemische Erzeugnisse hergestellt.
Die Währung Sri Lankas ist die Sri-Lanka-Rupie, die sich aus 100 Sri-Lanka-Cents zusammensetzt. Importiert werden hauptsächlich Industrieprodukte, Maschinen und Transportausrüstungen sowie Nahrungsmittel. Sri Lankas wichtigste Handelspartner sind Japan, Großbritannien, die Vereinigten Staaten, Deutschland, Iran und Indien.
Die meisten Regionen der Insel werden durch das etwa 97 286 Kilometer lange Straßennetz gut erschlossen (2003). 81 Prozent der Straßen sind asphaltiert. Das Schienennetz hat insgesamt eine Länge von 1 449 Kilometern (2003). Sri Lanka besitzt drei internationale Flughäfen. Die staatliche Fluggesellschaft Air Lanka fliegt sowohl inländische als auch ausländische Ziele an.
Archäologische Funde belegen, dass Sri Lanka schon im Neolithikum (ca. 6000-3500 v. Chr.) von Sammlern und Reisbauern bevölkert war. Ureinwohner der Insel sind die inzwischen auf wenige tausend Individuen dezimierten Wedda, die genetisch mit den australischen Aborigines verwandt sind. Im Zuge verschiedener Einwanderungswellen, die von Indien her Sri Lanka erreichten, wurden sie in die ariden Zonen der Insel zurückgedrängt. Vermutlich im 3. Jahrtausend v. Chr. erreichten Draviden die Insel. Dieses dunkelhäutige Bauernvolk, von dem die so genannten Ceylon-Tamilen abstammen, musste seinerseits 2 500 Jahre später vor den Ariern, einem hellhäutigen indoeuropäischen Nomadenvolk, das bereits über Eisenwaffen verfügte, nach Süden und Osten ausweichen. Da die Nachkommen der zugewanderten Arier ihre Herkunft auf einen König zurückführen, der Sohn eines Löwen (singh) gewesen sein soll, nennen sie sich Singhalesen.
In der Zeit vor der Eroberung durch die Europäer präsentiert sich die Geschichte Sri Lankas als eine Abfolge von rivalisierenden lokalen Fürstentümern und überregionalen Königreichen. Ihr Aufstieg und Zerfall war weniger in ethnisch-religiösen als in dynastischen Machtkämpfen begründet oder Folge von Invasionen. Dennoch schufen die Singhalesen, seit im 3. Jahrhundert v. Chr. der Buddhismus die Insel erfasste, eine hoch entwickelte Kultur. 1505 landeten portugiesische Eroberer auf der Insel, gefolgt von Holländern 1655 und schließlich Engländern, die die Insel 1796 zur Kronkolonie Ceylon machten – mit Ausnahme des Königreiches Kandy, das sich Großbritannien erst 1815 einverleiben konnte. Der Widerstand gegen Ausbeutung und Unterdrückung durch die Kolonialherren ließ nicht lange auf sich warten. 1818 und 1848 kam es zu ersten großen Aufständen, die blutig niedergeschlagen wurden. Bereits in britischer Zeit führten religiöse und soziale Gegensätze mehrmals zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Singhalesen und der tamilischen Minderheit. Dies nicht zuletzt deshalb, weil es die Kolonialherren stets verstanden, die Volksgruppen gegeneinander auszuspielen – beispielsweise durch die Einfuhr von Indien-Tamilen als Arbeitskräfte –, um den zivilen Ungehorsam der einheimischen Plantagenarbeiter zu hintertreiben. Doch in ihrem Kampf um Selbstbestimmung zogen die Volksgruppen mehr oder minder an einem Strang, wenn auch deren anfängliches Bündnis, der 1919 formierte Ceylon National Congress (CNC), schon nach drei Jahren an Auseinandersetzungen um Macht und Einfluss zerbrach. In dieser Zeit bildeten sich drei große Parteien heraus: die singhalesische United National Party (UNP), der Tamil Congress (TC), der die Interessen der Ceylon-Tamilen vertrat, und der Ceylon Indian Congress (CIC) als Organisation der Indien-Tamilen.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |