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TasmanienEnzyklopädieartikel
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Landwirtschaft wird vor allem in den Küstenniederungen betrieben. Wolle, Hopfen, Gemüse, Rindfleisch und Milchprodukte sind traditionell wichtige Bestandteile der tasmanischen Wirtschaft. Der Aufschwung beim Silber- und Kupferabbau im Westen Tasmaniens glich die Auswirkungen der Depression in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts ein wenig aus, aber mit dem Anschluss an Australien sank die Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft. Nach 1945 wurde durch den Bau großer Wasserkraftwerke vor allem an Derwent, Forth und Mersey die Industrialisierung vorangetrieben. Auch der Bergbau entwickelte sich. Neben Silber und Kupfer werden Eisen-, Blei- und Zinkerz sowie Wolfram abgebaut. In den letzten zwanzig Jahren ist auch die holzverarbeitende Industrie gewachsen. Sowohl die Pläne zur Ausnutzung der Wasserkraft als auch die Holzindustrie standen im Mittelpunkt heftiger Auseinandersetzungen mit Naturschützern. Der Fremdenverkehr ist ebenfalls eine wichtige Einkommensquelle. Die vielen Nationalparks und die ehemalige Strafkolonie Port Arthur sind beliebte Anziehungspunkte. Trotz der breiten Auffächerung ist die Wirtschaft Tasmaniens im Vergleich zu den festländischen Bundesstaaten wenig entwickelt. Fehlende Arbeitsplätze sind der Hauptgrund für die anhaltende Abwanderung von Arbeitskräften in andere australische Staaten.
Vor etwa 35 000 Jahren überquerten Aborigines, von Norden kommend, die Landbrücke nach Tasmanien. Durch die Überflutung der Bass-Ebene nach dem Ende der letzten Eiszeit vor circa 10 000 Jahren entstand die flache Bass-Straße, und die Aborigines von Tasmanien und dem australischen Festland wurden voneinander getrennt. Ab 1600 sichteten Europäer mehrfach die Insel und gingen auch an Land. Die offizielle britische Landung bei Risdon Cove (Hobart) durch Lieutenant John Bowen in Begleitung von 29 Sträflingen, acht Soldaten und zehn freien Siedlern fand 1803 statt. Während der folgenden 50 Jahre wurde Tasmanien als Strafkolonie genutzt. Auf dem Höhepunkt dieser Zeit kamen hier 1842 mehr als 5 300 Sträflinge an. Mit dem Ende der Deportationen 1853 wurde der Weg für die Selbstbestimmung der Insel 1856 bereitet. Tasmanien war immer anfällig für wirtschaftlichen Rückgang und Bevölkerungsschwund durch Auswanderung auf das Festland. Dies gilt auch für das 20. Jahrhundert, in dem sich Phasen wirtschaftlichen Wachstums und der Stagnation ablösten. Seit der Eingliederung in den Australischen Bund 1901 ist Tasmanien von dessen finanzieller Unterstützung abhängig.
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