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Windows Live® Suchergebnisse LuchseEnzyklopädieartikel
Luchse, in den gemäßigten und subarktischen Regionen der nördlichen Hemisphäre verbreitete Gattung großer Katzen mit vier Arten. Luchse sind kräftige Raubtiere mit relativ langen Beinen und dicken Pfoten. Sie erreichen Kopfrumpflängen von etwa 65 bis 110 Zentimetern, haben ein dichtes, weiches, gelbgrau, braungrau oder rotbraun gefärbtes Fell mit schwarzen Punkten und Streifen sowie einen kurzen Schwanz mit schwarzer Spitze. Die Ohrspitzen werden zumeist von gut zwei Zentimeter langen Haarbüscheln überragt, die zur Schallortung beitragen. Luchse sind geschickte Kletterer. Ihrer Beute, vor allem Säugetiere, lauern sie auf, oder sie pirschen sich bis auf wenige Meter an sie heran, um dann im Überraschungsangriff zuzuschlagen. Luchse bilden Territorien von etwa zehn bis zu mehreren hundert Quadratkilometer Größe. Außerhalb der Fortpflanzungszeit sind sie Einzelgänger. Ihre Jungen ziehen sie in Nischen unter Felsvorsprüngen oder den Wurzeltellern umgestürzter Bäume auf; ein Wurf besteht zumeist aus zwei bis vier Jungen. Luchse werden im Freiland je nach Art maximal etwa 12 bis 16 Jahre alt, in Gefangenschaft ungefähr 26 bis 32 Jahre. Zu ihren Fressfeinden gehören Großbären und Wölfe. Der in gemäßigten und kalten Regionen Eurasiens verbreitete Eurasische Luchs oder Nordluchs hat Kopfrumpflängen von 80 bis 110 Zentimetern. Er wurde vor allem im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert in weiten Teilen seines Verbreitungsgebiets ausgerottet. In einigen Regionen Mitteleuropas, auch in Deutschland, wurde er in neuerer Zeit wieder eingebürgert oder wanderte aus Osteuropa ein. Er ernährt sich von Vögeln und Säugetieren bis zur Größe eines Rehs. Der mit Kopfrumpflängen von etwa 75 Zentimetern bis zu einem Meter kleinere, akut vom Aussterben bedrohte Pardelluchs ist mit wenigen verstreuten Vorkommen auf der Iberischen Halbinsel verbreitet und besiedelt offene Lebensräume mit Bäumen, Sträuchern und Gewässern. Es gibt nur noch wenige Hundert Tiere dieser Art, die meisten davon leben im Doñana-Nationalpark. Hauptursache für das Verschwinden des Pardelluchses ist der Rückgang der Kaninchenbestände in seinem Verbreitungsgebiet. Kaninchen, die gern offene Lebensräume bewohnen, werden durch großflächige Aufforstungen mit Nadelhölzern und Eukalyptusbäumen, aber auch durch die Intensivierung der Landwirtschaft sowie durch Bejagung und die Virusseuche Myxomatose zurückgedrängt. Maßnahmen zur Rettung des Pardelluchses umfassen u. a. die Wiederherstellung für ihn geeigneter Lebensräume und Nachzuchtprogramme. Der etwa 65 bis 105 Zentimeter große Rotluchs ist vom Süden Kanadas bis Mexiko verbreitet. Er besiedelt fast die gesamten USA (ausgenommen sind wenige Regionen wie der Maisgürtel im Mittleren Westen) und ist dort die häufigste Katzenart. Der Rotluchs bewohnt sehr unterschiedliche Lebensräume von Halbwüsten über Busch- und Grasland bis zu Wäldern und verstädterten Gebieten. Seine Beute umfasst eine große Vielzahl von Wirbeltieren bis zur Hirschgröße, und er fängt sogar Insekten. Der etwa ebenso große Kanadische Luchs (oder Kanadaluchs) besiedelt Kanada und die nördlichen USA einschließlich Alaskas. Er ist in Wäldern, offenen Felsregionen und Tundren anzutreffen. Seine Hauptbeute ist der Schneeschuhhase, von dessen periodischen Bestandsschwankungen die Populationsgrößen dieses Luchses abhängen. Siehe Karakal Systematische Einordnung: Luchse bilden die Gattung Lynx der Familie Felidae. Der Eurasische Luchs heißt wissenschaftlich Lynx lynx, der Pardelluchs Lynx pardinus, der Rotluchs Lynx rufus und der Kanadische Luchs Lynx canadensis.
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