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MesseEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Formen der Messe; Aufbau der Messe; Liturgische Bücher; Volkssprachliche Liturgie; Kommunion unter beiderlei Gestalt; Konzelebration
Traditionell wurde die Messe im römischen Ritus auf Lateinisch gehalten. Allerdings benutzten die östlichen Rituskirchen eine Reihe anderer Sprachen (beispielsweise Altslawisch, Griechisch und Aramäisch). Reformbewegungen in der westlichen Kirche forderten vom 14. Jahrhundert bis zum 16. Jahrhundert immer wieder den Gebrauch volkssprachlicher Liturgien. Während der Reformation wurden in der protestantischen Kirche Gottesdienste in der Volkssprache abgehalten. Das Tridentinum (1545-1563) sah in der Verwendung von Volkssprachen bei der Messe keine Verletzung des Dogmas, erlaubte diese jedoch nicht ausdrücklich. Erst das 2. Vatikanische Konzil erlaubte die Verwendung der Volkssprache im römischen Ritus, wodurch die Messe heute in fast allen Sprachen der Welt gefeiert wird.
Die Reformbewegungen riefen zur Wiedereinführung des alten Brauches auf, nach dem die Laien bei der Kommunion nicht nur Brot, sondern auch Wein empfingen. Dieser Brauch, der in der westlichen Kirche seit dem 8. Jahrhundert nicht mehr üblich war, wurde jedoch in den katholischen Ostkirchen sowie den orthodoxen Kirchen weiterhin praktiziert. Das Tridentinum wies die Forderung zurück, aber das 2. Vatikanische Konzil legte bestimmte Zeiten fest und formulierte Bedingungen, unter denen Laien Brot und Wein empfangen dürfen. Die Bedingungen sind erleichtert worden, so dass in der westlichen Kirche heute zunehmend Brot und Wein gereicht werden.
Obwohl der Bischof, wenn er die Messe in ihrer ursprünglichen Form feierte, von Priestern und Diakonen umgeben war, hatte er doch die alleinige Leitung. Als jedoch die Kirche an Mitgliedern zunahm, wurde die Konzelebration, das Feiern der Messe durch mehrere Priester, üblich. Dieser Brauch blieb allerdings auf die wichtigsten Feiertage des Jahres beschränkt und erhielt sich bis ins 13. Jahrhundert. Ursprünglich hatten die Priester schweigend mit dem Bischof konzelebriert, aber im 7. Jahrhundert begannen sie, den Text des Kanons laut zu rezitieren. Nach dem 13. Jahrhundert fand die Konzelebration nur noch in der Messe zur Ordination von Priestern statt. In diesem Fall las der neu ordinierte Priester gemeinsam mit dem Bischof alle Gebete laut. Das 2. Vatikanische Konzil führte jedoch den Ritus der Konzelebration auch für den Fall wieder ein, wenn in einer Gemeinde mehrere Priester versammelt waren. Außerdem erließ es Beschränkungen bezüglich der Zeiten und Orte, an denen die Messe privat gefeiert werden darf.
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