Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Katakomben

Windows Live® Suchergebnisse

  • Katakomben

  • Katakombe – Wikipedia

    Katakomben sind unterirdische Leichengewölbe, die sich über mehrere Kilometer hinziehen können. Die Bezeichnung leitet sich vom römischen Flurnamen ad catacumbas für einen Tuff ...

  • Katakombe – Wikipedia

    Katakomben sind unterirdische Leichengewölbe. Die Bezeichnung leitet sich vom römischen Flurnamen ad catacumbas für einen Tuff-Steinbruch an der Via Appia an der Stelle der Kirche ...

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Katakomben

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Katakomben in RomKatakomben in Rom

Katakomben, unterirdisches oder in weichen Tuffstein gehauenes System aus Räumen und Gängen, das von den frühen Christen in Italien und Nordafrika, später auch von Juden zu Bestattungszwecken und in Zeiten der Verfolgung auch als Versammlungsraum benutzt wurde. Die bedeutendsten Anlagen dieser Art, die für Körperbestattungen bestimmt waren und an vorchristliche italische Bestattungstraditionen anknüpfen, entstanden zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert in Rom und werden entsprechend der christlichen Vorstellung von der Auferstehung der Toten als Coemeterien, also Schlafstätten, bezeichnet (von griechisch koimesthai: sich zum Schlafen legen). Im Laufe des 3. Jahrhunderts gingen sie in kirchliche Verwaltung über, nachdem sie sich bis dahin als private Anlagen im Besitz einzelner Familien oder Begräbnisvereine befunden hatten.

Katakombenanlagen waren entweder nach einem Zweigsystem (Mittelgang mit seitlichen Abzweigungen) oder einem Rostsystem (Mittelgang mit Seitenarmen und weiteren zum Mittelstollen parallelen Außengängen) angeordnet. In die Wände der Gänge und Kammern waren über- und nebeneinander rechteckige Loculi (Grabnischen) eingelassen, die in Tücher gehüllte Leichname von einem bis vier Familienmitgliedern aufnehmen konnten und später durch Steinplatten verschlossen wurden, die die Namen der Toten trugen. Hochrangige Persönlichkeiten wurden in einem reich verzierten Sarkophag bestattet, der in einer gewölbten Nische aufgestellt wurde. Als die christlichen Gemeinden wuchsen und die Grabräume nicht mehr ausreichten, wurden die Grüfte immer wieder durch Tieferlegen des Bodenniveaus oder zusätzliche Nebengänge erweitert, bis sie eine wabenartige Struktur erhielten. Die Gewölbe von Einzelgräbern oder Kammern wurden häufig auch mit Wandmalereien von knapper christlicher Symbolik verziert. Sie zeigen z. B. Lammträgerfiguren als Motiv des Guten Hirten, Fische als Christussymbol, alttestamentliche oder Tauf-Szenen.

In Zeiten der Christenverfolgung dienten die Katakomben als Zufluchtsorte der Gemeinden, da Bestattungsplätze durch das Gesetz unantastbar waren, und während die oberirdischen Kirchen auf kaiserlichen Befehl zerstört wurden, trafen sich die Kirchgänger in den Kapellen der Katakomben. Als Mitte des 3. Jahrhunderts der Pöbel und staatliche Organe begannen, die Katakomben zu zerstören, verschlossen die Christen die alten Zugänge und legten neue Geheimgänge an.

Die Bekehrung Kaiser Konstantins des Großen im 4. Jahrhundert setzte der Christenverfolgung ein Ende. Bald darauf begann unter Papst Damasus I. eine groß angelegte Rekonstruktion der Katakomben. Besonders die Grabstätten der Märtyrer, die sich gewöhnlich in separaten Kammern befanden, wurden mit Marmor verkleidet und mit kapellenartigen Erweiterungen versehen, zu denen Treppen hinaufführten, und sie entwickelten sich zu wichtigen Wallfahrtsstätten. Später begann man die Gräber auf oberirdische Kirchhöfe umzubetten. In der unsicheren Zeit, als Rom unter den Überfällen barbarischer Eindringlinge zu leiden hatte, benutzte man die Katakomben auch zur Lagerung und Sicherung von Kirchenschätzen. Die Zugänge der Grabanlagen wurden verschlossen und die sterblichen Überreste der Märtyrer an sichere Plätze gebracht. Erst im 16. Jahrhundert wurden die verlassenen und teilweise zerstörten Katakomben allmählich von der Kirche wiederentdeckt und neu aufgebaut. Neben den römischen Katakomben entdeckte man ähnliche Anlagen in Neapel, Syrakus oder Alexandria.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft