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Karbon

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1

Einleitung

Karbon, in der geologischen Zeitrechnung die fünfte (vorletzte) Periode des Paläozoikums. Das Karbon begann vor 355 Millionen und endete vor 290 Millionen Jahren. Es wird unterteilt in das Unterkarbon oder Dinantium (vor 333 bis 355 Millionen Jahren) und das Oberkarbon oder Silesium (vor 290 bis 333 Millionen Jahren). Die englische Bezeichnung carboniferous period (von lateinisch carbo: Kohle; ferre: tragen) wurde 1822 für die Kohle führenden Schichten in England und Wales eingeführt.

Während des Karbon fanden die Hauptphasen der variskischen Gebirgsbildung statt. Südlich des Nordeuropa umfassenden Oldred-Kontinents befand sich in Mitteleuropa die variskische Geosynklinale. Weite Teile waren vom Meer bedeckt, die mitteldeutsche Schwelle und die Alemannisch-Böhmische Insel ragten jedoch heraus. Im Oberkarbon begann die Hauptphase der variskischen Gebirgsbildung, bei der das Variskische Gebirge Mitteleuropas entstand. In den schmalen Senken am Nordrand des Gebirges, der so genannten subvariskischen Vortiefe, lagerten sich mächtige Sedimentdecken ab (bis über 6 000 Meter). Unter dem warmen und feuchten tropisch-subtropischen Klima entwickelte sich eine üppige Sumpfwaldvegetation – Grundlage für die Entstehung zahlreicher Kohlenflöze durch Torfanhäufung. Diese wurden durch Landsenkungen immer wieder von Meeresablagerungen überdeckt. Die Steinkohleablagerungen erstrecken sich als Band von Großbritannien über den Norden Frankreichs, Belgien, die südlichen Niederlande und das Rheinisch-Westfälische Revier (mit dem Aachener Revier, dem Ruhrgebiet und Ibbenbüren) bis nach Oberschlesien. Festländische Kohlevorkommen bildeten sich in den Innensenken des Variskischen Gebirges. Im Süden der Osteuropäischen Tafel entstanden im Donezbecken Kohle führende Schichten bis zu einer Mächtigkeit von 10 000 Metern. Auf Grund der reichhaltigen Kohlevorkommen dieser Zeit wird das Karbon auch Steinkohlenformation genannt.

Ein Meeresvorstoß in der Arktis teilte den Oldred-Kontinent in zwei Teile. Auf der Südhalbkugel befand sich die Festlandmasse Gondwana (bestehend aus Südamerika, Vorderindien, Afrika, Antarktis und Australien), die im Oberkarbon der permokarbonischen Vereisung ausgesetzt war.

2

Flora und Fauna

Weite Gebiete, die während des Karbon in den Tropen lagen, hatten ein gleich bleibend warmes und feuchtes Klima. Diese Bedingungen förderten das Wachstum der Vegetation. Tierische und pflanzliche Fossilien aus dem Karbon sind reichlich vorhanden und – in vielen Fällen – gut erhalten. Das pflanzliche Leben entwickelte sich in einer großen Gleichförmigkeit. Dieselbe Gattung und oft auch dieselbe Art wurden in weit voneinander entfernten Gebieten gefunden. Aus dem Karbon sind etwa 2 000 Arten bekannt, von denen die meisten zu den blütenlosen Sporenpflanzen gehören. Neben zahlreichen Farnen waren Bärlapp, Schachtelhalm und Waldbäume (Cordaiten) verbreitet. Die damalige Landtierwelt hat nur wenige Spuren hinterlassen, dafür ist die Tierwelt der Meere und Lagunen weit stärker vertreten. Die ersten Amphibien, Reptilien und Insekten erschienen. Es gab ferner Korallen, Seelilien, Wurzelfüßer und Trilobiten. Weit verbreitet waren Schnecken und andere Weichtiere (Mollusken) einschließlich Kopffüßern und Nautiloiden. Moostierchen und Armfüßer waren weit verbreitet, ebenso Knochen- und Knorpelfische wie z. B. der Hai.

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