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Artikelgliederung
Bergsteigen, sportliche Aktivitäten im Gebirge. Die umfassendere Bezeichnung lautet Alpinismus, wozu auch beispielsweise das Klettern an künstlich angelegten Kletterwänden zählt. Bergsteigen umfasst, ohne feste Abgrenzung, anspruchsvollere Bergwanderungen, Klettern, Hochtouren über Gletscher, Eisklettern und alpinistisch orientierte Expeditionen. Skitouren verbinden das Bergsteigen mit dem Skifahren. Das Erreichen eines Gipfels ist nicht immer Ziel einer bergsteigerischen Unternehmung, steht aber traditionell im Mittelpunkt des Interesses. Das Bergsteigen ging historisch aus den Aktivitäten von Landvermessern, Naturforschern und Entdeckern hervor, heute ist es eine beliebte Freizeitbeschäftigung mit einem breiten Spektrum zwischen Erholung und Leistungssport. Das Bergsteigen wurde im 18. und 19. Jahrhundert in den Alpen entdeckt und entwickelt, später auch auf andere Gebirge übertragen.
Das Klettern beginnt im Unterschied zum Gehen dort, wo die Hände zum Halten des Gleichgewichts oder zur Fortbewegung zur Hilfe genommen werden müssen. Anspruchsvolles Klettern erfordert ein ständiges und teilweise spezielles Beweglichkeits- und Krafttraining. Die Kletterer sichern sich mit einem Seil. Bergseile bestehen aus Kunststoff. Sie sind meist 45 bis 60 Meter lang und besitzen einen Durchmesser von 9 bis 13 Millimetern. Sie müssen nicht nur reißfest, sondern auch dehnbar sein, um den Sturz des Kletterers elastisch abbremsen zu können. Wichtig ist, dass sie ihre Reißfestigkeit auch dann behalten, wenn sie über eine scharfe Kante laufen. Das Seil wird mit seinen Enden an den Klettergurten der Seilpartner befestigt. Kletterer müssen neben der Klettertechnik auch die Sicherungstechnik perfekt beherrschen. Geklettert wird in einer Seilschaft, bei der sich zwei, selten drei Kletterer mit dem Seil gegenseitig sichern. Während einer klettert, wird er von seinem Partner gesichert. Das Seil soll im Falle eines Sturzes den Partner vor dem Absturz bewahren und die Folgen des Sturzes mindern. Zur Verankerung im Fels verwendet man Haken, Schlingen oder andere Sicherungsmittel. Heute haben Klemmkeile und spezielle Klemmgeräte, so genannte Friends, die klassischen Haken, die mit einem Hammer in Gesteinsfugen geschlagen wurden, abgelöst. Auf sehr schwierigen Routen setzt man feste Bohrhaken. Zur weiteren Ausrüstung eines Kletterers gehören Karabiner, ein Helm, meist spezielle Kletterschuhe etc.
Bei Bergtouren in höheren Lagen führt der Weg oft über Gletscher sowie Schnee- und Eisfelder. Zur Fortbewegung und Sicherung braucht man hier zusätzliche Ausrüstungsgegenstände: vor allem Eispickel und Steigeisen. Bei der Begehung eines Gletschers besteht die Hauptgefahr in einem Sturz in eine Spalte. Deswegen begehen Bergsteiger Gletscher grundsätzlich in einer Seilschaft, zu der in der Regel drei bis fünf Partner gehören. Die Schwierigkeiten bei einer Gletschertour liegen in der Orientierung, dem geschickten Umgehen der Spalten und in der Steilheit des Eises oder des Schnees. Das Eisklettern beginnt bei größeren Steigungen, etwa ab 45 Grad Neigung. Die Schwierigkeiten steigen rasch mit zunehmender Neigung. Ab 60 Grad gelten Routen als schwierig, doch werden sogar senkrechte Passagen bewältigt. Klassische Eisklettertouren führen durch Eiswände. Eine extreme Form des Eiskletterns ist das Wasserfallklettern. Die Sicherungstechnik beim Eisklettern ähnelt dem beim Felsklettern. Zur Verankerung im Eis dienen Eisschrauben. Zur Fortbewegung sind meist zwei Pickel notwendig, bei anspruchsvollen Touren nimmt man spezielle, kurze Pickel (Eisbeil, Eishammer). Ein Helm ist obligatorisch.
Als die Geburtsstunde des Alpinismus gilt die Besteigung des 1 912 Meter hohen Mont Ventoux in der Provence durch den Dichter Francesco Petrarca im Jahr 1336, die er in einem berühmten Brief dokumentiert hat. Das Bergsteigen als Sport begann im 18. Jahrhundert in Europa. Hierbei stand zunächst die Besteigung der höchsten Berge und die Erschließung der Alpen im Vordergrund. Als erster Gipfel wurde 1786 der Montblanc erfolgreich bestiegen; und durch die zweite Ersteigung am 3. August 1787 durch H. B. de Saussure wurde die Pionierphase des Alpinismus eingeleitet. Weitere Erstbesteigungen waren der Watzmann (1799), der Großglockner (1800), dann der Ortler (1804), die Jungfrau (1811), die Zugspitze (1820) und der Dachstein (1823). 1865 waren mit der Ersteigung des Matterhorns die meisten der höheren Alpengipfel erobert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die meisten der heute aktiven Alpenvereine (siehe Deutscher Alpenverein) gegründet. Im 20. Jahrhundert zog es die Bergsteiger besonders zu den höchsten Gipfeln der Erde, besonders im Himalaya und in den Anden. Nachdem mehrere Expeditionen auf den Mount Everest, den mit 8 850 Metern höchsten Berg der Welt, gescheitert waren, gelang schließlich 1953 dem Neuseeländer Sir Edmund Percival Hillary und dem Sherpa Norgay Tenzing die Erstbesteigung. Der K2 (Mount Godwin Austen) im Karakorum (Westhimalaya), der zweithöchste Berg der Erde ( 8 611 Meter), wurde ein Jahr später zum ersten Mal bestiegen.
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