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Lyra

Enzyklopädieartikel

Lyra, Saiteninstrument der griechischen Antike aus der Familie der Leier mit zunächst drei bis vier, später zumeist sieben und – in seltenen Fällen – acht Saiten.

Sie bestand aus zwei geschwungenen Jocharmen, die aus dem schalenförmigen Resonanzkörper herausragten. Die Jocharme waren an den Spitzen durch einen Quersteg miteinander verbunden, an dem die Darmsaiten angebracht wurden. Der Schallkörper war manchmal ein Schildkrötenpanzer, die Decke eine Tierhaut. Die Lyra stammt aus dem 9. Jahrhundert v. Chr., seit 600 v. Chr. ist das Spiel mit Plektrum belegt. Vorläufer dieses Instruments waren seit etwa 2800 v. Chr. bereits bei den Sumerern bekannt, dort mit asymmetrischen Armen; diese Modelle wurden – neben einer kleineren, symmetrischen Leier – auch im alten Ägypten gespielt. Die Lyra war im antiken Griechenland überaus beliebt. Dort wurde sie mit dem Gott Apollo in Verbindung gebracht. Im Zeitalter des Hellenismus galt die Lyra als Attribut der Dichter und Denker und gab der Lyrik ihren Gattungsnamen. Neben der Lyra gab es im antiken Griechenland auch die Kithara; zwischen Lyra, Kithara und anderen Leiertypen wurde allerdings oftmals nicht genau unterschieden.

Auch ein Streichinstrument der Volksmusik in Griechenland, Bulgarien und Dalmatien wird als Lyra bezeichnet. In England war die Lyra-Gambe – ein kleiner Bass für Solomusik – gebräuchlich. Auch das tragbare Glockenspiel der Marsch- und Militärkapellen wird Lyra genannt.

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