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Augsburg

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Rathausplatz, AugsburgRathausplatz, Augsburg

Augsburg, kreisfreie Stadt in Bayern, Verwaltungssitz des Landkreises Augsburg und des Regierungsbezirks Schwaben, am Zusammenfluss von Wertach und Lech, nördlich des Lechfeldes gelegen.

Augsburg ist nach München und Nürnberg drittgrößte Stadt in Bayern. Produktionsgüter sind u. a. Textilien, Kraftfahrzeuge, Maschinen und chemische Produkte. Darüber hinaus hat die Herstellung von Papier- und Lederwaren Tradition. Mittelfristig soll sich Augsburg zu einem Kompetenzzentrum für Umwelttechnologie entwickeln. So wurde 1999 das in München ansässige Landesamt für Umweltschutz nach Augsburg verlagert. Augsburg ist Bischofssitz, Kongressstadt und seit 1970 Universitätsstadt (siehe Universität Augsburg). Das Stadtbild wird geprägt von den mittelalterlichen Kirchen- und Klosterbauten, wie der ehemaligen Benediktinerstiftkirche Sankt Ulrich und Afra und dem romanischen Dom mit Glasmalereien (12. Jahrhundert) und Glasfenstern von P. Hemmel von Andlau (15. Jahrhundert). Die frühbarocken Bauwerke der Stadt sind auf den Stadtbaumeister Elias Holl zurückzuführen. Zu ihnen gehören beispielsweise das Rathaus mit dem Goldenen Saal, das Zeughaus und das Heilig-Geist-Spital. Die 1516 gegründete Fuggerei zählt zu den ältesten Sozialsiedlungen der Welt. Die Stadt beherbergt zahlreiche Museen und ist die Heimat des berühmten Marionettentheaters „Augsburger Puppenkiste”. Der Maler Hans Burgkmair der Ältere, der Ingenieur Rudolf Diesel, der Flugzeugbauer Wilhelm Messerschmitt und der Schriftsteller Bertolt Brecht wurden hier geboren.

Die Stadt geht auf ein römisches Legionslager aus der Zeit um 15 v. Chr. zurück. Kaiser Tiberius gründete die Zivilstadt Augusta Vindelicum, die Hauptstadt der Provinz Raetia et Vindelicia wurde. Die strategisch günstige Lage förderte die Entwicklung von Handel und Industrie. Das Ende der römischen Herrschaft bedeutete jedoch den Verfall der Stadt (3. bis 6. Jahrhundert). Die mittelalterliche Stadt Augustusburg entstand um den Dom und erhielt nach ihrer Befestigung Markt- und Münzrecht. Kaiser Friedrich I. Barbarossa verlieh ihr 1156 Stadtrecht. Im Jahr 1276 wurde sie Reichsstadt. Im 15. und 16. Jahrhundert gelang es den Handelshäusern der Fugger und Welser, Augsburg wirtschaftlich an die Spitze Deutschlands zu bringen. Durch die Bankgeschäfte der beiden Familien entwickelte sich die Stadt zu einem der führenden Geldmärkte Europas. In den 2 500 Webereien der Stadt wurden riesige Mengen an Leinen und Barchent für den Export produziert. Augsburg war berühmt für seine feinen Gold- und Silberarbeiten. Das Atelier der Künstler Hans Holbein des Älteren und dessen Sohn Ambrosius befand sich hier.

In Augsburg fanden viele bedeutende Reichstage des Heiligen Römischen Reiches statt. Während der Reformation wurde in Augsburg 1530 das Augsburgische Bekenntnis ausgearbeitet. Diese Bekenntnisschrift wurde zum grundlegenden Dokument der lutherischen Glaubenslehre. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt stark zerstört. Im 18. Jahrhundert nahmen die wirtschaftlichen Aktivitäten wieder zu. Sie wurden nur kurz unterbrochen, als Augsburg 1806 Bayern zugesprochen wurde. Im 19. Jahrhundert etablierten sich vor allem die Textil- und Metallindustrie. Im 2. Weltkrieg wurde die Stadt durch Bombenangriffe der Alliierten schwer beschädigt. Die Einwohnerzahl der Stadt beträgt etwa 260 400.

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