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Moderne Kunst und Architektur

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Joseph Maria Olbrich: Secessionsgebäude in WienJoseph Maria Olbrich: Secessionsgebäude in Wien
Artikelgliederung
1

Einleitung

Moderne Kunst und Architektur, avantgardistische Kunst und Architektur, insbesondere des 20. Jahrhunderts. Die darunter gefassten Strömungen, Stile und Schulen brechen mit zum Teil seit der Renaissance geltenden Maßstäben, die noch die Kunst des 19. Jahrhunderts weitgehend geprägt hatten. Im breiten Spektrum zwischen Gegenständlichkeit oder gar Fotorealismus und der völligen Abstraktion von Formen und Farben bis hin zur Monochromie bewegt sich vor allem die moderne Malerei in einem ungeheuer weiten Spektrum, dabei auch die Grenzüberschreitung zu anderen künstlerischen Ausdrucksformen bis hin zum Gesamtkunstwerk suchend.

2

Moderne Kunst

Die grundsätzliche Unangemessenheit und Überholtheit künstlerischer Prinzipien im ausgehenden 19. Jahrhundert bildete den Ausgangspunkt der modernen Kunstauffassung. Deren ästhetische Revolution führte zu einer Fülle von Bewegungen wie Fauvismus, Expressionismus, Kubismus, Futurismus, Konstruktivismus, Surrealismus, Neoplastizismus und Minimal Art.

2.1

Der Aufbruch

Die entscheidende Phase in der Entwicklung der modernen Kunst waren die Jahre zwischen etwa 1905 und dem Beginn des 1. Weltkriegs 1914. In diesem Jahrzehnt wurden vor allem mit der gegenständlichen (Pablo Picasso, Georges Braque) wie der ungegenständlichen (Kasimir Malewitsch, Wassily Kandinsky) Abstraktion und der Erfindung des Ready-mades (Marcel Duchamp) die Grundlagen der modernen Kunst gelegt. Zu den Schlüsselwerken dieser Zeit, die jeweils einen Wendepunkt in der künstlerischen Entwicklung markieren, zählen das Gemälde Les Demoiselles d’Avignon von Pablo Picasso aus dem Jahr 1907, das den Weg zum Kubismus weist; das Gemälde Schwarzes Quadrat auf weißem Grund von Kasimir Malewitsch, etwa 1913 konzipiert und 1915 erstmals in einer Ausstellung gezeigt; unter den zwischen 1909 und 1911 entstandenen Werken Kandinskys, in denen sich die Motive zunehmend verschleiern und die den allmählichen Übergang von der gegenständlichen zur ungegenständlichen Abstraktion dokumentieren, ist dies ein Aquarell Ohne Titel von 1910; und schließlich das erste Ready-made mit dem Titel Fahrrad-Rad, ein auf einen Küchenschemel montiertes Rad eines Fahrrades, von Marcel Duchamp aus dem Jahr 1913.

2.2

Was ist modern?

Nicht jedes Kunstwerk, das im 20. Jahrhundert geschaffen wurde, gehört zur modernen Kunst. Die Frage, was als „modern” zu gelten habe, ist bis heute nicht schlüssig zu beantworten. Es gibt dafür kein verbindliches Kriterium. Die Frage muss im Kontext untersucht werden und führt nicht immer zu eindeutigen Ergebnissen. Armin Zweite erkennt als grundlegende Tendenz „die semiotische Wende der Moderne”. Diesen Begriff der Moderne definiert er als „Rückzug aus dem Darzustellenden auf die Darstellungsmöglichkeit (...) Die Moderne drängt (...) von realisierter Zeichenfunktion zur Autonomie des Zeichens.” Mit anderen Worten: Die Zeichen und die künstlerischen Prozesse, die sie hervorbringen, führen ein Eigenleben und müssen sich nicht mehr (können sich aber) auf die außerkünstlerische Realität beziehen. Aus dieser Spannung (die durch die Begriffe Zeichen, Prozess, Realität angedeutet wird) entspringen die Kräfte, die die Entwicklung der modernen Kunst vorangetrieben haben. Dazu gehört auch die Beobachtung, dass sich viele moderne Künstler von einer einmal erreichten radikalen Lösung wieder entfernt haben. Beispielsweise kehrten Künstler wie Picasso und Malewitsch später zur gegenständlichen Malerei zurück. Diese trägt jedoch die Erfahrung der Ungegenständlichkeit in sich, so dass diese Werke ebenfalls „modern” sind.

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