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Moderne Kunst und Architektur

Enzyklopädieartikel
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Joseph Maria Olbrich: Secessionsgebäude in WienJoseph Maria Olbrich: Secessionsgebäude in Wien
Artikelgliederung
2.6. 2

Neuere Bildhauerei

Zur neueren Bildhauerei gehören die minimalistischen Arbeiten von Carl Andre, Robert Morris, Sol LeWitt und Donald Judd. Richard Serra stellte große, massive und raumfüllende Metallplastiken her. Keramische Plastik wurde von Robert Morris und Robert Smithson geschaffen. Führende Vertreter der kinetischen (auf Bewegung ausgerichteten) Kunst sind George Rickey und der Neuseeländer Len Lye. Mit Licht arbeiten Chryssa und Dan Flavin, mit Video der Ire Les Levine und der Koreaner Nam June Paik. Die spielerischen Skulpturen von Claes Oldenburg sind der Pop-Art verbunden, ebenso wie die weißen Gipsfiguren von George Segal. Veristische, also lebensecht wirkende Figuren aus farbigem Polyesterharz verfertigten Duane Hanson und John De Andrea.

2.6. 3

Joseph Beuys

Ein Künstler, der in seinen Werken fast alle künstlerischen Möglichkeiten virtuos und wegweisend erkundet hat, ist Joseph Beuys, der als der wichtigste Künstler der zweiten Jahrhunderthälfte gelten kann (in der ersten Hälfte nimmt diesen Platz Picasso ein). Beuys entwarf seinen Begriff von der „sozialen Plastik”, der das Wirkungsfeld der Kunst auf alle menschlichen Tätigkeitsbereiche, besonders aber Gesellschaft, Kultur, Politik und Ökologie, ausdehnte. Sein berühmt gewordener, aber meist missverstandener Satz „Jeder Mensch ein Künstler” meint eben nicht die Einbeziehung der Sonntagsmaler und Laienkunst („Kunst als Freiraum”), sondern ein ästhetisches Konzept, das Leben und Welt des Menschen als „Werk” auffasst, an dem jeder Mensch mitwirkt („Kunst als Verwirklichung von Freiheit”). Die Bewusstmachung dieses Prozesses ist Aufgabe der Kunst. Auf das Lebenswerk von Beuys trifft in besonderem Maß der Begriff des Gesamtkunstwerks zu, der aus dem 19. Jahrhundert stammend das Zusammenfließen und -wirken verschiedener Gattungen (bildende Kunst, Musik, Theater, Literatur, aber auch Lebensstil) unter der Regie eines Künstlers oder einer Künstlergruppe bezeichnet.

3

Moderne Architektur

Die moderne Architektur entstand in Opposition zum Historismus des 19. Jahrhunderts. Anstelle der stilistischen Tradition suchten die modernen Architekten nach neuen Ausdrucksformen und bautechnischen Möglichkeiten, welche der sich rapide wandelnden Lebenswelt gerecht werden sollten.

Neben neuen ästhetischen Prinzipien eröffneten neue Baumaterialien wie Beton, Eisen, Stahl und Glas der modernen Architektur ein Bauen in größeren Dimensionen.

Anfang des 20. Jahrhunderts fand die moderne Architektur in dem Amerikaner Frank Lloyd Wright einen ihrer Pioniere. Doch reichen die Wurzeln moderner Architektur in das 19. Jahrhundert zurück.

3.1

Ursprünge der modernen Architektur

Die durch die industrielle Revolution veränderten technologischen und sozialen Bedingungen machten es erforderlich, die alten Konzepte architektonischer Entwürfe radikal zu hinterfragen. Um 1840 begannen Baumeister, neue Wege der Architektur zu entwickeln.

Einen solchen Versuch stellte Sir Joseph Paxtons Kristallpalast dar, eine gewaltige temporäre Ausstellungshalle für die Weltausstellung in London 1851. Der Kristallpalast war vollständig aus Glas- und Eisenteilen errichtet und entstand im Wunsch, Ästhetik mit der Sichtbarmachung klarer Strukturen zu verbinden. Derart sollte der Gegensatz zwischen künstlerischem Interesse und technischem Vermögen überwunden werden.

Auf der Pariser Weltausstellung von 1889 dokumentierten gleich zwei Bauwerke die Möglichkeiten der neuen Materialien: Die Maschinenhalle des Architekten C. L. F. Dutert und des Ingenieurbüros Contamin, Pierron & Charton hatte eine Spannweite von 117 Metern. Der für die Weltausstellung 1889 errichtete Eiffelturm von Alexandre Gustave Eiffel erhob sich 305 Meter in die Höhe.

Bald wurden die neuen Materialien auch für Zweckbauten eingesetzt. So machte erst das Stahlskelett den Wolkenkratzerbau möglich. Das Vorbild späterer Bürohochhäuser wurde in den neunziger Jahren in Chicago errichtet: Unter anderem Louis Sullivan und andere Mitglieder der Chicago School widmeten sich fortan dem Entwurf von Hochhäusern.

3.2

Jugendstil, De Stijl, Sullivan und Wright

Während der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstanden konträre Architekturrichtungen, die auf geometrische Abstraktheit einerseits, andererseits aber auf organische Formen beim Entwurf von Bauwerken setzten. Die einander entgegenstehenden Richtungen De Stijl und Jugendstil sind Beispiele für diese beiden Extreme.

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