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Windows Live® Suchergebnisse Han-DynastieEnzyklopädieartikel
Han-Dynastie, chinesische Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.), begründet von Liu Bang, einem zum Heerführer aufgestiegenen Soldaten einfacher Abstammung. Unter seiner Führung entstand zunächst ein Mischstaat aus staatlichen Verwaltungsgebieten und Feudaldomänen, aus dem sich später ein Beamtenstaat mit der neuen Klasse der Großgrundbesitzer entwickelte. Liu lockerte die strengen Gesetze und senkte die hohen Steuerabgaben aus der Zeit der Ch’in-Dynastie. Er wies seiner Familie und Bundesgenossen große Provinzen in Ostchina als abhängige Königreiche zu. Der Konfuzianismus wurde zur Staatsphilosophie erklärt. Die Han wandten das Prinzip der leistungsbezogenen Amtseinsetzung an. Im späten 2. Jahrhundert v. Chr. wurde eine kaiserliche Universität gegründet. Kaiser Wudi (auch Wu-ti, 141 bis 86 v. Chr.) erweiterte das Reichsgebiet Richtung Süden weit über den Jangtsekiang hinaus fast bis zur heutigen Landesgrenze und errichtete Kolonien in Annam. Die südliche Mandschurei und Nordkorea wurden unterworfen. Die Truppen drangen weit nach Zentralasien bis zum Fluss Jaxartes (Syrdarja in Kasachstan) vor. China erfuhr in dieser Zeit seine bis dahin weiteste Ausdehnung. Aus den Kriegen gegen die Xiongnu ging Wudi als Sieger hervor. Das frühe Reich zerfiel im 1. Jahrhundert v. Chr. Einflussreiche und wohlhabende Familien aus den Provinzen sicherten sich Steuerfreiheit, wodurch die Einnahmen des Staates beträchtlich geschmälert wurden. Die Hauptsteuerlast wurde immer mehr auf die Schultern der zunehmend unwilligen Bauern und Arbeiter verlagert. Schließlich riss Wang Mang (gestorben 23 n. Chr.) den Kaiserthron an sich und leitete so die Dynastie der „Erneuerung” (9-23 n. Chr.) ein. Wang verstaatlichte steuerfreie Besitztümer und teilte sie unter den Bauern auf. Er weitete die staatlichen Monopole aus und schaffte die Sklaverei ab. Nach Überschwemmungen und einer landwirtschaftlichen Krise, die zur Verschuldung der Bauern führte, fand seine Herrschaft ein jähes Ende. Verarmte und heimatlose Bauern und Landarbeiter beteiligten sich gemeinsam an einem Aufstand („Rote Augenbrauen”), stürmten die Stadt Chang’an und töteten Wang Mang. Liu Xin (als Kaiser Guangwudi) begründete die Dynastie der östlichen Han (25-220 n. Chr.). Er verlegte die Hauptstadt des Kaiserreiches nach Luoyang (Lo-yang) in der Provinz Henan (Ho-nan). Liu stellte die Regierungs- und Verwaltungsstruktur des frühen Han-Reiches wieder her. Ab etwa 100 n. Chr. setzte ein erneuter Verfall des Reiches ein, zu dem wesentlich der wachsende Einfluss der Eunuchen auf die Kaiser beitrug. Der von taoistischen Magiern geführte Aufstand der „Gelben Turbane” wurde von der Regierung 215 n. Chr. niedergeschlagen, doch konnten sich in dessen Verlauf die Provinzen ein zunehmendes Maß an Autonomie sichern. Das durch die inneren Konflikte geschwächte Reich wurde schließlich von den Heerführern beherrscht, die es 220 n. Chr. in drei Teile aufteilten (Wei, Shu und Wu).
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