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UruguayEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Uruguay hatte bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts traditionell ein Zweiparteiensystem, in dem der konservative, katholische Partido Nacional (Partido Blanco) und der sozialliberale Partido Colorado dominierten. Seit den neunziger Jahren erstarkten aber mehr und mehr auch andere Kräfte, darunter das Linksbündnis Encuentro Progresista-Frente Amplio (EP-FA).
Uruguay besitzt eine Freiwilligenarmee mit einer Gesamtstärke von 15 200 Mann. Marine und Luftwaffe sind mit 5 700 bzw. 3 100 Soldaten besetzt.
Mit Gründung des gemeinsamen Marktes Mercosur 1991 begann eine positive Entwicklung für Uruguays Wirtschaft, die sich insbesondere auf die Erzeugung von Fleisch und Fleischprodukten stützt. Das Wirtschaftswachstum verstärkte sich mit In-Kraft-Treten des Mercosur 1995. So konnte das zweitkleinste Land Südamerikas einen steigenden Zufluss ausländischer Direktinvestitionen verzeichnen. Das vermehrte Auftreten von BSE-Fällen in Europa führte (etwa ab 1997) zu einem starken Rückgang des Rindfleischkonsums. Dadurch brach für Uruguay, den drittgrößten Fleischexporteur Südamerikas, in der Folge ein wichtiger Absatzmarkt ein. Diese Entwicklung war gekoppelt mit einem rapiden Preisverfall für Rindfleisch auf dem Weltmarkt (1998). Schließlich leitete eine zusätzlich sinkende Nachfrage auf dem Weltmarkt nach Produkten aus der Mercosurzone (1999) eine schwere Wirtschaftskrise in Uruguay ein; dies betraf auch die anderen Mercosurländer. Um dieser negativen Entwicklung entgegenzutreten, hat die Regierung Uruguays sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts große Ziele gesetzt. So ist beispielsweise eine umfassende Steuerreform geplant, die u. a. eine Reduzierung der Grundsteuern und Steuererleichterungen für Betriebe beinhalten soll. Ein drastischer Sparkurs für den Staatshaushalt (z. B. für die Bereiche Verkehr und Wohnungsbau) soll diese Maßnahmen unterstützen. Außerdem soll die Verschlankung des Staatsapparates, die Privatisierung ehemaliger Staatsbetriebe und die Rentenreform fortgesetzt werden. An der Neustrukturierung des Gesundheitswesens soll ebenfalls gearbeitet werden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Uruguays beträgt 19 308 Millionen US-Dollar (2006; Dienstleistungen 58,4 Prozent, Industrie 32,4 Prozent, Landwirtschaft 9,2 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Kopf von 5 825,30 US-Dollar.
Ein bedeutendes Standbein der Wirtschaft Uruguays ist die Viehzucht und der damit verbundene Handel mit Fleisch und Fleischprodukten. Rund ein Drittel der Exporteinnahmen erwirtschaftet das Land mit der Ausfuhr dieser Erzeugnisse. Ebenfalls bedeutend sind die Ausfuhr von Wolle und Textilien sowie Leder und Lederwaren, die gemeinsam fast ein weiteres Drittel des Exporterlöses ausmachen. Das gemäßigte Klima mit nur geringen lokalen Temperaturunterschieden und eine gleichmäßige Verteilung des Niederschlags lassen eine ganzjährige Viehhaltung auf den Weiden zu. Sie umfasst vor allem Rinder, Schafe, Pferde und Schweine. Die Böden sind mit Ausnahme der sandigen Marschböden entlang der Ostküste sehr fruchtbar. Landwirtschaftlicher Anbau wird auf 7,8 Prozent der Landesfläche betrieben. Hauptanbauprodukte sind Zuckerrohr, Zuckerrüben, Weizen, Reis, Kartoffeln, Sorghum und Mais. 5 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt.
Lediglich 8,5 Prozent (2005) der Gesamtfläche Uruguays sind bewaldet. Der Holzeinschlag wird hauptsächlich für die Produktion von Brennstoff verwendet. Der überwiegende Teil der Erzeugnisse der Fischindustrie geht in den Export und bringt 5 Prozent (2000) des Exporterlöses ein.
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