Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Platon", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Platon

Windows Live® Suchergebnisse

  • PLATON

    PLATON. POLITEIA - DER STAAT Inhalt. 1. Einführung zu Platon. a) Biographie. b) Platons Werke. 2. Aufbau der "Politeia" 3. Inhalt der "Politeia" Allgemein; Ausbildung von Wehr ...

  • Peter Möller - Platon

    Platon ... Platon. Der antike altgriechische Philosoph Platon aus Athen (427 - 347 v. u.

  • PLATON

    NEU: Unser E-News Service Wir informieren Sie vierzehntägig über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Platon

Enzyklopädieartikel
Multimedia
PlatonPlaton
Artikelgliederung
1

Einleitung

Platon, lateinisch Plato, (um 427 bis 347 v. Chr.), griechischer Philosoph. Er war der einflussreichste Denker der abendländischen Philosophie.

Platon war der Sohn einer Aristokratenfamilie aus Athen. Sein Vater, Ariston, soll ein Nachkomme der frühen Könige von Athen gewesen sein und seine Mutter, Periktione, eine entfernte Verwandte des athenischen Staatsmanns Solon. Platons Vater starb früh, und seine Mutter heiratete Pyrilampes, einen Freund des Perikles. Als junger Mann verschrieb sich Platon der Politik, zog sich aber schon bald, enttäuscht von der politischen Führung Athens, aus dem Metier zurück. Schließlich wurde er Schüler des Sokrates und bekannte sich zu den Grundlagen seines Erkenntnisverfahrens einer überzeugenden Dialektik. 399 v. Chr. verurteilte Platon die Hinrichtung seines Lehrers und ging, um seine eigene Sicherheit besorgt, auf Reisen nach Italien, Sizilien und Ägypten. 387 v. Chr. gründete er, nach Athen zurückgekehrt, die Akademie. Ihr breit gefächerter Studienplan umfasste die Gebiete der Astronomie, Biologie, Mathematik, der politischen Theorie und der Philosophie. Der berühmteste Schüler der Akademie war Aristoteles.

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, die Philosophie mit dem praktischen politischen Leben zu verbinden, ging Platon 367 v. Chr. nach Sizilien, um den neuen Herrscher von Syrakus, Dionysios II., in der Regierungskunst zu unterweisen; das Experiment scheiterte.

2

Werke

Platon schrieb seine Werke in Dialogform: Anhand von Gesprächen zwischen zwei oder mehreren Personen werden philosophische Gedanken vorgetragen, diskutiert und kritisiert. Die älteste Sammlung von Platons Werken umfasst 35 Dialoge und 13 Briefe, wobei die Echtheit einiger Dialoge und der meisten Briefe umstritten ist. Die Dialoge werden nach ihrer Entstehungszeit in frühe, mittlere und späte Dialoge eingeteilt.

Die frühesten Dialoge folgen der Methode der sokratischen Dialektik. Zumeist trifft Sokrates auf eine Person, die behauptet, ein umfassendes Wissen zu besitzen. Sokrates stellt sich unwissend und wendet sich Hilfe suchend an den vermeintlich Wissenden. Aufgrund seiner Fragen jedoch muss derjenige, der sich weise dünkt, erkennen, dass seine Kenntnis nicht ausreicht und Sokrates somit der Weisere von beiden ist, da er zumindest weiß, dass er nichts weiß. Diese Erkenntnis steht am Anfang der Weisheit. Die frühen Dialoge umfassen Charmides (ein Versuch zur Beschreibung der Besonnenheit), Lysis (Gespräche über die Freundschaft), Laches (eine Untersuchung über die Bedeutung der Tapferkeit), Protagoras (die Verteidigung der These, dass Tugend im Sinn von Tüchtigkeit bzw. Fertigkeit Wissen – und lehrbar – sei), Euthyphron (Betrachtungen über das Wesen der Frömmigkeit) und das erste Buch der Politeia (die von der rechten Staatsverfassung handelt).

Die Dialoge der mittleren und späten Schaffensperiode spiegeln Platons eigenen philosophischen Werdegang wider, obwohl Sokrates immer noch als Hauptgestalt im Zentrum steht. Die Schriften der mittleren Periode sind Gorgias (Betrachtungen zu einer Reihe von ethischen Fragen), Menon (eine Diskussion über das Wesen der Erkenntnis), Apologia (Sokrates’ Verteidigungsrede vor Gericht), Kriton (Sokrates verteidigt die Befolgung der staatlichen Gesetze), Phaidon (Sokrates’ Todesszene, worin die Theorie der Formen, das Wesen der Seele und die Frage der Unsterblichkeit besprochen werden), Symposion, das eine Reihe von Gesprächen über Schönheit und Liebe enthält, und die Politeia.

Zu den Werken der späteren Periode, in der Sokrates als Figur deutlich zurücktritt, gehören Theaitetos (die Ablehnung der Theorie, dass Erkenntnis mit Sinneswahrnehmung gleichzusetzen sei), Parmenides (eine kritische Betrachtung der Ideenlehre), Sophistes (weitere Betrachtungen zur Formen- bzw. Ideenlehre), Philebos (eine Besprechung des Verhältnisses von der Lust und dem Guten), Timaios (Platons Anschauungen zu Naturwissenschaft und Kosmologie) und Nomoi („Gesetze”, eine praktische Analyse politischer und sozialer Fragen).

3

Ideenlehre

Im Mittelpunkt von Platons Philosophie steht seine Ideen- bzw. Formenlehre. Auch seine Schriften zur Erkenntnistheorie, Ethik, Psychologie und Staatstheorie sowie seine Betrachtungen über die Kunst können nur vor dem Hintergrund dieser Lehre verstanden werden.

3.1

Erkenntnislehre

Platons Ideenlehre steht in direktem Zusammenhang mit seiner Erkenntnislehre. Unter dem Einfluss von Sokrates war Platon von der Möglichkeit der Erkenntnis überzeugt. Gegenstand der Erkenntnis sei das wahrhaft Wirkliche und nicht das bloße Scheinbild der Wirklichkeit. Nach Platon muss das vollkommen Wirkliche ewig und unveränderlich sein. Er setzte das Wirkliche mit der idealen Welt gleich, die der physischen Welt des Werdens entgegengesetzt ist. Den Empirismus, jene Lehre also, nach der die gesamte Erkenntnis abhängig von der Sinneswahrnehmung ist, lehnte Platon folglich ab. Nach seiner Ansicht sind die von der Sinneserfahrung abgeleiteten Behauptungen im besten Fall mehr oder weniger wahrscheinlich, gewiss aber sind sie nicht. Des Weiteren sind die Dinge der Sinneserfahrung veränderliche Erscheinungen der physischen Welt und können somit nicht genau erkannt werden.

Platons Erkenntnislehre ist in seiner Politeia enthalten, insbesondere in der Besprechung des Bildes der geteilten Linie und in dem Höhlengleichnis. In Ersterer unterscheidet Platon zwischen Meinung und Erkenntnis. Behauptungen oder Aussagen über die physische oder sichtbare Welt, die sowohl allgemeine Beobachtungen wie auch die Sätze der Wissenschaft umfassen, sind bloß Meinungen. Einige dieser Meinungen sind wohlbegründet, andere nicht, keine von ihnen kann jedoch als echte Erkenntnis gelten. Erkenntnis stützt sich vor allem auf die Vernunft. Nur die Vernunft gewährt intellektuelle Einblicke, die sicher sind, wobei die Dinge, welche diesen rationalen Einblicken entsprechen, das beständige Allgemeine sind, die ewigen Ideen oder Formen, aus denen sich die wirkliche Welt zusammensetzt.

Im Höhlengleichnis beschreibt Platon Menschen, die tief im Inneren einer Höhle festgebunden sind, und zwar so, dass ihr Gesichtskreis eingeschränkt ist und sie einander nicht sehen können. Das einzig Sichtbare ist die Höhlenwand, auf der die Schatten der Modelle oder Nachbildungen von Tieren und Gegenständen, die an einem hell brennenden Feuer vorbeigetragen werden, zu sehen sind. Einem der Gefangenen gelingt es auszubrechen und sich aus der Höhle an das Tageslicht zu flüchten. Das Sonnenlicht macht es ihm nunmehr möglich, zum ersten Mal die wirkliche Welt zu sehen. Er kehrt in die Höhle zurück und überbringt den anderen die Botschaft, dass alles, was sie bis dahin gesehen hätten, bloße Schatten gewesen seien und dass die wirkliche Welt sie erwarte, wenn sie gewillt seien, sich von ihren Fesseln zu befreien. Die Schattenwelt der Höhle symbolisiert bei Platon die physische Welt der Erscheinungen. Der Ausbruch aus der Höhle in die sonnendurchflutete Außenwelt bedeutet den Übergang in die wirkliche Welt, die Welt des vollkommen Seienden, die Welt der Ideen, dem wahren Gegenstand der Erkenntnis.

Zurück
|
Nächste
In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft