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Australien

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Australien (Flagge und Hymne)Australien (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
1

Einleitung

Australien (offiziell: Australischer Bund), Bundesstaat auf der südlichen Halbkugel, an der Grenze zwischen Indischem und Pazifischem Ozean; das Staatsgebiet umfasst den Inselkontinent Australien, die benachbarte Insel Tasmanien und die vorgelagerten Inseln.

Der Kontinent wird im Norden durch die Timorsee, die Arafurasee und die Torresstraße und im Osten durch die Korallensee und die Tasmansee begrenzt. Die südliche Begrenzung der Insel bilden die Bass-Straße und – ebenso wie im Westen – der Indische Ozean. Die Ost-West-Erstreckung beträgt 4 000 Kilometer, die Nord-Süd-Ausdehnung beläuft sich auf 3 700 Kilometer. Die Küstenlinie ist rund 25 760 Kilometer lang. Australien hat zusammen mit der Insel Tasmanien eine Gesamtfläche von 7 682 300 Quadratkilometern. Die Fläche des australischen Kontinents ohne die zugehörigen Inselgruppen und Tasmanien beträgt 7 614 500 Quadratkilometer.

Der Staat Australien setzt sich aus den sechs Bundesstaaten New South Wales, Queensland, South Australia, Tasmanien, Victoria und Western Australia sowie den beiden Bundesgebieten Australian Capital Territory und dem Northern Territory zusammen. Die von Australien abhängigen Gebiete umfassen das Australian Antarctic Territory (Australisches Antarktisterritorium), die Christmas Island, die Kokos-Inseln, das Territorium der Heard- und McDonald-Inseln, die Norfolk-Insel, die Ashmore-Insel, die Cartier-Insel sowie das Korallenseeterritorium. Canberra, die Hauptstadt Australiens, liegt im Australian Capital Territory.

2

Land

2.1

Physische Geographie

Die Landmasse des so genannten fünften Kontinents erhebt sich im Mittel etwa 300 Meter über den Meeresspiegel, und nur 6 Prozent der Gesamtfläche liegen höher als 610 Meter. Die unermessliche Weite des weitgehend unbesiedelten Landesinneren, das von weißen Australiern als Outback bezeichnet wird, umfasst Ebenen und niedrige Plateaus, die nach Nordosten abfallen. Ausgedehnte Küstenebenen, die eine mittlere Breite von 65 Kilometern haben,umrahmen den Kontinent. Die Küstenebenen im Osten, Südosten und Südwesten des Landes sind die am dichtesten besiedelten Gebiete Australiens.

Die Küstenebenen im Osten des Landes sind durch die Verwerfungszone der Great Dividing Range vom Landesinneren getrennt. Diese Gebirgsregion erreicht eine durchschnittliche Höhe von 1 220 Metern und verläuft von der Kap-York-Halbinsel im Norden parallel zur Ostküste bis zum australischen Bundesstaat Victoria im Südosten. Die Great Dividing Range gliedert sich in mehrere Ketten, wie etwa die Neuenglandkette, die Blue Mountains und die Australischen Alpen mit den Snowy Mountains. Im Bundesstaat Victoria nähern sich die Ausläufer der Great Dividing Range der Küste an; in diesem Bereich werden sie als Grampians bezeichnet oder gemäß dem Namen, den ihnen die hier lebenden australischen Ureinwohner verliehen, Gariwerd genannt. Der höchste Berg der Australischen Alpen ist der Mount Kosciusko mit 2 228 Metern; er gehört zu den Snowy Mountains im Bundesstaat New South Wales. Er wird allerdings noch vom Mawson Peak (2 745 Meter) auf den Heard-Inseln übertroffen. Die Great Dividing Range setzt sich im Süden bis zur Insel Tasmanien fort, die vor etwa 13 500 bis 8 000 Jahren infolge eines Anstiegs des Meeresspiegels von der südöstlichen Spitze des Kontinents abgetrennt wurde.

Der Westaustralische Schild bedeckt mehr als die Hälfte der australischen Festlandfläche. Er erstreckt sich westlich einer gedachten Verbindungslinie zwischen der Ostküste des Arnhemlandes am Carpentariagolf bis zur Halbinsel Eyre im Bundesstaat South Australia und umrundet im zentralen Bereich des Landes die inneraustralische Simpsonwüste. Der Westaustralische Schild tritt in einem riesigen Tafelland zutage, einer Hochfläche mit einer durchschnittlichen Höhe um 400 Meter, die in eine Vielzahl von geologisch deutlich voneinander getrennten Blöcken gegliedert ist. Einige dieser Blöcke wurden angehoben und bildeten Hochflächen, andere senkten sich ab und bildeten so Tiefländer und Becken. Zu den Tiefländern gehören die Große Sandwüste im nordwestlichen Bereich des Westaustralischen Schildes, die Gibsonwüste in der zentralen Region sowie die Große Victoriawüste und die Nullarborebene, die beide im Süden des Schildes liegen. Die Nullarborebene, deren Name wörtlich „ohne Bäume” bedeutet, ist eine praktisch unbewohnte Kalksteintafel, die von aridem Klima geprägt ist. Sie ist durch ein ausgeprägtes Tunnel- und Höhlensystem gekennzeichnet, das Rückschlüsse auf die geologischen Vorgänge zur Zeit des australischen Urkontinents und seiner Weiterentwicklung ermöglicht.

Zu den Hochflächen im Bundesstaat Western Australia gehören die Hamersleykette und die König-Leopold-Kette in der westlichen und nordwestlichen Küstenregion sowie die Darlingkette, die landeinwärts von Perth ganz im Südwesten liegt. Die Macdonnellkette befindet sich im südlichen Gebiet des Northern Territory, während Stuart- und Musgravekette parallel zur Nordgrenze von South Australia verlaufen. Durch Erosion und starke Verwitterung haben sich in weiten Teilen des Westaustralischen Schildes, darunter auch im Kimberleyplateau und im Pilbara-Distrikt in Western Australia sowie im Arnhemland im Northern Territory, beeindruckende frei stehende Gesteinsformationen herausgebildet, die als Restberge bezeichnet werden.

Das Große Artesische Becken zwischen dem Westaustralischen Schild und der Great Dividing Range ist ein riesiges Gebiet aus ausgedehnten Ebenen, die einen Großteil der fruchtbarsten Acker- und Weideflächen in Australien umfassen. Es besteht aus drei Hauptbecken – dem Carpentariabecken, dem Eyrebecken und dem Murraybecken. Die sanften, von Hügelland durchzogenen Ebenen des Carpentariabeckens bilden einen schmalen Korridor, der vom Carpentariagolf zwischen dem Isa-Hochland am nordöstlichen Randgebiet des Schildes und der Great Dividing Range landeinwärts verläuft. Das Eyrebecken liegt südlich des Carpentariabeckens und erstreckt sich über eine Fläche von fast 1,3 Millionen Quadratkilometern vom Zentrum und Norden des Kontinents bis zum Südwesten von Queensland, in den Nordosten von South Australia und den Nordwesten von New South Wales. Im Norden des Beckens prägen weitläufige Hügelflächen das Landschaftsbild. Im klimatisch ariden Landesinneren wird die Landschaft zunehmend flacher und geht schließlich in eine Steinwüste über. In der Simpsonwüste nördlich des Eyresees an der westlichen Grenze des Beckens liegen ausgedehnte Sanddünen. Der Eyresee, einer der größten Salzseen des Landesinneren, befindet sich im niedrigsten Landesteil und dient im Rahmen der Binnenentwässerung zahlreichen Stromsystemen als Mündungssee. Westlich des Eyresees befindet sich im Zentrum von Australien der Uluru (Ayers Rock). Mit einem Sockelumfang von etwa 9 Kilometern gilt der Uluru, der sich mit einer Höhe von 348 Metern von der ebenen Umgebung weithin sichtbar abhebt, als einer der größten Monolithe der Welt.

Das Murraybecken verläuft von der Küste am Indischen Ozean in South Australia und Victoria bis in den Westen von New South Wales. Im Westen wird es von der Flinderskette und Mount-Lofty-Kette im Bundesstaat South Australia, im Osten von den Australischen Alpen der Great Dividing Range flankiert. Das Murraybecken umfasst große fossile Dünenfelder und ist von sehr trockenem Klima geprägt. Nach Westen hin sind Steinwüsten entwickelt. Östlich des Beckens liegen ausgedehnte Schwemmlandebenen, die mit den wichtigsten Zuflüssen des Murray verbunden sind, dem einzigen ständig Wasser führenden Fluss, der das Landesinnere durchquert.

Die Küstenlinie des australischen Kontinents ist nur schwach gegliedert; sie weist nur wenige Buchten und Kaps auf. Die größte natürliche Bucht bilden der Carpentariagolf im Norden und die Große Australische Bucht im Süden. Es gibt mehrere ausgezeichnete Naturhäfen, an denen sich die Städte Sydney, Hobart, Port Lincoln und Albany entwickelten. Tasmanien hat einen stärker gegliederten Küstenverlauf.

Das Große Barrierriff, das von der UNESCO zum Weltnaturerbe der Menschheit ernannt wurde, erstreckt sich über eine Länge von etwa 2 010 Kilometern von Kap York entlang der Ostküste des Bundesstaates Queensland bis nach Bundaberg im Süden. Das aus Korallen bestehende Riff ist weltweit die größte Struktur, die von Lebewesen geschaffen wurde. Die Riffrücken dienen im Küstenschiffsverkehr als natürliche Wellenbrecher. Siehe auch Kosciusko Nationalpark; Uluru Nationalpark

2.2

Geologie

Australien gehörte ursprünglich zu Gondwana, das zuvor einen Teil des Urkontinents Pangäa bildete. Die Entstehung von vielen geologischen Strukturen reicht zeitlich sehr weit zurück, und die ältesten bekannten Gesteins- und Felsformationen wurden auf die Zeit vor 3 bis 4,3 Milliarden Jahren datiert. Dem riesigen Plateau des Westaustralischen Schildes liegt eine ausgedehnte, stabile Schicht aus präkambrischen Metamorphiten und Magmatiten zugrunde, die ein Alter von zwischen 570 Millionen und 3,7 Milliarden Jahren aufweist. Diese Formationen stellen zusammen mit der Antarktis das Herzstück des alten Kontinents dar, der sich vor weniger als 200 Millionen Jahren im Jura von Gondwana abspaltete und in östliche und nördliche Richtung fortzudriften begann (siehe Plattentektonik, Kontinent). Vor ungefähr 100 Millionen Jahren entstand Australien als eigenständiger Kontinent, nachdem sich die Antarktis abgetrennt und in südliche Richtung bewegt hatte. Auch heute noch entfernt sich der australische Kontinent von der Antarktis in nördliche Richtung und wird irgendwann mit dem asiatischen Kontinent zusammenstoßen. In geologischen Zeiträumen wird also die Existenz von Australien als eigenständiger Kontinent nur eine kurze Zeitspanne füllen.

In der Great Dividing Range erfolgten mächtige Ablagerungen von Sedimentgesteinen in einer weiten Geosynklinale; dieser Prozess vollzog sich fast über den gesamten Zeitraum des Paläozoikums und endete vor ungefähr 245 Millionen Jahren. Infolge ungeheurer Druckeinwirkung wurden die abgelagerten Gesteine komprimiert und mindestens zweimal aufgefaltet, wodurch Gebirgsketten entstanden, die zum Teil auch Vulkane umfassten.

2.3

Flüsse und Seen

Rund zwei Drittel der Oberfläche Australiens sind von Wüsten oder Halbwüsten bedeckt und weisen eine extrem hohe Verdunstungsrate auf. Nur etwa 10 Prozent des gesamten Niederschlags speisen Oberflächengewässer. Infolgedessen gibt es mit Ausnahme der niederschlagsreicheren östlichen und südwestlichen Gebiete Australiens sowie Tasmaniens nur vergleichsweise wenig Flüsse, die ständig Wasser führen. Die Great Dividing Range markiert die Wasserscheide zwischen der schmalen Ostküste und dem restlichen Teil Australiens. An den Ostflanken der Gebirgskette befinden sich permanent Wasser führende Flüsse, von denen die wichtigsten der Burdekin, der Fitzroy und der Hunter sind. Von den westlich der Great Dividing Range verlaufenden Flüssen ist nur der Murray ganzjährig Wasser führend. Er wird in seinem Quellgebiet in der Region um den Mount Kosciusko von Schmelzwasser und weiter flussabwärts von großen Nebenflüssen wie dem Darling und dem Murrumbidgee gespeist und führt daher ausreichende Wassermengen, um die gleichnamige trockene Ebene zu durchqueren. Der Murray mündet östlich von Adelaide an der Südküste Australiens in den Indischen Ozean. Das Murray-Darling-Murrumbidgee-Stromsystem ist das wichtigste in ganz Australien. Es entwässert eine Fläche von über 1,1 Millionen Quadratkilometern in Queensland, New South Wales, Victoria und South Australia und versorgt einige der wichtigsten Anbau- und Weideflächen des Landes mit Wasser. Während der Regenzeit ist das Wasserstraßennetz größtenteils auch schiffbar. Der Murray bildet die Grenze zwischen den Bundesstaaten New South Wales und Victoria.

Die Flüsse in Zentralaustralien und im westlichen Teil des Kontinents überfluten bei starken Regenfällen das angrenzende, niedrig gelegene Umland. Bei Trockenheit führen sie nur zeitweise Wasser. Die Zentralebene wird gelegentlich auch als Channel Country (Land der Kanäle) bezeichnet. Die Flussläufe Victoria, Daly und Roper führen das Wasser in einen Teil des Northern Territory ab. Die wichtigsten Wasserwege in Queensland sind Mitchell, Flinders, Gilbert und Leichhardt; sie münden in den Carpentariagolf. Im Bundesstaat Western Australia gibt es nur wenige bedeutende Flüsse, von denen Fitzroy, Ashburton, Gascoyne, Murchison und Swan die längsten sind.

In Inneraustralien sind zahlreiche Salzpfannen und Salzseen entwickelt. Da sie nur von periodisch Wasser führenden Strömen und Flüssen gespeist werden, erhalten sie nur selten bedeutenden Wasserzulauf und trocknen normalerweise aufgrund des hohen Verdunstungsgrades zu salzverkrusteten Salzsümpfen oder Salzpfannen ein. Eyresee, Torrenssee, Fromesee und Gairdnersee, die größten Salzpfannen im zentralen und südlichen Bereich des Großen Artesischen Beckens, sind Überreste eines riesigen Binnensees, der sich früher einmal vom Carpentariagolf nach Süden erstreckte.

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