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AustralienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Der Fremdenverkehrssektor hat seit 1970 infolge der immer preiswerteren und schnelleren Langstreckenflüge und der Expansion des japanischen Marktes ein rapides Wachstum verzeichnen können. Heute gehört die Tourismusbranche zu den Wirtschaftszweigen mit der höchsten Dynamik. Mehr als 4,5 Millionen Gäste aus dem Ausland besuchten 1999 Australien; dies entspricht einem Zuwachs von etwa 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die meisten Besucher kommen aus Großbritannien, Irland, Deutschland, den skandinavischen Ländern, Nordamerika und Japan.
Die Energieversorgung liegt in der Verantwortlichkeit der australischen Bundesregierung. 2003 wurden 91,4 Prozent der Gesamtenergiemenge in Wärmekraftwerken erzeugt (hauptsächlich Kohlekraftwerke). Ferner verfügt Australien über mehrere Wasserkraftwerke, von denen insbesondere das riesige Snowy-Mountains-Projekt, das überwiegend die Energieversorgung in Canberra, Melbourne und Sydney sicherstellt, und eine Anzahl kleinerer Anlagen in Tasmanien von besonderer Bedeutung sind. Wasserkraftwerke erzeugen etwa 7,4 Prozent der Gesamtenergiemenge (2003). Australien kann den bestehenden Erdölbedarf fast vollständig aus den eigenen Quellen decken, so dass lediglich etwa 4 Prozent der Jahresbedarfsmenge importiert werden müssen. In Australien gibt es keine Kernkraftwerke, wenngleich im australischen Hinterland einige der größten unberührten Uranvorkommen der Welt liegen. Da es in Australien viel Sonneneinstrahlung und häufig Wind gibt, herrschen dort ideale Voraussetzungen für die Entwicklung und Nutzung alternativer Energiequellen wie Solar- und Windenergie. Diese werden durch die Bundes- und Landesregierungen aktiv unterstützt.
Die Aborigines, Australiens Ureinwohner, kamen verschiedenen archäologischen Funden zufolge vor etwa 60 000 bis 40 000 Jahren wahrscheinlich aus dem südostasiatischen Raum nach Australien. Vor rund 30 000 Jahren hatten sie den größten Teil des Kontinents besiedelt, darunter auch die südwestlichen und südöstlichen Randgebiete. Tasmanien war zu dieser Zeit noch ein Teil des australischen Festlandes und wurde erst später durch den nacheiszeitlichen Meeresspiegelanstieg von Australien abgetrennt. Zur Zeit der Ankunft der ersten weißen Siedler lebten schätzungsweise 300 000 bis eine Million Ureinwohner auf dem australischen Kontinent. Es wird angenommen, dass Arnhemland lange vor dem 17. Jahrhundert von makassaresischen Händlern aus dem heutigen Indonesien aufgesucht wurde. Außerdem gab es Kontakte mit Neuguinea, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass nach dem 15. Jahrhundert chinesische, malaiische und arabische Schiffe an der Nordküste Australiens vor Anker gingen. Australien blieb jedoch bis zum 17. Jahrhundert von westlichen Forschungsunternehmungen unberührt.
Im Spätmittelalter nahm man an, dass ein großes so genanntes Südland, das von den Geographen auch als Terra Australis Incognita bezeichnet wurde, zur Ausbalancierung der nördlichen Landmassen in Europa und Asien notwendig sei. Die Terra Australis erschien auf den frühen europäischen Weltkarten häufig als große, kreisförmige Landmasse, die zufällig ungefähr die der Realität entsprechende geographische Lage einnahm.
Auf der Suche einer Handelsroute nach Indien begannen im 15. Jahrhundert vor allem die Portugiesen mit der systematischen Erforschung der afrikanischen Westküste in südlicher Richtung. Damit entflammte aber auch das Interesse der Europäer an der Entdeckung der legendären Terra Australis. Portugal, das schon bald den Handel mit Indien und Ostafrika dominierte, beabsichtigte jedoch nicht weiter in östlicher und südlicher Richtung vorzustoßen. Es waren aber auch andere Gründe, die Australien noch unentdeckt ließen. Zum einen lag der Kontinent abseits der damaligen Handelsrouten im Indischen Ozean und Südpazifik. Zum anderen trieben die Windsysteme der südlichen Hemisphäre Schiffe aus westlicher Richtung nach Norden zum Äquator ab – und damit an Australien vorbei. Dagegen erschwerten die starken Gegenwinde östlich des australischen Festlandes das Segeln und damit ein Erreichen des Kontinents. Im 16. und frühen 17. Jahrhundert entsandte Spanien, das zu dieser Zeit bereits seine Vormachtstellung als Kolonialreich in Süd- und Zentralamerika gesichert hatte, einige Expeditionsschiffe von Peru in den Südpazifik. Die offiziellen Vertreter der spanisch dominierten Neuen Welt wurden durch die Entdeckung der Salomon-Inseln nordöstlich von Australien durch Alvaro de Mendaña 1567 dazu ermutigt, 1595 und 1605 Expeditionen zu entsenden, von denen sie sich erhofften, für das Spanische Reich Gold und für die römisch-katholische Kirche die Terra Australis zu entdecken. Nach dem Fehlschlag dieser Entdeckungsreisen, die weder die erhofften Edelmetalle mitbrachten noch die Entdeckung bedeutender Landmassen zur Folge hatten, verlor Spanien sein Interesse an derartigen Unternehmungen und führte keine weiteren Expeditionen mehr durch.
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