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Gelbfieber, durch Viren hervorgerufene, tropische Infektionskrankheit. Die Krankheit wird durch Stechmücken von Mensch zu Mensch (Stadtfieber) oder von Affen auf den Menschen (Dschungelgelbfieber) übertragen. Hauptüberträger des Stadtfiebers ist eine bestimmte Mückenart, Aëdes aegypti, die in der Nähe von Städten lebt und sich vom Blut des Menschen ernährt.
Vermutlich trat die Krankheit zuerst in Afrika auf und wurde zur Zeit des Sklavenhandels nach Amerika verschleppt. Die erste medizinische Beschreibung dieser Krankheit ist aus dem 17. Jahrhundert bekannt. Damals kam es auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán zu einer Gelbfieberepidemie. Schließlich breitete sich die Krankheit auch in den USA, in Spanien und anderen Ländern aus. 1881 stellte der kubanische Arzt Carlos Finlay die Hypothese auf, dass die Übertragung des Gelbfiebers durch Stechmücken erfolgt. Seine Theorie wurde 1901 durch die Forschungsergebnisse mehrerer Wissenschaftler bestätigt. Vor allem der amerikanische Bakteriologe Walter Reed trug wesentlich zu dieser Erkenntnis bei. Er wies außerdem Viren als Erreger des Gelbfiebers nach. Die Krankheit konnte durch eine Verbesserung der Hygiene sowie durch Trockenlegung der Brutgebiete der Stechmücken und Verhängung von Quarantäne über Schiffe aus Infektionsgebieten eingedämmt werden.
Die Inkubationszeit (Zeitspanne zwischen der Ansteckung und dem Auftreten von Krankheitszeichen) beträgt bei Gelbfieber drei bis sechs Tage. Schwer verlaufende Formen sind durch Rücken-, Kopfschmerzen und starke Fieberanfälle gekennzeichnet. Hinzu kommen Übelkeit und Erbrechen sowie die Ausscheidung von Albumin mit dem Urin. Am dritten Tag setzen meist weitere Symptome wie Gelbsucht, Blutungen, Erbrechen von schwarzem Blut sowie Herz-, Leber- und Nierenschädigungen ein. Die Zerstörung der Leberzellen führt zur Ansammlung von gelben Gallenfarbstoffen in der Haut, daher die Bezeichnung Gelbfieber. Bei einem tödlichen Krankheitsverlauf sterben die Patienten zwischen dem vierten und achten Tag nach Ausbruch der Krankheit. Eine einmalige Erkrankung verleiht eine lebenslange Immunität gegen erneute Infektion mit dem Gelbfiebererreger.
1939 entwickelte der südafrikanische Arzt Max Theiler einen Impfstoff. Die Schutzdauer einer Impfung mit Aktivimpfstoff beträgt zehn Jahre. Eine Schutzimpfung ist heute für alle Reisen in Gelbfiebergebiete erforderlich. 1999 starb ein an Gelbfieber erkrankter Deutscher in der Berliner Charité, der (offensichtlich ohne gegen Gelbfieber geimpft zu sein) in die westafrikanische Elfenbeinküste gereist war. Es war der erste Gelbfieberfall in Deutschland seit 1946. Im Sommer 2000 gab es im westafrikanischen Liberia eine Gelbfieberepidemie mit etwa 80 Erkrankten.
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