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Windows Live® Suchergebnisse Unierte KirchenEnzyklopädieartikel
Unierte Kirchen, Bezeichnung für fünf unierte Kirchen des Orients, die im Gegensatz zur orthodoxen Kirche und zu den so genannten unabhängigen Ostkirchen zur katholischen Kirche gehören und den Primat des Papstes anerkennen. Die unierten Kirchen werden daher auch als orientalisch-katholische Kirchen bezeichnet. Neben der byzantinischen Kirche, die verschiedene Gruppen umfasst, gehören dazu die Kirchen von Alexandria, Antiochia, Chaldäa und Armenien, die sich jedoch in zahlreiche weitere nationale oder ethnische Einheiten untergliedern. Die größte katholische Ostkirche ist die maronitische Kirche, die dem antiochischen Ritus folgt. Ihr gehören mehr als eine Million Gläubige an, von denen rund 65 Prozent im Libanon leben. Als bestes Beispiel für das Abweichen vom römischen Ritus kann das Fehlen des für die römischen Katholiken fundamentalen priesterlichen Zölibats angesehen werden. Auch dürfen im Gegensatz zur katholischen Kirche getaufte Kinder jederzeit die heilige Kommunion empfangen. Die Messe wird nicht in lateinischer Sprache abgehalten, sondern entweder in der von den Missionaren eingeführten Sprache oder in der jeweiligen Landessprache. Als Reaktion auf den Vorwurf der unierten Kirchen, die römisch-katholische Kirche wolle die fremden Traditionen aushöhlen, war das 2. Vatikanische Konzil darum bemüht, diese Kritik zu entkräften und betonte die Erhaltung der östlichen Riten. Die Vereinigung der Rituskirchen mit den Katholiken vollzog sich in einem lang andauernden Prozess. Rund ein Jahrhundert nach dem Morgenländischen Schisma von 1054, das die christliche Kirche in eine Ost- und eine Westhälfte spaltete, schlossen sich Maroniten, Armenier und einige weitere Religionsgemeinschaften der römischen Kirche an. Die eigentliche Entwicklung der unierten Kirchen des Orients begann jedoch erst im 16. Jahrhundert. 1595 entstand die Union von Litauisch-Brest, in der zwei ukrainische Bischöfe den Primat des Papstes akzeptierten. 1681 zogen die Chaldäer, später auch andere byzantinische Kirchen wie die ruthenischen Orthodoxen (1592) und die Siebenbürger Rumänen (1698) und die Melkiten (1724) nach. Als letzte traten die antiochischen Malankareser Indiens 1930 zur katholischen Kirche über. Als die Zahl der östlichen Katholiken allmählich wuchs, führte Rom eine den Verhältnissen angepasste hierarchische Struktur ein. Die unierten Kirchen sind nicht an das Kirchenrecht der Westkirche gebunden, sondern verfügen über eigene Gesetze. Die Patriarchen von Alexandria, Babylon, Kilikien sowie drei antiochische Patriarchen stehen den verschiedenen Kirchen vor. Ihnen und ihren Synoden kommt die höchste Autorität innerhalb eines Verwaltungsbezirks zu, wo sie sogar Bischöfe weihen und neue Gemeinden gründen können. Gleichwohl besitzt die Heilige Kongregation der Kirchen des Orients, der auch die unierten Patriarchen angehören, die letzte Entscheidungskompetenz.
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