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Hasenartige, auch Hasen oder Echte Hasen, Familie mittelgroßer Säugetiere mit langen Ohren und kurzen Schwänzen aus der Ordnung der Hasentiere. Die Familie umfasst etwa 45 Arten, zu denen außer den Hasen auch die Kaninchen gehören. Hasenartige sind auf der ganzen Welt verbreitet. Sie können sich stark vermehren, weil sie jedes Jahr mehrere Würfe mit bis zu 15 Jungen haben; die Tragzeit beträgt etwa einen Monat. Die Tiere werden im Alter von etwa vier bis zwölf Monaten geschlechtsreif, und ihre maximale Lebenserwartung liegt bei circa zehn Jahren. Tiere dieser Familie werden etwa ein bis sieben Kilogramm schwer und erreichen Kopfrumpflängen von 30 bis 60 Zentimetern. Sie ernähren sich hauptsächlich von Krautpflanzen und Baumrinde. Hasen und Kaninchen werden wegen ihres Felles und Fleisches gejagt. Land- und Forstwirte sehen sie häufig als Schädlinge, weil sie Feldfrüchte und Bäume benagen. Die etwa 24 Arten von Kaninchen stellen innerhalb der Familie keine geschlossene Abstammungsgemeinschaft dar (siehe Taxon). Sie unterscheiden sich aber von den als Hasen bezeichneten Arten in Verhalten und Fortpflanzung. Kaninchen werden nackt und blind geboren, sie sind hilflose Nesthocker. Zudem sind Kaninchen im Gegensatz zu Hasen gesellige Tiere, die in unterirdischen Gangsystemen leben. Hasen werden bereits mit Fell und offenen Augen geboren. Die erwachsenen Tiere bauen ein einfaches oberirdisches Nest und leben selten in Gruppen. Hasen sind im Allgemeinen größer als Kaninchen, sie haben längere Ohren mit einer charakteristischen schwarzen Zeichnung.
Der in Eurasien und Afrika verbreitete Feldhase ist vom europäischen Wildkaninchen u. a. durch die vergleichsweise langen Ohren zu unterscheiden. Feldhasen erreichen Kopfrumpflängen von 50 bis 70 Zentimetern. Als ehemalige Steppenbewohner besiedeln die Tiere heute die offene Kulturlandschaft. Die Bestände des Feldhasen sind in Deutschland rückläufig, dies hängt u. a. mit dem Roden von Feldhecken und Feldgehölzen zusammen; zudem werden Feldhasen nach wie vor bejagt.
Der ungefähr 35 bis 50 Zentimeter große Schneeschuhhase ist in ganz Nordamerika verbreitet. Im Winter ist er schneeweiß mit schwarzen Ohrspitzen, und im Sommer trägt er ein rötlich braunes Fell. Die Jungen wiegen bei der Geburt etwa 85 Gramm. Sie entwickeln sich so schnell, dass sie am zweiten Tag nach der Geburt bereits krabbeln und am dritten Tag hoppeln können. Wenn erwachsene Männchen um eine Häsin konkurrieren, attackieren sie sich mit den Zähnen. Obwohl die Tiere hauptsächlich Pflanzenfresser sind, frisst ein erwachsenes Tier auch Mäuse und Aas.
Der etwa 45 bis 60 Zentimeter große Kalifornische Jackrabbit ist in den westlichen Gebieten der USA und Kanadas heimisch. Jackrabbits sind die schnellsten Läufer unter den Hasen: Sie erreichen Spitzengeschwindigkeiten von etwa 70 Kilometern pro Stunde und können bis zu sechs Meter weit springen. Da sie Nahrungskonkurrenten des Weideviehs sind, werden sie von Ranchern intensiv gejagt. Jackrabbits können an der Tularämie (Hasenpest) erkranken, einer bakteriellen Infektion, die auch beim Menschen tödlich verlaufen kann.
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